Skip to main content
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern

Umgang mit ADHS Kindern

Tipps für Eltern

Wenn dein Kind ADHS hat, kommst du als Elternteil regelmäßig an deine Grenzen und höchstwahrscheinlich darüber hinaus. Das Kämpfen für dein Kind in Schule oder Kindergarten und das Ertragen der besonderen täglichen Herausforderungen fordern uns immer wieder viel ab. Deswegen findest du in diesem Artikel Tipps für Eltern zum Umgang mit ADHS Kindern.

In diesem Artikel findest du:

Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
ADHS Tips für Eltern: Wie erkläre ich meinem Kind die ADHS?
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Umgang: Wie Eltern die ADHS bei Kindern begleiten können.
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Was Auslastung für dein Kind bedeutet und wie sie aussehen kann!
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Ein spielerischer Ansatz für Rechenaufgaben und Lernstrategien.
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
ADHS bei Kindern: Umgang mit anderen – Wann, wie und wo macht es Sinn die ADHS zu thematisieren?
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS

Warum und wann sollte mein Kind die ADHS kennen?

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom erspüren sehr früh, dass sie irgendwie anders sind. Vor allem wenn sie Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen haben und immer wieder Konflikte mit Erwachsenen. Dies sind typische Symptome für ADHS-Kinder. Mehr dazu findest du im Artikel zu den Herausforderungen der ADHS bei Kindern.

Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Deswegen kann eine Diagnose, ein Name, hilfreich sein, um dieses Gefühl der Andersartigkeit zu benennen.
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Auch um darauf aufbauend Lösungsstrategien für eure Herausforderungen zu entwickeln.
Tipps für Eltern im Umgang mit ADHS Kindern
Und dafür kann man bereits im jungen Alter einen positiven Grundstein legen.

Die wichtigsten ADHS Tipps für Eltern sind jedoch nutzlos, je nachdem welches Bild du selbst jedoch von ADHS hast. Und auch wie du es deinem Kind erklärst, wird beeinflussen, ob eine positive Verknüpfung gelingen wird. Denn die Symptome der ADHS-Kinder sind für sie und uns gleichermaßen nicht leicht anzunehmen.

In manchen Ratgebern und Websites wird dazu geraten, dem Kind zu erklären ADHS sei eine Krankheit. Ähnlich wie Husten oder Schnupfen. „Du hast das halt einfach.“ Dieser Weg prägt aber auch dahingehend, dass das Gefühl vermittelt wird, daran könne man eh nichts ändern. Das vermittelt deinem Kind das Gefühl dieser „Krankheit“ ausgeliefert zu sein. Völlig kontraproduktiv, denn ADHS bei Kindern kann je nach Umgang damit, zumindest abgeschwächt zu werden.

ADHS ist keine Krankheit und ich tue mich auch schon mit der Benamung „Störung“ schwer. ADHS bedeutet ganz einfach, dass das Gehirn anders ist. Auch mit Vorteilen anders.

Tipps für Eltern mit ADHS Kindern – deine Haltung

Wir sprechen gleich über Erklärungsstrategien, die auch schon für sehr junge Kinder sinnvoll sein können. Der beste Name, die beste Beschreibung taugt aber nichts, wenn unausgesprochen die Botschaft mitschwingt, das ist jetzt einfach ein schöner Name für „das Problemkind“.

Dazu ein Beispiel. Ein mir seit Kindheit sehr nahestehendes Kind hatte den ADHS Typ der reinen Unaufmerksamkeit = intensiver Tagträumer. Er hat viel vergessen, verlegt und war gedanklich häufig in einer anderen Welt, mit tollen kreativen Geschichten. In der Familie „liebevoll“ der Schussel genannt.

„Der Schussel“, heute längst erwachsen, explodiert bei diesem Wort. Für ihn ist es das Sinnbild all seiner Herausforderungen und Schwierigkeiten. Ein Stempel, ein Makel. Obwohl „der Schussel“ all seine Herausforderungen gemeistert hat und mit beiden Beinen fest und sicher im Leben steht. Seine ADHS Erlebnisse haben ihn eben doch sehr geprägt.

