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Welche Kindererziehung passt

Kindererziehung Teil 2

Regeln und Grenzen

Jetzt kommen wir zum Kern der Erziehungsfragen. Es wird viel diskutiert über Regeln und Grenzen in der Kindererziehung. In diversen Ratgebern stehen teils fast konträre Aussagen zum Thema Kindern Grenzen zu setzen. Und das sorgt für Unsicherheit bei Eltern. Welche Regeln brauche ich und wie setze ich diese überhaupt um?

Ich tendiere dazu, dass Kinder Regeln und auch Grenzen brauchen und sowieso haben. Regeln und Grenzen dürfen dabei niemals willkürlich sein. Denn Kinder brauchen einen Rahmen, in dem sie sich frei bewegen können! Und das trifft auch auf Kinder mit besonderen Ausgangslagen zu.

Immer wieder merke ich, dass generell etwas Unsicherheit bei den Begrifflichkeiten besteht. Daher starten wir mit einem kurzen Beispiel, um die Worte und deren Bedeutung zu klären. In dieser Situation unterbricht dich dein Kind beim Sprechen. Rundherum könnte es ungefähr so aussehen:

Eine Regel: Jeder in unserer Familie darf ungestört sagen, was ihm wichtig ist!

Die Grenze: Ich möchte aussprechen, danach kannst du weiter erzählen.

Die Konsequenz: Ich konnte nicht fertig sprechen. Der Satz ist wichtig, daher fange ich nochmal an und es dauert dadurch länger.

Eine Strafe / Demütigung: Weil du mich nicht hast aussprechen lassen, lasse ich dich jetzt auch nicht aussprechen, dann weisst du mal, wie das ist!

Kindererziehung: Regeln und Grenzen

In jedem Miteinander gibt es Strukturen, die für Ordnung und Sicherheit in der Gemeinschaft wichtig sind. In einer perfekten Welt gäbe es weder Gewalt noch Gefahr. Diese Welt  gibt es jedoch nicht. Ohne Regeln und Sicherstellung, dass diese eingehalten werden, hätten wir Chaos um uns herum. Denk einfach mal kurz an Straßenverkehr ohne jegliche Regeln. Nicht machbar!

Daher vertrete ich die Meinung, dass wir unsere Kinder vor Gefahr durch sie selbst, andere Personen oder vor anderweitigen Gefahrenquellen schützen müssen. Gleichzeitig haben wir eine Aufsichtspflicht, dass unser Kind andere Personen oder Gegenstände nicht absichtlich oder aus Versehen verletzt oder beschädigt.

Beliebig viele Themen brauchst du daher gar nicht als Regeln neu zu definieren. Die meisten wichtigen gibt es in der Strukturierung der Gemeinschaft bereits in Form von Gesetzen. Das sind schon viele sinnvolle Regeln im Leben! Wenn du diese ergänzen möchtest, dann um Themen, die DIR wirklich wichtig sind und die dein Kind braucht. Und hier gibt es bereits große Unterschiede von Kind zu Kind und von Familie zu Familie.

Meine Empfehlung zu Regeln und Grenzen in der Kindererziehung

Viele Abläufe lassen sich für deine Kinder nach ihren Bedürfnissen gestalten UND erreichen dabei das Ziel. Das kann man mit Routinen sehr gut abdecken. Eine Routine ist nicht ganz so starr wie eine Regel. Das heißt, man muss gar nicht jede Eventualität und jeden Ablauf explizit und detailliert regeln. Es sollte etwas Spielraum für Änderungen im Alltag da sein, nicht alles passt an allen Tagen.

Ich plädiere daher explizit dafür, nur Regeln aufzustellen, die immer so eingehalten werden müssen. Ohne Abweichung. Beispielsweise muss eine Straße sicher überquert werden oder ein Nichtschwimmer ein Schwimmbecken mit entsprechender Ausrüstung und Aufsichtsperson betreten.

Grenzen wirst du jedoch viel häufiger benötigen.

Kindern Grenzen setzen – Eine Übung für dich

Kindererziehung Regeln und Grenzen
Stell dich vor den Spiegel und sage in ernstem Ton 10-mal Nein zu dir selbst. Wie fühlst du dich dabei? Was signalisiert dir deine Körpersprache?
Kindererziehung Regeln und Grenzen
Denk abschließend darüber nach, wie häufig du oder jemand anderes täglich deinem Kind etwas untersagt oder eine Anweisung gibt. Es sind eine ganze Menge Neins und Vorgaben pro Tag, die auf Kinder einprasseln.

