ADHS Selbsttest für Kinder
Erste Hinweise erkennen und richtig einordnen
Ist mein Kind einfach lebhaft, verträumt oder besonders intensiv – oder könnte ADHS eine Rolle spielen? Dieser ADHS Selbsttest für Kinder und Jugendliche gibt dir eine erste Orientierung. Er zeigt dir, ob typische Hinweise auf ADHS bei deinem Kind gehäuft auftreten und ob eine fachliche Abklärung sinnvoll sein könnte. Da ADHS bei Mädchen oft weniger auffällig wirkt, enthält der Test zusätzliche Fragen zur besseren Einordnung.
Wichtig: Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Er hilft dir aber, deine Beobachtungen klarer zu sortieren und den nächsten Schritt besser einzuschätzen.
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Warum frühes Einordnen hilft
Früh hinzuschauen bedeutet nicht, dein Kind vorschnell abzustempeln. Im Gegenteil. Es hilft dir, wiederkehrende Muster besser zu erkennen und eben nicht als Trotz, Faulheit oder fehlende Disziplin zu deuten.
Das ist entscheidend um deinem Kind den passenden Rahmen für eine positive Entwicklung geben zu können, besondere Stärken zu fördern und Ausgrenzung zu verhindern. Genau dafür habe ich diesen Selbsttest für Kinder entwickelt.
So funktioniert der ADHS Selbsttest
Dieser ADHS Selbstest für Kinder und Jugendliche ist in erster Linie für die Eltern gedacht. Für Eltern von älteren Kindern, kann es sinnvoll sein, einzelne Fragen gemeinsam zu besprechen.
Bevor du startest: drei kurze Vorfragen
Diese drei Fragen helfen dir einzuschätzen, wie aussagekräftig dein Test ist.
0–1 x „Ja“: das Testergebnis weniger aussagekräftig. Dann kann es sinnvoll sein, den Test noch eine zweite Perspektive einzuholen. 2–3x “Ja”: Das Testergebnis gibt dir eine relevante Einschätzung.
1. Dauer
Bestehen Schwierigkeiten, die du wahrnimmst seit mindestens mehreren Monaten?
2. Breite
Zeigen sich die gleichen Anzeichen in mehr als einem Lebensbereich?
3. Frequenz
Erkennst du ein wiederkehrendes Muster?
ADHS Selbsttest für Kinder – Bereich A: Unaufmerksamkeit
1. Fokus
Mein Kind verliert schnell den Fokus, wenn eine Aufgabe anstrengend, langweilig oder wenig spannend ist.
2. Flüchtigkeitsfehler
Mein Kind macht häufig Flüchtigkeitsfehler bei Aufgaben, auch bei leichten oder repititativen Aufgaben.
3. Aufgaben abbrechen
Mein Kind beginnt Aufgaben, führt sie aber oft nicht zu Ende.
4. Schnelle Ablenkbarkeit
Mein Kind lässt sich schnell durch äußere Reize ablenken oder springt gedanklich häufig zu etwas anderem.
5. Nicht richtig zuhören
Mein Kind scheint oft nicht zuzuhören, obwohl es direkt angesprochen wird.
6. Verträumt oder abwesend
Mein Kind wirkt häufig verträumt, abwesend oder gedanklich woanders.
7. Dinge verlieren
Mein Kind verliert oft Dinge, die es im Alltag braucht. Zum Beispiel Schulsachen, Kleidung, Trinkflasche, Schlüssel, Spielzeug oder Unterlagen.
8. Alltagsdinge vergessen
Mein Kind vergisst häufig alltägliche Anforderungen. Zum Beispiel Hausaufgaben, Schulsachen, Anweisungen, Termine oder den gepackten Schulranzen
9. Planen, Starten und Organisieren
Mein Kind hat große Schwierigkeiten, Aufgaben zu planen, zu starten oder zu organisieren.
ADHS Selbsttest für Kinder – Bereich B: Hyperaktivität und Impulsivität
1. Körperliche Unruhe
Mein Kind ist körperlich sehr unruhig oder ständig in Bewegung.
2. Schwer stillsitzen
Mein Kind zappelt, kippelt, steht auf oder kann schwer sitzen bleiben, wenn Ruhe erwartet wird.
3. Ruhige Aktivitäten
Meinem Kind fallen ruhige Tätigkeiten deutlich schwer.
4. Viel reden oder hineinplatzen
Mein Kind redet sehr viel oder platzt häufig in Gespräche hinein.