Überlege dir also sehr gut, welche Worte du mit deinem Kind und in seinem Beisein wählst. Und das ist fast schon einer der wichtigsten Tipps für Eltern mit ADHS Kindern.

ADHS bei Kindern – Umgang mit Aufklärung zur ADHS

Du möchtest wissen, wie du deinem Kind oder deinen Kindern ADHS erklären kannst? 

Je nach Alter und Herausforderungen sind ganz unterschiedliche Erklärungsansätze hilfreich. Ich gebe dir 2 Beispiele.

Das erste Beispiel ist von Dr. Hallowell und Dr. Ratey. Sie haben beide selbst ADHS und forschen und behandeln auf diesem Gebiet in den USA. In der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen verwenden sie die Beschreibung:

„Ein Gehirn mit ADHS ist ein Rennauto mit Fahrradbremsen.“

Rennautos können sehr viel leisten, sie können Preise gewinnen, sie können in ganz unterschiedlichen Rennsportarten eingesetzt werden. Aber wenn nicht an den Bremsen gearbeitet wird, dann sind diese Möglichkeiten in weiter Ferne. Ein Auto, das bei voller Geschwindigkeit in eine Kurve oder gegen einen Baum rast, geht kaputt. Die Bremsen müssen in diesem Fall nicht „repariert“ werden, sondern sie brauchen Übung! Ähnlich wie ein Muskel, der trainiert wird. Das konkrete Training, um die Symptome der ADHS bei Kinderne zu reduzieren kann pro Kind unterschiedlich aussehen. Denn dafür spielen die Stärken und Interessen eine besondere Rolle.

Auch „kleinere“ Symptome der ADHS-Kinder können positiv besetzt werden.

Ein 7-jähriger Junge mit einem sehr hohen Mitteilungsbedürfnis hat starke Gedankensprünge. Er ist verunsichert, da er merkt, dass es anderen immer wieder schwerfällt, ihm zu folgen. Übrigens eines der typischen Symptome für ADHS-Kinder. Er fängt Sätze unter anderem immer wieder von vorne an, er stottert leicht in der Unsicherheit. Doch wie nennt man das – ohne es negativ zu werten?

Ein einfaches, für ihn passendes Wort „Wortsalat“, amüsiert ihn gerade genug, dass er verinnerlicht, dass es nichts schlimmes ist. Wenn der Wortsalat kommt, dann ist durchatmen angesagt. Den Satz nochmal ruhig von vorne starten, sich sortieren.

Dieses Vorgehen hat er mit etwas Unterstützung übrigens selbst entwickelt. Und das Wort „Wortsalat“ dürfen seine Eltern auch als Codewort für derartige Situationen verwenden, um ihn zur Ruhe aufzufordern. Und ihn an seine eigene Lösung dafür liebevoll zu erinnern. Der Umgang mit ADHS bei Kindern muss nicht durch Härte und Strafen geprägt sein, wie dieses Beispiel gut zeigt.

Bereits mit Vorschulkindern und Grundschulkindern lassen sich derartige Bilder passend auf das Kind zuschneiden. Und das schöne daran ist, auch weitere Trainingsansätze für andere ADHS Symptome können Kinder in diese Geschichten einbauen. Das ist für Eltern ohne Vorerfahrung nicht immer leicht, dabei unterstütze ich gerne.

Dein ADHS Kind bestmöglich begleiten

Tipps für Eltern mit ADHS Kindern beziehen sich auf diese 7 Faktoren. Ich erkläre dir diese gleich noch detaillierter:

Der Safe Space – sichere Zone und sichere Beziehungen

Routinen

Auslastung

Wutausbrüche und Wutanfälle bei Kindern

Lernstrategien

Therapie

Folgen von Gewalt in der Erziehung

Medikamente

Der Safe Space

Für dein Kind ist es sehr wichtig, einen „Safe Space“ zu haben.