Es gibt Beobachtungen und Zählungen, dass Kinder zwischen 50 und 150 Verbote pro Tag (!) zu hören bekommen. Das heißt Kindern werden immer Grenzen gesetzt. In der Kindererziehung stellt sich die Frage, wie wir unseren Kindern Grenzen setzen:

Kindererziehung – Grenzen setzen

Du wirst sehen, es fällt deutlich leichter, „weniger Neins“ durchzusetzen, hinter denen du zu 100 % stehst, als viele Neins, die auch mal anders oder eben nicht ganz so wichtig sind.

Ich möchte hier allerdings klarstellen, dass das nicht heißt, dass Kinder alles dürfen! Weit gefehlt, ein permissiver – also alles erlaubender – Erziehungsstil ist nachweislich auch NICHT die beste Basis für die Entwicklung.

Lass bei der Wahl der Regeln, ruhig auch deine Kinder mitreden. Partizipative Gestaltung wird in einigen Kindergärten mit Kindern ab 3 Jahren praktiziert. Warum also nicht zuhause? Denn Regeln, die Kinder nachvollziehbar wegdiskutieren können, sind nicht sinnvoll. Außerdem gehören deine Kids genauso zur Familie und haben das Recht, gehört und einbezogen zu werden. Das ist die beste Vorbereitung auf ein Sich-Einbringen gesellschaftliche und politische Mitsprache in einer Demokratie.

Wenn deine Regeln klar sind, gilt es diese auch zu leben. Aber muss man Kindern dazu Grenzen setzen und wie? Dazu müssen wir wieder Kontext und Definition berücksichtigen.

Ich bin sehr dafür, Kindern ein bejahendes Umfeld zu geben. Das heißt, bestmöglich dafür zu sorgen, dass Kinder sich ausleben können, allerdings innerhalb eines klaren Rahmens. Das gibt Eltern und Kindern die nötige Sicherheit.

Kindern Grenzen setzen – Beispiele

Ich weiß beispielsweise, dass mein eigener Wirbelsturm sehr gern experimentiert. Auch mit Dingen, von denen er durchaus weiß, dass es so nicht gedacht ist. Ich habe daher nur abwaschbare Stifte und Kleber und generell einiges außerhalb seiner Reichweite, sodass er danach fragen kann und ich dann Vorkehrungen für die sichere Anwendung treffen kann. Wenn das 2-mal geklappt hat, bekommt er die Dinge in seine Sammlung, zur freien Verfügung. Er hat ja gezeigt, dass er den sicheren Umgang gelernt hat.

So haben wir das gemeinsam miteinander überlegt und vereinbart, nachdem das eine oder andere Experiment zu Frustration auf beiden Seiten geführt hatte. Das ist auch eine Art der Begrenzung.

Welche Grenzen und Regeln sinnvoll sind

Es gibt viele naturgegebene Grenzen wie endliche Ressourcen und kindliche Reichweite oder Fähigkeiten. Dabei sind die häufig zu wenig beachteten Grenzen unsere eigenen Grenzen, also die der Eltern. Denn wenn du deine Grenzen regelmäßig übertrittst, wird das deine Batterien schwächen, doch auf diese bist du angewiesen. Gerade im Umgang mit herausfordernden Kindern.

In der bedürfnisorientierten Erziehung …

neigen einige Eltern dazu sich für ihre Kinder geradezu aufzuopfern. Dennoch geht es auch darum die Bedürfnisse der Eltern zu erfüllen, um langfristig ein zufriedenes Miteinander zu erreichen. Und auch deinen Kindern zu zeigen, dass die Bedürfnisse aller Menschen wichtig sind. Wo deine individuellen Grenzen liegen und wann du die deiner Kinder priorisierst, ist dabei eine höchst persönliche Entscheidung. Es ist jedoch immer ratsam, deine eigene Bedürfnisse im Blick zu haben und zu erkennen, wann diese zu kurz kommen.

Unsere Aufgaben als Eltern

Als Eltern ist es nicht unsere Aufgabe, zusätzliche und geradezu willkürlich erscheinende Grenzen zu kreieren, sondern Kindern den Umgang mit bereits vorhandenen Grenzen beizubringen. Es sind ausreichend Grenzen da, die unsere Kinder zu Genüge frustrieren.

