ADHS bei Kindern
Wie sich ADHS Symptome im Alltag zeigen – und was wirklich dahinter steckt
Du vermutest, dass dein Kind ADHS haben könnte – oder die Diagnose steht vielleicht schon fest? Dann weißt du, wie viel Wirbel, Unsicherheit und manchmal auch Überforderung damit verbunden sein können. Zwischen Schule, Hausaufgaben und Familienalltag fühlt sich vieles plötzlich anstrengender an, als es sein sollte. Doch ADHS bei Kindern bedeutet nicht, dass „etwas nicht stimmt“. Es zeigt die Welt einfach auf seine eigene, oft intensivere Weise. Hier erfährst du alles über typische Symptome, woran du Kinder mit ADHS erkennst – und warum Verständnis und Wissen deine besten Begleiter sind.
In diesem Artikel geht es um:
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Wie zeigt sich ADHS bei Kindern?
ADHS bei Kindern zeigt sich je nach Typ unterschiedlich, entweder durch viel Energie, spontane Impulse und oder eine schnelle Ablenkbarkeit. Hyperaktive Kinder denken und handeln oft schneller, als Eltern reagieren können – Konzentration fällt schwer, Stillsitzen erst recht. Hinter all dem steckt kein Trotz, sondern ein Gehirn, das auf Hochtouren läuft.
Symptome der ADHS bei Kindern sind nicht immer gleich. Die ADHS Typen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität können alleine oder in Kombi auftreten. Das führt zu großen Unterschieden der Symptome. Häufig werden “nur” unaufmerksame Kinder – besonders Mädchen – nicht als ADHS Betroffene erkannt.
Diese ADHS Basics solltest du kennen
ADHS ist mehr als eine kurze Phase. Wichtig ist, dass die Herausforderungen seit mindestens 6 Monaten oder seit dem Schulalter bestehen – also nicht nur durch vorübergehenden Frust oder einen altersbedingten Entwicklungsschub entstehen. Außerdem zeigen sie sich nicht nur zuhause, sondern auch in anderen Situationen und verursachen dauerhaft spürbare Schwierigkeiten im Alltag.
Wichtige Zusammenhänge:
Ein ADHS Gehirn funktioniert anders.
Nicht schlechter, sondern anders. Das hat neben negativen Effekten, tatsächlich auch positive Effekte!
Umweltreize wirken bei ADHS stärker
Dein Kind wird jedoch von jedem Reiz aus der Umwelt abgelenkt. Oh, da ein Rascheln, hier ein Licht, dort ein Spielzeug. Es nimmt dadurch nicht zu wenig wahr, sondern viel zu viel wahr.
ADHS betrifft auch das Selbstbild deines Kindes
Das ist vor allem auch für dein Kind anstrengend und schwer zu ertragen. Denn es nimmt bereits sehr früh wahr, dass es anders ist als andere. Es versteht dabei selbst nicht, warum ihm manche Dinge so schwer fallen.
Wann erkennt man ADHS bei Kindern?
ADHS bei Kindern wird im Vorschul- oder meist frühen Schulalter erkennbar, wenn Anforderungen an Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle steigen. Auffällig sind dann einzelnd oder kombiniert anhaltende Unruhe, Ablenkbarkeit und impulsives Verhalten, die deutlich stärker ausgeprägt sind als bei gleichaltrigen Kindern.
In diesem Zusammenhang kursieren viele Missverständnisse.Beispielsweise, dass ADHS bei Kindern durch falsche Erziehung entsteht. Durch eine falsche Erziehung entsteht ADHS mit Sicherheit nicht.
Woher kommt ADHS bei Kindern?
ADHS wird meist vererbt. ADHS bei Kindern entsteht durch ein Zusammenspiel von genetischen, neurobiologischen und umweltbedingten Faktoren. Studien zeigen, dass Veranlagung und Unterschiede in der Reizverarbeitung des Gehirns eine große Rolle spielen. Stress, Schlafmangel oder belastende Umgebungen können die Symptome zusätzlich verstärken.