5. Antworten herausrufen
Mein Kind ruft Antworten heraus, bevor eine Frage fertig gestellt ist.
6. Schwer warten können
Meinem Kind fällt Warten sehr schwer. Zum Beispiel in einer Schlange, bei Spielen, in Gesprächen oder wenn andere zuerst dran sind.
7. Andere unterbrechen
Mein Kind unterbricht andere häufig, drängt sich in Abläufe hinein oder stört Spiele und Gespräche durch impulsives Verhalten.
8. Handeln ohne Nachdenken
Mein Kind reagiert oft spontan, ohne vorher über Folgen nachzudenken.
9. Riskante oder schwierige Situationen
Durch impulsives Verhalten entstehen häufiger riskante oder schwierige Situationen. Zum Beispiel Verletzungen, Streit, gefährliche Aktionen oder Entscheidungen, die kurz danach bereut werden.
ADHS Selbsttest Auswertung: Was bedeutet dein Ergebnis?
0–3 x “Ja” in einem oder beiden Bereichen
Dein Ergebnis zeigt aktuell wenige typische Hinweise auf ADHS.
Das bedeutet nicht, dass im Alltag alles problemlos sein muss. Konzentrationsprobleme, Aufschieben, Rückzug, Unruhe, Erschöpfung oder Schulstress können auch andere Ursachen haben.
→ Empfehlung: Beobachte weiter, in welchen Situationen die Schwierigkeiten auftreten. Wenn sie nur phasenweise oder in einzelnen Bereichen vorkommen, ist ADHS wahrscheinlich nicht der erste Ansatzpunkt.
4–5 x “Ja” in einem oder beiden Bereichen
Dein Ergebnis ist nicht eindeutig. Es gibt einzelne Hinweise, aber noch kein klares Muster.
Das kann passieren, wenn du bei manchen Fragen unsicher warst, dein Kind stark kompensiert oder die Schwierigkeiten nur in bestimmten Situationen sichtbar werden.
→ Empfehlung: Beobachte typische Alltagssituationen genauer und mach in einigen Wochen den ADHS Selbsttest für Kinder noch einmal. Hilfreich kann auch eine zweite Einschätzung sein – zum Beispiel vom anderen Elternteil, einer Lehrkraft oder einer Betreuungsperson.
Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass „etwas nicht passt“, nimm dieses Gefühl ernst. Ein durchwachsenes Ergebnis heißt nicht automatisch, dass dein Kind keine Unterstützung braucht.
Ab 6 x “Ja” in mindestens einem Bereich
Dein Selbsttest für Kinder zeigt deutliche Hinweise, dass ADHS auch bei deinem Kind ein Thema sein könnte.
Das bedeutet nicht, dass dein Kind sicher ADHS hat. Es heißt aber, dass eine fachliche Abklärung sinnvoll ist – besonders, wenn die Schwierigkeiten seit mehreren Monaten bestehen und nicht nur zuhause, sondern auch in Schule, Kindergarten, Hort, Freundschaften oder Freizeit auffallen.
→ Empfehlung: Lass die Beobachtungen fachlich einordnen. Ein sinnvoller nächster Schritt ist ein Gespräch mit dem Kinderarzt, einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, einer psychologischen Diagnostikstelle oder einer spezialisierten Fachperson.
Wenn dein Ergebnis unausgeglichen ist
Manchmal ist ein Bereich deutlich auffälliger als der andere. Das ist nicht ungewöhnlich.
So unterschiedlich, wie Kinder sind, kann sich auch ADHS im Selbsttest zeigen. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, genauer hinzusehen, ob noch etwas anderes eine Rolle spielt. Zum Beispiel Unterforderung, Hochbegabung, Überforderung, Hochsensibilität, Stress, Schlafprobleme, Masking oder eine andere Form von Neurodivergenz.
→ Empfehlung: Wenn ein Bereich sehr deutlich auffällig ist oder du trotz gemischtem Ergebnis ein ungutes Gefühl hast, ist eine fachliche Einschätzung der beste nächste Schritt.
Zusatzcheck: ADHS Test Mädchen
Weil besonders bei Mädchen ADHS anders aussehen kann, findest du hier einen kleinen zusätzlichen Test. Mädchen fallen meist nicht durch Lautstärke, Stören oder starke Unruhe auf. Sie wirken nach außen ruhig, angepasst oder verträumt – und kämpfen trotzdem innerlich. Mehr darüber findest du im Beitrag: ADHS Anzeichen bei Mädchen erkennen.