Hier hilft Verständnis und ihnen den Umgang mit Frust näherzubringen. Frustrationstoleranz entwickelt sich nämlich nicht, wenn man regelmäßig Frust erlebt. Frust ohne Begleitung und Trost führt lediglich zu Resignation. Dabei spielt auch mit hinein, dass Babys und junge Kinder sich beispielsweise noch gar nicht regulieren können und auf jemanden angewiesen sind, der ihnen bei der Regulation hilft. Hier ist es also noch völlig unangemessen, Frustrationstoleranz zu erwarten oder das Kind sich darin „alleine üben zu lassen“.

Viele Regeln oder Grenzen sind allerdings dazu gedacht, unsere Kinder auf Gehorsam zu drillen, damit sie in unserem Alltag funktionieren. Denn viele Eltern fragen sich, wie sie sonst ihr Kind dazu bekommen, x, y oder z zu machen. Da gibt es einige Möglichkeiten.

Ein typischer Brennpunkt …

ist das morgendliche Fertigmachen, um pünktlich aus dem Haus zu kommen. Dabei könnte die Agenda der Eltern und Kinder meist nicht unterschiedlicher sein. Das Kind will in Ruhe aufstehen, spielen, hat keine Lust zu frühstücken oder will am liebsten in aller Ruhe irgendwas machen. Schule? Nein, danke! Eltern haben „Anziehen, essen, Zähne putzen, Sachen packen und los!“ auf der Agenda.

Da hilft es nur, Abläufe zu ändern und die Interessen beider Parteien sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Macht dann auch mehr Spaß! Wenn du jeden Morgen auf Biegen und Brechen dein Kind von einem Agendapunkt zum nächsten schiebst, ist der Tag für euch alle ja schon morgens gelaufen. Da hilft dann auch keine Regel oder Grenze.

Aber was, wenn mein Kind etwas wirklich nicht will?

Wenn dein Kind etwas nicht möchte, setzt es eine Grenze! Um zu gefallen (Eltern, Freunden, Lehrern) und durch Fremdbestimmung lernt es, seine Grenzen zu übergehen. Häufig auch weil es gedrängt wird: „Ach, jetzt nimm doch die Oma in den Arm, sonst ist sie traurig!“

Dabei ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen für Kindesmissbrauch, Kindern beizubringen und zu leben, dass ihr Nein zählt. Ebenso wie deines.

Häufig wird das Nein eines Kindes jedoch nicht ernst genommen, belächelt. Anzunehmen, dass die Bedürfnisse Erwachsener, ihre Entscheidungen oder Annahmen wichtiger sind als die eines Kindes, nennt man Adultismus. Adultismus kann man als Form der Diskriminierung (von Jüngeren) bezeichnen.

Das fängt schon bei banalen Situationen wie dem Kitzeln an: Das Kind schreit „Nein, nein, nein“, und der Erwachsene macht weiter, weil das Kind ja lacht und Spaß hat. Besser ist es, auch in derartigen Momenten innezuhalten. Erst wenn das Kind von sich aus klar signalisiert, dass es weitermachen möchte, geht es weiter.

Typische Beispiele

Kindererziehung Regeln und Grenzen
Aber was, wenn die große Schwester das Baby schlägt? Muss man Kindern dann nicht Grenzen setzten? Die Situation muss primär gelöst werden. Höchstwahrscheinlich fühlt sich das Mädchen einsam und leidet sehr darunter, die Eltern teilen zu müssen. Das konnte die große Schwester vorher ja gar nicht absehen, dass es mit Baby so wird. Sperrst du sie nun aus oder strafst sie, um eine Grenze zu setzen, vergrößerst du ihren Schmerz. Ihr aggressives Verhalten könnte sich intensivieren, oder sie gibt irgendwann auf, weil sie das Fazit zieht, dass sie weniger wichtig ist als das Baby. Oder nicht liebenswert.

Um das zu verhindern, schützt du das Baby, lässt die beiden nicht allein und nimmst es auf den Arm, wenn die Schwester ihm weh tun möchte. Du wendest dich aber auch ihr zu.

