Unbewusstes Masking
Du lächelst, du nickst, du hältst durch – und merkst oft erst spät, was es dich kostet
Du bist erfolgreich, reflektiert, leistungsfähig – und trotzdem müde auf eine Weise, die sich kaum erklären lässt. Nicht erschöpft vom Tun, sondern vom ständigen inneren Anpassen. Du überlegst, wie du wirkst, was erwartet wird, wann du dich besser zurücknimmst. Viele nennen das Professionalität, oft ist es unbewusstes Masking. Ein soziale Anpassung oder leise Form der Selbstregulation, die nach außen souverän wirkt, innerlich aber zunehmend Abstand zu dir selbst schafft. Häufig sind es Frauen, die maskieren, ohne es zu merken.
In diesem Artikel erfährst du:
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Empowerment Coaching mit Marina
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Was ist Masking überhaupt?
Masking bedeutet soziale Anpassung und beschreibt das bewusste oder unbewusste Verbergen eigener Merkmale, um sich an gesellschaftliche Erwartungen anzupassen, dazuzugehören und nicht aufzufallen. Menschen unterdrücken dabei eigene Bedürfnisse oder Eigenschaften, um leistungsfähig, angepasst oder „normal“ zu wirken – häufig über längere Zeit und mit hohem Energieaufwand.
Unbewusstes Masking bezeichnet das automatische Anpassen von Verhalten, Emotionen oder Ausdruck, ohne bewusste Entscheidung. Viele lernen früh, welche Seiten von ihnen erwünscht sind und welche besser verborgen bleiben. Gestik und Mimik wird zum Beispiel nachgeahmt, Small Talk erzwungen oder Situationen ertragen. Infolge führt das Maskieren zu einer erheblichen psychischen Belastung.
Warum der Begriff Masking heute weiter gedacht wird
In der Psychologie wird der Begriff Masking als soziale Anpassungs- und Bewältigungsstrategie verstanden und stammt ursprünglich aus der Autismusforschung. Er wurde geprägt, um zu beschreiben, wie autistische Menschen lernen, neurotypisches Verhalten zu übernehmen, um sozial akzeptiert zu werden.
Heute wird Masking jedoch deutlich weiter gefasst. Denn Maskieren als soziale Anpassung – besonders unbewusstes betrifft nicht nur neurodivergente Gruppen. Aktuelle Studien (z. B. Hull et al., 2022; Livingston et al., 2023; Schuck et al., 2024) zeigen, dass Masking auch bei Personen mit ADHS, Hochsensibilität oder sozialen Ängsten vorkommt – und sogar bei neurotypischen Menschen.
Entscheidend ist dabei weniger die Diagnose als der Kontext: Masking entsteht überall dort, wo Zugehörigkeit, Leistungsfähigkeit oder Anpassung wichtiger erscheinen als Authentizität. In solchen Umfeldern wird Masking zu einer verbreiteten, oft unbewussten Strategie – mit langfristigen Folgen für das innere Erleben.
Typische Anzeichen von unbewusstem Masking
Unbewusstes Masking fühlt sich selten wie Verstellen an. Es wirkt vielmehr wie ein innerer Autopilot: angepasst, kontrolliert, funktional. Viele Menschen merken nicht, dass sie maskieren. Genau das macht so wichtig, typische Anzeichen zu erkennen.
Automatisches Regulieren
von Verhalten, Tonfall oder Emotionen
Wenn Erwartungen mitlaufen
Starkes inneres Mitdenken sozialer Erwartungen
Souverän nach außen – müde nach innen
Souveränes Auftreten nach außen bei gleichzeitiger innerer Erschöpfung
Hohes Bedürfnis nach Rückzug
und längere Erholungsphasen, um sich wieder „bei sich“ zu fühlen
Wenn Erfolg sich nicht erfüllt anfühlt
Diffuse Unzufriedenheit trotz objektivem Erfolg
Innerlich nicht ganz verankert
Das Gefühl, selten ganz authentisch zu sein – ohne klar benennen zu können, warum
Gesellschaftlich werden diese Muster häufig als Professionalität, Anpassungsfähigkeit oder emotionale Reife interpretiert. Gerade deshalb bleibt unbewusstes Masking auch für Betroffene selbst lange unerkannt.