Dieser Zusatzcheck kann wichtig sein, wenn dein Ergebnis bis jetzt nicht eindeutig war oder du das Gefühl hast, dass dein Kind vieles nach außen gut überspielt.
1. Ruhig nach außen, erschöpft danach
Meine Tochter wirkt nach außen ruhig oder angepasst, ist danach aber erschöpft, gereizt oder überfordert.
2. Viel träumen
Sie träumt viel, verliert sich in Gedanken oder ist gedanklich oft weit weg.
3. Angst vor Fehlern
Mein Kind hat große Angst, Fehler zu machen, setzt sich stark unter Druck oder wirkt perfektionistisch.
4. Stark getroffen von Kritik
Kritik, Konflikte oder Spannungen treffen mein Kind besonders stark.
5. Rückzug bei Überforderung
Bei Überforderung zieht sich mein Kind eher zurück, statt laut oder auffällig zu werden.
Auswertung des Zusatzcheck für Mädchen
mehr als 2 x “Ja” obwohl der Selbsttest bisher nicht eindeutig war
Es kann sein, dass dein Kind ADHS bedingte Schwierigkeiten stark kompensiert oder dass die Belastung nach außen weniger sichtbar ist, weil sie geschickt maskiert wird. Besonders bei Mädchen oder sehr stillen Kindern lohnt es sich dann, genauer hinzusehen, auch wenn dein ADHS Test kein klares Bild zeigt.
Zusatzcheck: ADHS Selbsttest Jugendliche
Ab der Pubertät kann ADHS anders wirken als bei jüngeren Kindern. Manche Jugendliche sind nicht mehr offensichtlich zappelig oder laut. Dafür zeigen sich innere Unruhe, Aufschieben, Zeitprobleme, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung deutlicher.
Dieser Selbsttest Zusatzcheck hilft dir, typische ADHS Merkmale für ältere Kinder und Jugendliche besser einzuordnen.
1. Aufschieben
Aufgaben werden stark aufgeschoben, obwohl die Folgen bekannt sind.
2. Zeitmanagement gerät außer Kontrolle
Zeitmanagement, Hausaufgaben, Termine oder Prüfungsvorbereitung geraten häufig außer Kontrolle.
3. Innere Unruhe
Mein Kind wirkt innerlich unruhig, auch wenn es äußerlich sitzen bleiben kann.
4. Schnelles Kippen
Stimmung, Motivation oder Energie kippen sehr schnell.
5. Unsicher oder betont cool
In sozialen Situationen wirkt mein Kind unsicher, überangepasst oder auffällig betont lässig.
Auswertung Zusatzcheck Jugendliche
3–5 x „Ja“ beim ADHS Selbsttest für Jugendliche
Dein Ergebnis spricht eher gegen „nur Pubertät“.
Pubertät kann Stimmung, Motivation und Verhalten durcheinanderbringen. Typisch ADHS-näher wird es aber, wenn sich immer wieder dasselbe Muster zeigt.
Besonders deutlich wird der Hinweis, wenn diese Schwierigkeiten schon früher in anderer Form sichtbar waren.
Kurz gesagt: 3 oder mehr Ja Antworten bedeuten nicht automatisch ADHS. Sie bedeuten aber: Das ist wahrscheinlich mehr als Pubertät und sollte ernst genommen werden.
Unterstützung, bevor alles geklärt ist
Vielleicht zeigt der Test eine klare Richtung. Womöglich bleiben noch Fragen offen. Eine endgültige Diagnose kann nur fachlich gestellt werden.
Was schon vorher möglich ist: genauer hinsehen, Muster erkennen, schwierige Situationen besser verstehen und neue Wege im Umgang mit deinem Kind ausprobieren.
Ich, Marina Bernardo unterstützt Eltern dabei, Beobachtungen einzuordnen, den nächsten sinnvollen Schritt zu finden und den Familienalltag zu entlasten – besonders dann, wenn Konzentration, Impulsivität, Hausaufgaben, Wut, Erschöpfung oder Überforderung immer wieder zum Thema werden.
Der nächste Schritt muss nicht kompliziert sein
Wenn du deine Beobachtungen sortieren und den nächsten sinnvollen Schritt finden möchtest, dann begleite ich dir dabei.
Im ADHS Survival Coaching für Eltern bekommst du Orientierung, bevor sich Unsicherheit, Streit oder Überforderung weiter festfahren
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, Unternehmerin und zweifache Mama.