„Ich sehe, es ist gerade besonders schwer für dich, sollen wir zusammen ein Buch lesen und kuscheln?“

„Grenzen“ setzen wir unseren Kindern so in einem liebevollen Rahmen …

falls ein Kind sich oder andere gefährdet. Es gibt noch weitere Möglichkeiten Kindern Grenzen zu setzen, ohne drohen, strafen oder schimpfen zu müssen. Ich habe bspw. gerade erst in meinem Elterncoaching mit einer Mutter erarbeitet, dass ihre Tochter „aggressiv“ wird, wenn das Kind selbst sich eine Rückzugsmöglichkeit wünscht. Es gibt also häufig kein pauschales richtig oder falsch, wenn du dir die Frage stellst, wie du Grenzen setzt. Für dieses Mädchen ist es völlig ausreichend dann einfach in Ruhe gelassen zu werden. Bei einem anderen Kind könnte das hingegen einer psychischen Bestrafung, wie Isolation gleichen.

Eine weitere Lösung für das Beispiel:

Da ich von vielen KundInnen, und aus eigener Erfahrung weiss, wie belastend es ist, wenn das Baby bedroht wird, versuche gerne auch Folgendes:

Für viele große Geschwister ist es schwer, das Baby häufig auf Mama’s Arm zu sehen. Beide Hände sind besetzt, Umarmungen nicht leicht möglich und wenn das größere Kind gelernt hat, dass die Mama das Kleine dann auch weniger schützen kann, wird erst Recht an den Beinen oder Armen gezupft oder sonstige Experimente ausprobiert … Daher kann es hilfreich sein, das Baby in einer Rückentrage unterzubringen. Das hat mir auch zuerst Angst gemacht, da das reinsetzen und rausnehmen erst geübt werden muss. Wenn das Baby es aber toleriert und sich damit wohl fühlt, ist es eine tolle Alternative, um es am Körper zu haben und dennoch die Hände frei und optisch „quasi babyfrei“ zu sein.

In der bedürfnisorientierten Erziehung wird wenig davon gesprochen, wie belastend das aushalten solcher Situationen für die Eltern sein kann und was in ganz akuten Situationen notwendig ist, um Gefahr zu verhindern. Allerdings hat auch Rosenberg, der die gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat, von schützender Macht gesprochen, die manchmal nötig ist.

Das heisst, wenn du das größere Kind körperlich vom Baby fernhalten musst, weil es in seiner Wut gerade anders nicht zu bremsen ist, dann tu das. Selbstverständlich ohne es zu schlagen, aber ein möglichst sanftes festhalten, abhalten oder wegschieben ist in aktuen Gefährdungssituationen unumgänglich.

Kindererziehung Regeln und Grenzen
„Ja, aber woanders geht das ja auch nicht so bedürfnisorientiert zu. Wie soll mein Kind sich denn da beispielsweise in der Schule zurechtfinden?“ Da hast du recht! Woanders ist es anders, und da gibt es andere Voraussetzungen und Spielregeln. Ob diese für Kinder gut sind, lassen wir erst mal außen vor. Fakt ist heute in Deutschland, dass Kinder gesetzlich in die Schule müssen. Wenn du nicht auswanderst, musst du also einen Weg finden, dass dein Kind damit bestmöglich zurechtkommt.

Du kennst es doch selbst von der Arbeit, dass dich einiges frustriert und du es nicht ändern kannst. Das wird in jedem beruflichen Kontext immer wieder mal mehr oder weniger der Fall sein. Umso schöner, nach Hause, in dein Reich zu kommen, wo du sein kannst, wie du bist, und dich entfalten kannst. Diesen Rückzugsort und Sicherheit brauchen auch deine Kinder. Und sicherlich auch die Erklärung, dass es in einer Gemeinschaft wie der Klasse andere Begebenheiten gibt als in einer kleineren Runde zu Hause. Wenn es dort spezifische Konflikte gibt, müssen die separat genau betrachtet und Handlungsoptionen erarbeitet werden.

Dass dein Kind weiß, wenn x passiert, kann ich y tun. Ihr trefft dazu feste Vereinbarungen.

Kindererziehung Regeln und Grenzen
Die Kombination von Vereinbarungen und Handlungsoptionen ist dein Schlüssel zum Erfolg.

Kritischer Kontext für Regeln und Grenzen in der Kindererziehung

Es gibt Ausgangslagen in denen Regeln und Grenzen ein großes Spannungsfeld bedeuten. Ich arbeite häufig mit Eltern von Wirbelsturmkindern: willensstark, gefühlsstark oder auch sehr bewegungsfreudig. Das bedeutet in meinem Fall häufige Berührungspunkte mit Kindern mit ADHS, hochbegabten Kindern und Highneed Kindern. Und diese Kinder bringen besondere Ausgangslagen mit, für die häufig auch besondere Lösungsansätze notwendig sind.