Vom Schutzmechanismus zur Belastung
Was Masking in der Psychologie zur Herausforderung macht, ist weniger das Verhalten selbst, sondern der Moment, in dem es nicht mehr bewusst geschieht. Unbewusstes Masking läuft automatisch ab – ohne innere Entscheidung, ohne klares „Ich verstelle mich gerade“. Genau hier wird Masking problematisch – nicht als Strategie, sondern als Dauerzustand.
Maskieren hilft kurzfristig um Akzeptanz und Sicherheit zu finden – langfristig führt sie jedoch zu innerer Erschöpfung, Selbstentfremdung und einem brüchigen Selbstwertgefühl. Das Kernproblem von Masking ist, dass man zwar möglicherweise gemocht wird – aber nicht für das, was man wirklich ist. Und dass es verdammt anstrengend ist sich ständig zu verstellen.
Wenn du herausfinden möchtest, wie authentisch du bist, oder ob du dich vielleicht schon längst zu stark anpasst, dann mach hier den Masking Selbsttest.
Typische Situationen, in denen unbewusstes Masking entsteht
Unbewusstes Masking entwickelt sich häufig dort, wo Anpassung über längere Zeit notwendig erscheint:
Im Berufsalltag
mit hohem Leistungs- oder Erwartungsdruck
In sozialen Kontexten
in denen „funktionieren“ wichtiger ist als Echtheit
Bei hoher innerer Reizverarbeitung
Zum Beispiel bei Menschen mit ADHS und Hochsensibilität
Infolge früher Prägung
Besonders häufig bei Frauen, die früh gelernt haben, belastbar, freundlich und souverän zu wirken
Das Maskieren geschieht nicht aus Täuschung, sondern aus einem tief verankerten Bedürfnis nach Sicherheit, Zugehörigkeit oder Anerkennung. Dieses Bedürfnis entsteht nicht im luftleeren Raum. Es wird geprägt durch Erwartungen, unausgesprochene Regeln und Rollenbilder, die früh vermitteln, welches Verhalten als passend, angenehm oder leistungsfähig gilt.
Langfristige Folgen von dauerhaftem unbewusstem Masking
Masking und unbewusstes Masking ist in der Psychologie mittlerweile sehr gut untersucht. Kurzfristig hilft es, ins Bild zu passen und leistungsfähig zu bleiben. Langfristig jedoch entsteht durch eine dauerhafte soziale Anpassung eine wachsende innere Distanz zu den eigenen Bedürfnissen und Grenzen.
Wahrgenommen wird dabei eine Entfremdung vom eigenen Selbst, emotionaler Erschöpfung und einem ständigen Gefühl der Unsicherheit (Hull et al., 2022). Die Studie von Livingston et al. zeigt (2023): Je stärker Menschen maskieren, desto höher sind Angst- und Depressionswerte, desto geringer ihr Selbstwertgefühl und desto stärker das Gefühl der Identitätsverfremdung.
Auch in der Allgemeinbevölkerung (Schuck et al., 2024) korreliert Masking mit erhöhter innerer Anspannung, Schlafstörungen und einem Gefühl chronischer Erschöpfung. Viele Betroffene beschreiben, sie hätten „verlernt, wer sie sind, wenn niemand zusieht“. Das bedeutet du kannst nicht authentisch leben, wenn du dich ständig selbst in Frage stellst.
Folgen von unbewussten Masking werden häufig auch körperlich spürbar:
Erschöpfung oder Spannung
Ein „sozialer Kater“ nach sozialen Interaktionen
Stabil nach außen – innerlich immer schwerer
Chronische Erschöpfung und zunehmende Selbstzweifel trotz äußerer Stabilität
Körperliche Stressreaktionen
wie beispielsweise Kopfschmerzen, Verspannungen oder Bauchbeschwerden – ohne klare Ursache
Wenn Gefühl auf Abstand geht
Ein Gefühl von innerer Taubheit oder „Abschalten“
Wenn Emotionen kippen
Erhöhte Reizbarkeit oder plötzliche emotionale Zusammenbrüche
Unbewusstes Masking wird damit zu einer stillen Belastung – kaum sichtbar, aber deutlich spürbar. Wichtig dabei ist jedoch, sich bewusst zu machen, dass soziale Anpassung kein persönliches Scheitern ist. Vielmehr ist es ein intelligenter Mechanismus, der in bestimmten Lebensphasen sinnvoll war.