Zum einen als Ort: hier bin ich zuhause und kann ICH sein. Wir Erwachsenen kennen es, nach einem anstrengenden Tag möchte man einfach in seine 4 Wände.
Zum anderen Safe Space in Beziehungen:  Nachweislich verstärkt eine negative Erziehung – mit Härte und Strafen – die Ausprägung der ADHS. Die elterliche positive Erziehung, Zuwendung und Verbindung ist übrigens eine wichtige Basis, um die Symptome zu mildern. Elterliche Kompetenzen, Stabilität durch sichere Rahmung sind auch wichtig in der Prävention für Folgekrankheiten. Das wird mehrfach in Studien belegt und in diversen Veröffentlichungen genannt (bswp. Kaiser, McBurnett und Pfiffner, 2011).

Hilfreich sind weitere Menschen, die dein Kind annehmen, wie es ist. Menschen, die anerkennen, dass ADHS vor allem für das Kind selbst eine Herausforderung ist.

Und die ihm Sicherheit und Unterstützung geben, den Umgang mit der ADHS auch in besonders herausfordernden Situationen erlernen zu dürfen. Ohne die ADHS als Ausrede zu verwenden „das Kind kann ja nicht anders, es ist halt so.“ Und ja richtig, dein Kind kann nichts dafür, und es darf dennoch begleitet lernen für sich stimmige Lösungswege zum Umgang mit der ADHS zu finden.

Exklusives Coaching für die ganze Familie

Klingt einfach, ist es aber nicht!

Denn im Alltag bringt vor allem uns Eltern das Verhalten, das andauernde Energielevel, die hohen Anforderungen an uns, die Sorgen mit Schule und anderen Institutionen, häufig an unsere Grenzen. Deswegen liegt ein großer Teil der Arbeit bei uns selbst. Wir sind für unsere Ausgeglichenheit verantwortlich, nicht unser Kind!

Wissen zum Umgang erlernen, ein Unterstützer Netzwerk aufbauen, für sich selbst ausreichend gut sorgen und vieles mehr liegt bei den Eltern. Deswegen wird im Zusammenhang mit der ADHS meist ein Elterntraining empfohlen und bewirkt nachweislich sehr gute Erfolge. Dafür bist du hier bei mir richtig.

Routinen für den Umgang mit ADHS Kindern

Routinen, Regeln und Grenzen sind bei Kindern mit ADHS gleichermaßen besonders schwierig aber auch besonders wichtig. Ich mache generell die Erfahrung, dass dabei weniger mehr ist. Also die richtigen Regeln und Grenzen für euch definieren, damit es eine sichere vorhandene Rahmung gibt. Aber gleichzeitig nicht so umfangreich, dass das Einhalten jeder Regel zu einem Konflikt wird.

Ich würde dir hier gerne ein Set an empfohlenen Regeln geben, kann ich aber nur bedingt: Denn in verschiedenen Familien sind verschiedene Regeln sinnvoll. Eben auch je nachdem welche Herausforderungen bestehen.

Wichtige Rollen spielen immer die Ernährung, denn Zucker und ADHS ist eine explosive Kombi und auch Screentime. Denn zum einen das Licht, möglicherweise auch die Strahlung und auch die Reize diverser Medien sind mit ADHS eine wirkliche Herausforderung. Sind sie ja schon ohne ADHS bei Kindern.

Für Routinen ist es wichtig zu wissen, was braucht das Kind besonders und was braucht selbstverständlich auch der Rest der Familie. In die Routinen fließen häufig Bewegung, bzw. die Auslastung und mögliche Lernstrategien mit ein.

40% der Eltern leiden selbst unter ADHS (Krause & Krause 2013), demnach kann es auch ihnen schwer fallen dem Kind die benötigte Struktur zu geben. Bei Erwachsenen sind jedoch die Symptome völlig anders als bei Kindern. Mehr dazu liest du im Artikel zu ADHS bei Erwachsenen. (Link folgt) Es ist nicht selten, dass Erwachsene ihr eigenes ADHS erkennen, wenn sie sich mit der ADHS ihrer Kinder beschäftigen.