Ob und wie stark sich die ADHS Symptome der Kinder ausprägen, hängt jedoch mit einigen Faktoren zusammen:
Ein schwieriger Start ins Leben kann eine Rolle spielen
Eine Frühgeburt, geringes Geburtsgewicht oder Sauerstoffmangel können mit einem erhöhten Risiko für ADHS-Symptome zusammenhängen.
Frühe Regulationsprobleme können ein Hinweis sein
Bei „Schreibabys“ mit Regulationsstörungen – viel Schreien, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme, Verdauung und Schlafproblemen – tritt ADHS wahrscheinlicher auf .1
Erziehung ist nicht die Ursache – aber ein wichtiger Einflussfaktor
ADHS entsteht nicht durch „falsche Erziehung“. Gleichzeitig kann ein belastender Umgang im Alltag Symptome verstärken. Bedürfnisorientierung, ein unterstützendes, klares und verlässliches Umfeld kann deinem Kind dagegen helfen, besser mit den Herausforderungen umzugehen.
ADHS Symptome früh erkennen
Eine ADHS Diagnose kann theoretisch ab 3 Jahren gestellt werden – viel üblicher ist jedoch das Schulalter. Denn es ist völlig normal, dass vor allem junge Kindergartenkinder unruhig, zappelig, ungeduldig und leicht abzulenken sind. Oder Konflikte impulsiv lösen.
Die WHO führt sogar aus, dass jeder in seinem Leben ein bis zwei Mal die komplette Symptomatik zeitlich begrenzt aufzeigen kann, ohne dass es wirklich ADHS ist.
Bei Kleinkindern mit Aufmerksamkeitsstörung ohne Symptome von Impulsivität oder Hyperaktivität, erkennt man ADHS quasi gar nicht – denn diese Kinder stören nicht. ADHS wird am ehesten vermutet, sobald störendes Verhalten vorliegt.
ADHS früh zu erkennen ist wichtig, weil Kinder so rechtzeitig passende Unterstützung erhalten können – zu Hause, in der Schule und im sozialen Umfeld. Je früher Eltern und Fachleute verstehen, was hinter dem Verhalten steckt, desto besser lassen sich Überforderung, Frust und negative Selbstbilder vermeiden.
So zeigt sich Unaufmerksamkeit
Kaum angefangen – schon woanders
ADHS-Kinder werden sehr schnell abgelenkt. Und tun sich schwer zu zuhören.
Details? Oft übersehen
Sie machen häufiger Flüchtigkeitsfehler oder übersehen wichtige Einzelheiten.
Durchhalten? Gar nicht so einfach
Angefangene Spiele werden nicht zu Ende gebracht. Vor allem wenn diese Planung und Durchhaltevermögen erfordern.
Verträumt, langsam, trödelig
Manche Kinder wirken abwesend, brauchen lange oder kommen schwer ins Tun.
Den Faden verlieren
Mehrere Aufgaben hintereinander abzuarbeiten ist ohne Erinnerungen und Ermahnung schwierig.
Schon wieder weg?
Dein Kind verliert oder vergisst häufig Dinge – auch wichtige.
So zeigt sich Impulsivität
Häufig im Streit
Es kommt häufiger zu Konflikten – manchmal auch mit körperlichem oder “aggressivem” Verhalten.
Gefühle wie ein Vulkan
Frust wird schwer ausgehalten. Gefühle brechen oft plötzlich und heftig heraus.
Erst handeln, dann denken
Unüberlegte Handlungen können zu Gefahrensituationen oder Verletzungen führen.
Gedankensprünge wie ein Flummi
Plötzliche Richtungswechsel, Gedankensprünge, es ist manchmal schwer dem Kind inhaltlich zu folgen.
