Woher kommt Hochbegabung?
Ein Blick auf Ursachen, Anlagen – und Familien, in denen Köpfe unterschiedlich ticken
Wenn Eltern sich mit Hochbegabung beschäftigen, beginnt die Suche oft bei einer einfachen Frage: Woher kommt das eigentlich? Hinter dieser Frage steckt jedoch meist mehr als reines Interesse. Denn sobald ein Kind anders lernt, denkt oder reagiert, rücken automatisch auch familiäre Dynamiken in den Blick. Hochbegabung entsteht nicht zufällig. Sie hat Ursachen – genetische, entwicklungsbezogene und manchmal auch familiäre Muster, die sich über Generationen ziehen. Und genau dort entstehen die ersten Unsicherheiten: Was bedeutet das für das eigene Kind? Für Geschwister, die ganz anders ticken? Oder für eine Familie, in der Begabungen ungleich verteilt sind und das Gleichgewicht ab und zu ins Wanken gerät?
Dieser Beitrag gibt dir einen klaren Überblick darüber, woher Hochbegabung kommt – und zeigt, wie du dieses Wissen nutzen kannst, um dein Familienleben stabil, fair und wertschätzend zu gestalten.
Hier erfährst du:
Was ist bekannt über die Ursachen und Entwicklung von Hochbegabung?
Die Frage ist stark umstritten und man findet Studien und Aussagen, die jede der Theorien belegen. Im Groben besteht jedoch Einigkeit, dass sowohl die Vererbung als auch die Umwelteinflüsse mit der Entstehung der Hochbegabung zusammenhängen. In welcher prozentualen Auswirkung bleibt ungewiss.
Gentische Disposition als eine der Ursachen für Hochbegabung
Vieles deutet darauf hin, dass die Funktionsweise der neuronalen Netze anders ist und diese außerdem stärker erregbar sind.
Somit sind das bereits angeborene Faktoren. Wenn Kinder mit dieser Ausgangslage in ihrer Umgebung viel Stimulation erfahren, können sich besonders vielfältig vernetzte Strukturen bilden und dadurch besondere Leistungen ermöglichen.
Dr. Jürgen vom Scheidt, Diplompsychologe, wertete 2004 zahlreiche Studien aus:
“Das Gehirn von Hochbegabten kann Informationen unter anderem schneller und komplexer verarbeiten.”
Das kann möglicherweise auch auf Sinnesreize und emotionale Reize zutreffen.
Man könnte daraus schließen, dass höher begabte Kinder mit möglichst vielen Informationen gefüttert werden müssen. Das ist jedoch so nicht richtig. Es ist wichtig, dass die Informationen geordnet, regelmäßig und mit genug Ruhepausen vermittelt werden.
Am besten lernen hochbegabte Kinder selbstbestimmt und daher mit selbst gewählten Inhalten. Das ist der beste Schutz vor Overload und Unterforderung. Dasselbe gilt es für außerschulische Förderung, aber ebenso Sport- und Freizeitprogramme für alle Kinder zu bedenken.
Woher kommt Hochbegabung – Umwelteinflüsse als eine der Ursachen
Eine genetisch bedingte Veranlagung zur Hochbegabung bedeutet nicht zwingend, dass sich eine erhöhte Intelligenz oder eine Hochbegabung ausbilden muss. Verschiedene Umwelteinflüsse wirken als Ursachen für Hochbegabung sowohl positiv als auch negativ. Einige Forscher sagen, dass der Einfluss des sozialen Umfeldes – zumindest in jungem Alter – weitaus größer ist als der Einfluss genetischer Faktoren.
Leider kann eine in früher Kindheit diagnostizierte Hochbegabung durchaus wieder verloren gehen, wenn keine adäquate „Förderung“ erfolgt. In einer Studie wurde ermittelt, dass 15 % der ursprünglich als hochbegabt eingestuften Kinder nach einem Zeitraum von 6 Jahren dieses Ergebnis nicht erneut erzielen konnten.
Dr. Arnold und Prof. Franzis Preckel beschreiben in ihrem Buch “Hochbegabte Kinder klug begleiten”: Bei Kindern und jüngeren Jugendlichen wird der Umwelt für die Ursachen Hochbegabung ein hoher Einfluss zugeschrieben, der im Lauf der Entwicklung immer weiter zurücktritt. Im späten Jugendalter und frühen Erwachsenenalter haben dann die erblichen Anlagen wieder einen stärkeren Einfluss. Nämlich sobald wir uns Umfelder aussuchen oder schaffen, die zu uns passen.
Woher kommt Hochbegabung? Einfluss der Eltern
Einer der wichtigsten förderlichen Faktoren in der frühen Kindheit ist die Kommunikation!
„Physiologische Bedürfnisse und Bedürfnisse nach Sicherheit, Liebe und Anerkennung müssen erfüllt sein, bevor eine Förderung stattfinden kann…“ (Wild, Hofer & Pekrun, 2006). Und dafür sind in großem Maße die Eltern zuständig.
Hochbegabung Ursachen: sind also Genetik, Kommunikation und Reize die beeinflussen, wie neuronale Verknüpfungen entstehen. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Erziehung einen erheblichen Enfluss hat.
In Familien mit starken Beziehungen, wo Kinder ohne Härte lernen, gesetzte Grenzen zu respektieren, verbessern sich die IQ-Werte.
Eine wesentliche Rolle dabei spielen viel elterliche Wärme, hohe Anteilnahme und das Interesse der Eltern am Leben und vor allem Fühlen der Kinder. Ein weiteres Merkmal ist der Stellenwert der sprachlichen Kommunikation (Freeman, 2000 und Perleth, 2006). Der Fokus auf eine bejahende Umgebung statt einer Forderung nach Gehorsam ist essenziell.
Denn das hat maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Unterbewusstseins und beispielsweise des Selbstwertgefühls. Beides kann Leistung erheblich behindern oder unterstützen.
Damit aus Begabung auch Leistung wird …
Persönlichkeit
Zur Leistungsentwicklung gehören außerdem persönliche Faktoren wie Neugier, Motivation, Resilienz, Konzentration und Durchhaltevermögen.
Dies sind persönliche Faktoren, die durch ein stimulierendes Umfeld begünstigt werden. Ich berate viele hochbegabte Erwachsene im Berufs Kontext, die das erst mühsam wieder erlenen. Warum? Als Hochbegabte erfahren wir häufig Unsicherheit:
Sicherheit versus Unsicherheit
Kein Begabter ist in allen Bereichen überdurchschnittlich begabt. Manche Dinge kannst du besonders gut, andere, insbesondere “vermeintlich leichte” Routineaufgaben wiederstreben dir aber möglicherweise komplett und du machst dadurch Flüchtigkeitsfehler. Das löst Unsicherheit aus, wenn du diesen Zusammenhang nicht kennst! Ich kenne und berate viele Hochbegabte die sich selbst nicht für begabt halten. Und genau das hemmt dein Potential.
Du suchst Hilfe?
Wild, Hofer & Pekrun, 2006: Psychologie des Lernens.
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, Unternehmerin und zweifache Mama.