Kinder mit ADHS „auslasten“ 

Nicht nur für Kinder mit Hyperaktivität ist Sport wichtig, um ihren Bewegungsdrang zu stillen. Der Botenstoff Dopamin ist stark an den Aufmerksamkeitsstörungen beteiligt. Menschen mit ADHS haben quasi weniger Dopamin. Sport jedoch setzt unter anderem Dopamin frei und die gesteigerte Herzfrequenz regt auch weitere Hirnareale an, aktiver zu werden. Bereits 20-30 Minuten moderate Bewegung reichen aus, um die Aufmerksamkeit deutlich zu steigern.

Der Schulweg kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Selbst wenn der Schulweg zu lang ist, um die Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Zum Beispiel ein letzter Teil der Strecke könnte gegangen werden. Kinder lernen durch ihr verbessertes Gefühl durchaus, diese Strategien anzuwenden. Selbstverständlich gibt es auch weitere Möglichkeiten.

Ihr könnt bspw. bei Hindernisparcoursen und Gleichgewichtsübungen die Aufmerksamkeit spielerisch trainieren. Yoga hat in Untersuchungen gezeigt, dass es bei ADHS Kindern die Reaktionszeit und Qualität der Antworten verbessert. Auch wenn sich Yoga häufig nach etwas „für Erwachsene“ anfühlt, gibt es großartige Kinderprogramme auch für Kleinkinder, die sich zuhause umsetzen lassen.

Lernstrategien

Viele Eltern wünschen sich Tipps mit ADHS Kindern in Bezug auf Schule und Lernen. Für die Lernstrategien ist bspw. das Einbinden von Bewegung ein wichtiges Erfolgskriterium. Und auch das Nutzen von sinnvollen Zeitfenstern. Für Kinder, die sich zurückziehen, in eine abwehrende oder verweigernde Haltung gehen, bspw. für die Hausaufgaben, können spielerische Ansätze gut funktionieren. Insbesondere bei kleineren Kindern.

Dazu ein Beispiel:

Dein Kind tut sich nach der Schule schwer, Rechenaufgaben zu lösen. Ein spielerischer Ansatz kann sein, mit Kreide draußen oder mit markierten Pappkartons drinnen Zahlen gut sichtbar, aber im Abstand verteilt auf dem Boden zu platzieren. Eine Stoppuhr ist häufig eine super Motivation. Dein Kind soll zur 3, dann plus 2 rechnen und wieder zurück zum Start. Erstmal so einfach, dass es nur Spaß macht. Wenn der Schwierigkeitsgrad steigt, ist es wichtig, schwere Aufgaben nicht lange durchzuführen. Immer aufhören, wenn es gerade richtig gut läuft! Das fördert das Erfolgsgefühl und das Selbstbewusstsein selbst mit weniger Dopaminausschüttung. Ein ähnlicher Ansatz lässt sich für viele Übungen und Hausaufgaben kreieren.

Bei Kindern mit ADHS spielt Lob und Belohnung übrigens eine besondere Rolle, weil ihr eigenes Belohnungssystem nicht so gut funktioniert. Dabei ist es wichtig, nicht einfach „toll gemacht“ zu sagen. Sondern den Prozess zur Leistung in den Vordergrund zu stellen. „Ich sehe du hast dich dafür sehr angestrengt, und auch weiter geübt, als es schwierig wurde. Das finde ich super.“

ADHS Therapie

Die Wahl der Therapie für Kinder mit ADHS hängt immer mit dem Schweregrad und den individuellen Herausforderungen zusammen. Prinzipiell spielen die 6 bereits angesprochenen Themen inklusive Routinen, Bewegung und Elterntraining bzw. Elternverhalten immer eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus kann eine Verhaltenstherapie für dein Kind wichtig sein.

Als ich das erste Mal von der Reflexintegrationstherapie (RIT) hörte, hat es sich für mich nach Hokuspokus angehört. Ich höre jedoch immer häufiger, dass die RIT Verbesserungen der ADHS Symptome mit sich bringen kann. Meist wird diese Therapie von einem oder einer spezialisierten ErgotherapeutIn durchgeführt. Die RIT ist jedoch kein Schnellschuss und wird mehrere Monate und fast tägliche Übungen in Anspruch nehmen.

Begleitend treten bei der ADHS häufig Leserechtschreibschwächen auf. Dazu kann es hilfreich bzw. notwendig sein visuelle und auditive Wahrnehmungsstörungen abklären zu lassen und diese ebenfalls zu therapieren.