Warten? Kaum erträglich
Dein Kind unterbricht andere häufig und kann in Gesprächen oder im Spiel schwer abwarten.
So zeigt sich Hyperaktivität
Stillhalten? Keine Chance!
Das Kind kann nicht stillsitzen und ist daher ständig in Bewegung. Zappelt, spielt mit den Fingern, kaut, lutscht oder beißt auf Dingen herum.
Laut, präsent, mittendrin
Dein Kind ist oft laut, energiegeladen und gibt gerne den Ton an.
Wirbelwind im Dauermodus
Klettern, toben, fangen, rempeln, schubsen – ruhiges Spiel wird häufig abgelehnt oder gestört.
Reden ohne Pause
Dein Kind spricht viel, springt gedanklich schnell und hat ein starkes Mitteilungsbedürfnis.
Regeln kurz gehört – gleich vergessen
Die Erinnerung an Regeln hilft wenig. Selbst wenn das Kind sich kurz beruhigt, geht es sehr schnell wieder weiter mit dem “unerwünschten” Verhalten.
ADHS bei Kindern – weitere Symptome!
Neben Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität gibt es weitere ADHS Symptome bei Kindern, die oft erst im Alltag richtig sichtbar werden: beim Durchhalten, bei Aufgaben oder im Kontakt mit anderen. Mein ADHS Survival Coaching für Eltern kann dir helfen, diese Muster besser zu verstehen, um dein Kind bei Herausforderungen zu begleiten und seine Stärken gezielt zu fördern.
Kein Durchhaltevermögen
Dein Kind hält schwer durch, gibt schnell auf oder vermeidet Aufgaben ganz.
Schwierigkeiten in Beziehungen
Mit Gleichaltrigen findet dein Kind durch sein Anderssein oft schwerer Anschluss – oder Freundschaften bröckeln mit der Zeit. Auch zuhause kann es häufiger zu Spannungen mit Eltern oder Geschwistern kommen. Und andere Erwachsene verstehen das Verhalten deines Kindes nicht immer richtig: Statt die Überforderung zu sehen, unterstellen sie schnell Absicht.
Regeln und Strukturen
Auch wenn dein Kind sie eigentlich kennt, werden Regeln und Strukturen bei ADHS oft nur schwer eingehalten. Nicht aus Trotz, sondern weil Impulse, Ablenkung und innere Unruhe stärker sind als das Wissen: „Ich soll das jetzt anders machen.“
Aber Achtung! Die oben gezeigten Verhaltensweisen müssen nicht immer auftreten. Auch Kinder mit ADHS können bei ihren Lieblingsaktivitäten Durchhaltevermögen zeigen und sich ganz auf ein Spiel konzentrieren und es zu Ende bringen.
Mehr zur Diagnostik findest du im Artikel ADHS erkennen.
Körperliche Symptome der ADHS-Kinder
Koordination und Motorik
Kinder mit ADHS können beim Gleichgewicht, in der Koordination, in der Feinmotorik aber auch in der Grobmotorik Schwierigkeiten haben.
ADHS und LRS
Knapp 50% haben begleitend eine Lese- oder Rechtschreibschwäche oder Dyslexie, für die gleich einige der körperlichen Symptome der ADHS-Kinder auch passend sind.
Schulkinder mit ADHS
Üblicherweise verstärken sich die Symptome, wenn die Kinder in die Schule kommen. Da Bewegung bei ADHS Kindern eine wichtige Rolle spielt, ist dadurch das längere Stillsitzen nicht nur bei Hyperaktivität eine Herausforderung.
Neben dem Stillsitzen sind die langen Unterrichtsstunden, die vorgegebenen Inhalte und die neue Gruppendynamik eine große Herausforderung für die Kinder.
Häufig bewirkt die Summe der Herausforderungen daher, dass Kinder mit ADHS Schwierigkeiten mit dem Lernstoff haben und keine passenden Lernstrategien entwickeln, Inhalte verpassen.