Warum unbewusstes Masking besonders Frauen betrifft
Unbewusstes Masking entsteht nicht nur aus individueller Anpassung, sondern aus früher Prägung – aus einer Psychologie des Mitdenkens und Funktionierens. Frauen lernen häufig sehr früh, Erwartungen mitzudenken: aufmerksam zu sein, zu vermitteln, zu regulieren, zu funktionieren. Nicht auffallen, nicht zu viel sein, nicht stören – auch, wenn sie sich dabei selbst verlieren.
Dieses Verhalten wird gesellschaftlich oft positiv bewertet: als soziale Kompetenz, emotionale Intelligenz oder Belastbarkeit. Dass es dabei häufig auf Kosten der eigenen Bedürfnisse geht, bleibt lange unsichtbar und vor allem als Problem unterbewertet. Dadurch wächst dadurch häufig das Gefühl, eine Mogelpackung zu sein. Dieses Phänomen trifft nicht nur als Folge von Masking auf, und wird in der Psychologie als Imposter oder Hochstapler Syndrom bezeichnet.
Besonders relevant wird dauerhafte soziale Anpassung dieser Zusammenhang bei Frauen mit ADHS. So entsteht eine doppelte Anpassung: gesellschaftliche Rollenerwartungen treffen auf neurodivergente Wahrnehmung. Studien (z. B. Livingston et al., 2023) zeigen, dass Frauen mit ADHS häufiger maskieren und dadurch später diagnostiziert werden. Deshalb erfahren sie oft erst im Erwachsenenalter, dass ihre Erschöpfung, innere Unruhe oder Selbstzweifel nicht Ausdruck persönlicher Schwäche sind, sondern das Ergebnis jahrelanger innerer Kompensation.
Auch bei Hochbegabung (Artikel speziell zu hochbegabten Frauen folgt in Kürze) ist ist Masking stark verbreitet. Zum Beispiel kaschieren sie Boreout, Unruhe, Impulsivität oder Vergesslichkeit mit Perfektionismus, übermäßiger Kontrolle oder Hilfsbereitschaft.
Empowerment – Wie du lernst, nicht mehr zu maskieren
Empowerment beginnt nicht damit, sich anders zu verhalten. Es beginnt damit, wahrzunehmen, was bisher automatisch lief. Unbewusstes Masking verliert seine Macht, wenn es bewusst wird – nicht um es sofort zu verändern, sondern um wieder Wahlmöglichkeiten zu haben.
Mein Empowerment Coaching setzt hier an. Hier entsteht Raum für Selbstführung statt Selbstanpassung. Für Klarheit darüber, was dir wirklich entspricht. Und für die Entscheidung, dich nicht länger ausschließlich darüber zu definieren, was nach außen funktioniert. Nicht nur im Coaching mit beruflichem Kontext, sondern auch im privaten Bereich entsteht so echtes Selbstbewusstsein. Zahlreiche Kundenstimmen mit den verschiedensten Themen, wie ADHS oder Hochbegabung, bestätigen das.
Vielleicht ist jetzt ein guter Moment
Hull, L. et al. (2022) “Masking is life”: Experiences of masking in autistic and nonautistic people. Autism in Adulthood.
Livingston, L. A. et al. (2023) Autistic masking in relation to mental health, interpersonal trauma and identity. Autism Research.
Schuck, R. K. et al. (2024) Camouflaging, internalised stigma, and mental health in the general population. Frontiers in Psychology.
Empowerment Coaching
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, hat selbst ADHS und ist als Unternehmerin für Innovation ausgezeichnet.
Alle Coachiba Blogbeiträge sind selbst verfasst, regelmäßig aktualisiert und umfangreich recherchiert.