Medikamente oder nicht?

ADHS bei Kindern und Umgang mit Medikamenten ist eine besonders schwierige Entscheidung. Man kann pauschal nicht sagen, dass ADHS Medikamente richtig oder falsch sind. Ich verstehe jedes Elternteil, das sich mit der Entscheidung schwertut. An dieser Stelle möchte ich auch nicht in die Arten und Wirkung der Medikamente einsteigen, denn dafür braucht man Spezialisten und eine sehr gute Überwachung der Dosierung.

Ich möchte hier jedoch darauf aufmerksam machen, dass das absolute Verweigern oder Verteufeln von Medikamenten niemandem etwas hilft. Wenn Eltern und Kinder alle Möglichkeiten getestet haben, oder diese nicht ausreichend wirksam sind, dann kann die ADHS ein großes Risiko für Kinder bedeuten.

Wahrscheinlich würde kein Elternteil bei einer physischen, bedrohlichen Erkrankung auf Medikamente verzichten. Deswegen gibt es hier kein richtig oder falsch, sondern nur individuelle Abwägungen zum Wohl des Kindes.

Wann, wie und wo adressiere ich die ADHS meines Kindes?

Die Diagnose der ADHS wird unter anderem erst gestellt, wenn Probleme im Zusammenhang mit dem Verhalten in unterschiedlichen Systemen (Zuhause, in der Schule, im Kindergarten, bei Freunden etc.) schon mindestens 6 Monate lang bestehen. Das heißt demnach aber auch, dass Probleme existieren, die dem Umfeld in gewissem Maße bekannt sind.

Häufig sind es ErzieherInnen und LehrerInnen, die die Abklärung der ADHS anstoßen. Allerdings bedeutet die stehende Diagnose ja erstmal keine Veränderung des Verhaltens. Denn dies ist ein längerer und andauernder, gemeinsamer Weg.

Die ADHS Diagnose kann immer ein Negativstempel sein. Denn es bestehen viele Vorurteile gegenüber der ADHS und häufig wenig konkrete positive Vorerfahrungen oder Wissen um Strategien im Umgang. Das trifft leider auch auf viele ErzieherInnen und PädagogInnen zu, aber sicher nicht alle.

Deswegen ist auch die Frage, wen kann ich in positive Herangehensweisen einbinden und wen eher nicht. Welche Möglichkeiten und Offenheiten seitens der Schule gibt es, sich auf eine Beratung einzulassen? PädagogInnen befürchten neben ihrer sehr hohen Belastung einen zusätzlichen Aufwand eines individuellen Konzeptes, lassen jedoch gelegentlich außer Acht, dass dieser Aufwand ohne Konzept definitiv auch – und im Zweifel ohne passenden Umgang intensiver – bestehen wird.

Und schlussendlich ist die Frage, auf was legt man den Fokus. Überall wo möglich, ist ein Stärken-fokussierter Blick sinnvoll. Das heisst, was kann mein Kind gut, und wie kann das genutzt werden, um die Fahrradbremsen des Rennautos zu trainieren. Denn auch hier ist die Haltung hinter der Kommunikation das A und O.

Der Ausblick

ADHS verändert sich mit der Zeit. Kann in verschiedenen Lebensphasen ganz unterschiedlich intensiv auftreten. Erwachsenen mit ADHS ist sehr geholfen, wenn sie im Kindesalter für sich selbst gelernt haben für sich wirksame Umgangsstrategien zu erkennen und einzusetzen. Das ist also jetzt und ab heute bereits wichtig für dein Kind.

Viele heutige Erwachsene mit ADHS haben jedoch erst im Erwachsenenalter von ihrer ADHS erfahren und hatten keine Begleitung in der Erlernung im Umgang. Das sind häufig auch die Erwachsenen die mit „negativen“ Lebensläufen auffallen.

Was jedoch auch auffällt: es gibt viele sehr erfolgreiche Menschen mit ADHS. Die ihre Gabe zur außergewöhnlich kreativen Problemlösung nutzen. Ihr häufig stark ausgeprägtes Charisma einsetzen und im Vertrieb, als UnternehmerIn oder als KünstlerIn herausragende Leistung erbringen.