Denk dran, nicht absichtlich!
Im Familienkontext
ADHS bei Teenagern
Hormonelle Veränderungen tragen zu verstärktem ADHS Verhalten oder emotionalem Rückzug bei. Besonders bei Mädchen beziehungsweise jungen Frauen zeigt sich, dass Östrogenwerte und deren zyklusbedingte Schwankungen stark auf die Symptome einwirken.
Üblicherweise haben vor allem Teenager mit ADHS bis zu diesem Alter bereits diverse negative Feedback Erfahrungen gemacht. Im Kindergarten, in der Schule, mit Gleichaltrigen. Selbstverständlich auch mit ihren Eltern. Denn natürlich ist es auch innerhalb der Familie nicht leicht – mit einem oder mehreren Kindern mit ADHS.
Auch bei Kindern ohne ADHS führt übermäßiges negatives Feedback jedoch gehäuft zu Risiken der Gewalttätigkeit und psychologischen Folgen. Bei Kindern mit ADHS wird später im Jugend-und Erwachsenenalter gehäuft von Depressionen, Schlafstörungen und Angststörungen berichtet – typische Symptome. Zudem gibt es eine stark erhöhte Selbstmordrate. Damit dein Kind ein möglichst geringes Risiko trägt, bist du wichtig!
ADHS Symptome bei Jugendlichen
Typische Symptome der ADHS bei Jugendlichen werden beim Lernen und Aufgaben machen häufig zu echten Herausforderungen und führen in Folge zu Leistungsproblemen in der Schule. Denn es wird gesehen, was das Kind nicht leistet. Wo es stört, wo es nicht funktioniert.
Was macht das wohl mit dem Selbstbild? Eine wachsende Unsicherheit, Unzufriedenheit und der Suche nach Ventilen für den Frust.
Aber überall wo Schatten ist, muss auch Licht sein.
Was tun bei Kindern mit ADHS?
Um typische Symptome der ADHS bei Kindern und Teenagern zu reduzieren, gibt es 3 Ansätze. Zum einen die Stärken des Kindes in den Vordergrund stellen. Einen Safe Space, wo das Kind geliebt wird, wie es ist, aber auch die nötige Unterstützung bekommt. Denn dein Kind braucht natürlich auch funktionierende Lösungen für seine Herausforderungen.
Das lässt sich lernen, damit statt einem „Ich kann nicht mehr“, ein „Ich weiß jetzt, was zu tun ist“ entsteht. Wenn du dir wünschst, diesen Unterschied zu erleben, dann lass uns reden.
Hier bekommst du Hilfe!
Forschung rund um ADHS bei Kindern zeigt den direkten Zusammenhang von Erziehung und ADHS Symptomen
2 Kaiser, N. M., McBurnett, K., & Pfiffner, L. J. (2011). Child ADHD severity and positive and negative parenting as predictors of child social functioning: Evaluation of three theoretical models. Journal of Attention Disorders, 15, 193-203.
1 Smarius LJ, Strieder TG, Loomans EM, Doreleijers TA, Vrijkotte TG, Gemke RJ, van Eijsden M (2017): Excessive infant crying doubles the risk of mood and behavioral problems at age 5: evidence for mediation by maternal characteristics. European child & adolescent psychiatry 26(3), 293–302.
3 Park JL, Hudec KL, Johnston C. (2017) Parental ADHD symptoms and parenting behaviors: A meta-analytic review. Clin Psychol Rev. 2017;56:25–39.
Auf dem Publikationsserver des Robert Koch Instituts findest du noch mehr Veröffentlichungen, bspw. von Schlack, Hölling, Kurt und Russ (2007) zum Auftreten von ADHS und auch die KIGGS Reports, die den Status der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzeigen.
ADHS Survival Training für Eltern
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, Unternehmerin und zweifache Mama.
Das sagen Eltern
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