Ohne den konkreten individuellen Kontext ist eine pauschale Aussage hinsichtlich Regeln und Grenzen nicht möglich. Darin liegt auch die Limitation dieses Artikels: Ich kann dir hier im Blog Denkansätze geben. Ich bin jedoch keine Freundin einer gleichen Lösung für alle. Dieselbe Herausforderung kann bei zwei Familien ganz unterschiedlich gelöst werden.

Wenn du nach Wegen suchst, dein Zusammenleben mit deinem Kind zu entspannen, bin ich gerne für dich da. Vereinbare doch dein unverbindliches Erstgespräch! Ich freu mich auf dich.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps

Folgendes kann dir dabei helfen, Kindern Grenzen richtig zu setzen

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Regeln und Grenzen brauchen keine Gewalt und keine Härte.

Sie bedeuten sowieso schon Frust für Kinder und der darf liebevoll begleitet werden. Denn ja, es ist blöd, nicht noch ein Eis essen zu dürfen oder bis um 2 Uhr Nachts ausgehen zu können!

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Konsequenzen, Regeln, Grenzen und Strafen werden häufig miteinander vermischt:

Eine Regel: Jeder in unserer Familie darf ungestört sagen, was ihm wichtig ist!

Die Grenze: Ich möchte aussprechen, danach kannst du weiter erzählen.

Die Konsequenz: Ich konnte nicht fertig sprechen. Der Satz ist wichtig, daher fange ich nochmal an und es dauert dadurch länger.

Eine Strafe / Demütigung: Weil du mich nicht hast aussprechen lassen, lasse ich dich jetzt auch nicht aussprechen, dann weisst du mal, wie das ist!

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Weniger ist häufig mehr.

Auf Kinder prasseln am Tag unendlich viele Nein’s, Verbote und Zurechtweisungen ein. Teste mal vor dem Spiegel, wie es dir damit geht. Schaffe eine Ja-Umgebung. Das heisst nicht, dass du alles erlaubst. Es gilt allerdings zu schauen, wer gerade welche Bedürfnisse hat und wie diese priorisiert werden können. Häufig gibt es Wege, damit mehrere beteiligte Personen damit werden.

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Als Elternteil bist du kein Schiedsrichter.

Umso mehr du verbietest, anweist, vorgibst, umso mehr Abhängigkeit haben deine Kinder. Das kreiert zum einen Frust, zum anderen entwickeln sich dadurch nicht die benötigten Problemlösungsfähigkeiten der Kinder selbst. Leite dein Kind an und lass es seine eigenen Lösungen erarbeiten und ausprobieren. Das braucht Zeit und Begleitung, ist mittel- und langfristig gesehen jedoch deutlich weniger aufwändig, als jede Herausforderung abzunehmen.

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Wenn dein Kind etwas nicht möchte, setzt es eine Grenze!

Um zu gefallen (Eltern, Freunden, Lehrern) und durch Fremdbestimmung lernt es, seine Grenzen zu übergehen. Häufig auch weil es gedrängt wird:

„Ach, jetzt nimm doch die Oma in den Arm, sonst ist sie traurig!“

Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele
Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen für Missbrauch ist es, Kindern beizubringen und zu leben, dass ihr Nein zählt. Ebenso wie deines.
Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele
Häufig wird das Nein eines Kindes jedoch nicht ernst genommen, belächelt. Anzunehmen, dass die Bedürfnisse Erwachsener, ihre Entscheidungen oder Annahmen wichtiger sind als die eines Kindes, nennt man Adultismus. Adultismus kann man als Form der Diskriminierung (von Jüngeren) bezeichnen.
Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele
Wenn es eine Regel gibt, wird diese IMMER eingehalten. Regeln sind nicht verhandelbar, können aber sehr wohl gemeinsam in der Familie mit dem Partizipationsprinzip festgelegt werden.
Kindern Grenzen setzen übungen und Beispiele

Grenzen sind individuell.

Das ist mit einer der Gründe, warum es so schwierig sein kann, funktionierende Tipps von anderen Eltern zu bekommen. Am besten funktionieren Regeln und Grenzen, die auf Euch als Familie zugeschnitten sind. Das begleite ich ganz häufig in den Elterncoachings. Optimierte Regeln und Grenzen und der Umgang damit, sorgen sofort für Entlastung in der Familie.