Tipps für Eltern mit ADHS Kindern: Haltet unbedingt das Positive im Blick! Dass man mit ADHS erfolgreich und zufrieden sein kann. Dass dafür „nur“ Lernprozesse und Training notwendig sind, um mit der ADHS umzugehen. Das ist der beste Motivator gemeinsam schwierige Zeiten zu überstehen.

Was habe ich, Marina, mit ADHS zu tun?

Ich bin selbst in einer Wirbelsturmfamilie aufgewachsen. Ich habe von Kindheit an erlebt, was ADHS für Kinder, Geschwister, Eltern zuhause, in der Schule und Arbeit bedeuten können. Die Belastungen und auch die ungewöhnlichen Werdegänge.

Ich selbst bin ein Wirbelsturm und habe das auch an meine Kinder vererbt. Mit Wirbelsturm beziehe ich mich nicht ausschließlich auf ADHS. Darunter verstehe ich auch die „schwierigen“ Aspekte der Hochbegabung und High Need bzw. Hochsensibilität. Denn in diesen Themenbereichen gibt es sehr große Schnittmengen aber auch feine Unterschiede. Dazu findest du hier im Blog noch viele weitere Artikel.

Du suchst nach Lösungen für deine konkreten Herausforderungen mit deinem Kind? Wenn du dabei individuell begleitet werden möchtest, bist du hier genau richtig. Dafür bin ich explizit ausgebildet. Ich helfe dir gerne, passende Antworten auf deine Fragen zu finden!

Vereinbare dazu einfach ein unverbindliches Erstgespräch. Ich bin für dich da! Gemeinsam besprechen wir deine Wünsche und wie ich dich dabei unterstützen könnte.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps

Meine Tipps für Eltern

Dein Coaching Angebot

ADHS bei deinen Kindern

ist von Geburt an körperlich bei deinen Kindern vorhanden. Sie entsteht nicht durch deine Erziehung, ein Vorurteil was leider weit verbreitet ist. Dennoch hast du mit deiner Erziehung und vor allem Beziehung zu deinem Kind erhebliche Auswirkungen auf die ADHS. Du kannst die ADHS Symptome bei Kindern unbewusst verstärken oder bewusst reduzieren.

Dein Coaching Angebot

ADHS Symptome reduzieren

Dafür gibt es 6 Parameter, die eine wichtige Rolle spielen: der Safe Space – ein sicherer Ort, wo dein Kind es selbst sein kann. Noch wichtiger sind sichere Beziehungen, wo dein Kind so angenommen wird, wie es ist. Vor allem auch die Beziehung zu dir. Routinen, darunter fallen auch Regeln und Grenzen, die deinem Kind eine wichtige Struktur geben. Auslastung hilft bei der Konzentration und reduziert Langeweile. Lernstrategien kennenlernen. Therapiemöglichkeiten nutzen und die Entscheidung für oder gegen Medikamente bestmöglich treffen können.

Quellen

Bundesgesundheits Ministerium (2023) Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Dr E.M. Hallowell, Dr J.J. Ratey (2022) ADHS ist kein Makel.

Kaiser, N. M., McBurnett, K., & Pfiffner, L. J. (2011). Child ADHD severity and positive and negative parenting as predictors of child social functioning: Evaluation of three theoretical models. Journal of Attention Disorders, 15, 193-203.

Krause, J., & Krause, K.-H. (2013). ADHS im Erwachsenenalter: Symptome-
Differenzialdiagnose-Therapie: Schattauer Verlag.

Philipsen A, Döpfner M (2020): ADHS im Übergang in das Erwachsenenalter: Prävalenz, Symptomatik, Risiken und Versorgung. . Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 63. 10.1007/s00103-020-03175-y.

Auf dem Publikationsserver des Robert Koch Instituts findest du noch mehr Veröffentlichungen, bspw. von Schlack, Hölling, Kurt und Russ (2007) zum Auftreten von ADHS und auch die KIGGS Reports, die den Status der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzeigen.