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Bedürfnisorientiert Erziehung, Kritik, Vorteile, Nachteile

Die bedürfnisorientierte Erziehung

Vorteile, Beispiele, Kritik und Nachteile

Du möchtest verstehen welche Erziehung sinnvoll ist und wodurch sich die bedürfnisorientierte Erziehung auszeichnet. Was ist bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich? Welches Wissen brauchst du, um bedürfnisorientiert erziehen zu können? Ich werde dir hier die Vorteile und Beispiele zeigen, aber auch gängige Missverständnisse durch bedürfnisorientierte Erziehung beziehungsweise dadurch entstehende Kritik und Nachteile bewusst machen.

Ab jetzt geht es in diesem Artikel um:

Hochbegabung Erwachsene - Merkmale, Diagnose Symptome
Bedürfnisorientierte Erziehung Vorteile
Hochbegabung Erwachsene - Merkmale, Diagnose Symptome
Welche Bedürfnisse gibt es eigentlich?
Hochbegabung Erwachsene - Merkmale, Diagnose Symptome
Beispiele
Hochbegabung Erwachsene - Merkmale, Diagnose Symptome
Missverständnisse
Hochbegabung Erwachsene - Merkmale, Diagnose Symptome
Bedürfnisorientierte Erziehung Nachteile und Kritik

Was ist bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich?

Bedürfnisorientierte Erziehung ist ein magisches Etwas. Sie birgt das Potential für Kooperation, zufriedene Kinder, die zu mental gesunden Erwachsenen werden und somit eine phänomenale Entwicklungsbasis.

Bedürfnisorientiert Erziehen ist aber nicht unbedingt leicht. Sie birgt damit auch das Potential von Missverständnissen, einer sehr hohen Eigenerwartung durch Eltern und dadurch ein mögliches Wischiwaschi-Verfahren, wodurch bedürfnisorientierte Erziehung Kritik erfährt.

Wenn du mich fragst, überwiegen die eindeutigen Vorteile. Denn menschliche Bedürfnisse sind hervorragend und langjährig untersucht. Darauf kommen wir gleich. Und eben diese Studien zeigen, dass die Nichterfüllung von Bedürfnissen erhebliche Risiken für die mentale und im erweiterten Kontext, körperliche Gesundheit mit vielseitigen negativen Auswirkungen bedeutet.

Es gibt somit doch kein besseres Argument als sich an den Bedürfnissen zu orientieren. Zumal Erziehung in vielerlei Hinsicht kompliziert sein kann, denn es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, dass ganz konkrete Orientierungspunkte = die menschlichen Bedürfnisse, sehr wertvoll sind.

Es gibt jedoch so viele Meinungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dadurch verunsichern. Braucht es durchgreifende Eltern? Braucht es Erziehung überhaupt oder sollten wir gänzlich darauf verzichten? Was können und dürfen Kinder selbst entscheiden? Wieviele Entscheidungen überfordern ein Kind? Und mehr.

Und wenn so viel über bedürfnisorientierte Erziehung gesprochen wird, warum tauchen in den wenigsten Posts dazu die eigentlichen Bedürfnisse selbst auf? Sondern häufig nur vorgegebene Lösungen…? All das schauen wir uns jetzt an.

Zum Begriff: Was ist bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich?

Im Englischen gibt es das Attachment Parenting (AP), das für bindungsorientierte Erziehung steht. Bedürfnisorientierte Erziehung und bindungsorientierte Erziehung sind gewissermaßen dasselbe.

Das Attachment Parenting bezieht sich in seiner ursprünglichen Definition (durch den amerikanischen Kinderarzt Dr. Sears) auf die Pflege von Babys. In Bezug auf Dr. Sears selbst und seine Definition gibt es jedoch einige Kritikpunkte, die sich daher 1:1 auf die bedürfnisorientierte Erziehung & Kritik übertragen lassen. Und aktuell sogar im Kontext mit Rechtsradikalismus genannt werden. Lies dazu daher gerne auch den Artikel zur bindungsorientierten Erziehung.

Bindung ist jedoch nur eines von fünf menschlichen Bedürfnissen. In der bedürfnisorientierten Erziehung geht es genau um sie:

Welche Bedürfnisse gibt es überhaupt?

Ich mache hier nur ein ganz kurzes Review der menschlichen Grundbedürfnisse. Ganz ausführlich habe ich die einzelnen Grundbedürfnisse im Artikel „Was Kinder brauchen“ beschrieben. Dort erfährst du auch, wie man sie bei Kindern erkennt, und was sie bewirken, wenn sie NICHT erfüllt werden. Die Beschreibungen, Mangelgefühle und Risiken stammen aus dem Buch „Psychologische Therapie“ von Prof. Grawe (2000).

bedürfnisorientierte Erziehung

Physiologische Bedürfnisse:

Das sind die, die den Körper am Leben erhalten: z.B. Essen, Schlaf, frisches Wasser, Hygiene, Atemluft, Bewegung und Schutz vor Gefahren, Kälte oder Hitze.

bedürfnisorientierte Erziehung

Soziale Grundbedürfnisse nach Prof. Klaus Grawe:

Sind weitere zusätzliche 5 Grundbedürfnisse, die bei Kindern und Erwachsenen notwendig sind, um Zufriedenheit zu schaffen. Falls diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, entstehen sogenannte Mangelgefühle, die sich meist durch „unerwünschtes“ Verhalten äußern. Und dadurch besonders wichtig für den Kontext der Kindererziehung sind.

Diese 5 sozialen oder emotionalen Grundbedürfnisse gibt es. Diese musst du kennen und erkennen können, um bedürfnisorientiert erziehen zu können.

bedürfnisorientierte Erziehung

Das Bedürfnis nach Bindung:

In wenigen Worten ist dies das Bedürfnis der Zugehörigkeit. Gesehen und geliebt zu werden. Sichere Bindung entsteht bereits im Babyalter und ist auch intensiv erforscht.

bedürfnisorientierte Erziehung

Orientierung & Kontrolle:

Kinder möchten Systeme und Rahmenbedingungen verstehen und vorhersehen können. Das bedeutet auch, dass sie einen sicheren Rahmen erhalten, in dem sie sich bewegen können. Bedürfnisorientierte Erziehung braucht deswegen auch Struktur und Grenzen für Kinder. „Bedürfnisorientierte Erziehung Kritik“ behauptet häufig, dass bedürfisorientiert erziehende Eltern, dies nicht (ausreichend) umsetzen.

Das Gegebensein von Grenzen alleine reicht jedoch nicht aus. Dieses Bedürfnis beinhält auch die Mitgestaltungsmöglichkeit und Autonomie des Kindes. Das bedeutet für die Eltern, wo möglich (!) Gestaltungsspielraum zu lassen und Kinder mit einzubeziehen.

bedürfnisorientierte Erziehung

Bedürfnis der Lustgewinn & Unlustvermeidung:

Kinder und Erwachsene vermeiden Dinge, die keinen Spaß machen. Das macht dieses Bedürfnis kompliziert. Denn zum einen ist es natürlich gegeben, zum anderen ist es wichtig alters- und entwicklungsgerecht auch Dinge zu tun, die keinen Spaß machen. Dadurch erlernen Kinder Frustrationstoleranz. Diese ist wichtig für sie im weiteren Verlauf des Lebens. ABER Frustrationstoleranz wird nicht erlernt, indem wir Kinder einfach unangenehme Aufgaben zuweisen oder unpassende Situationen erleben lassen, sondern Erwachsene ihnen helfen den Umgang mit den daraus entstehenden Gefühlen beizubringen.

Das ist ein wesentlicher Faktor für bedürfnisorientierte Erziehung: Die Begleitung entstehender Negativgefühle. Jedoch nicht die Vermeidung oder Verhinderung dieser Gefühle. Das wäre bereits eines der ersten möglichen Missverständnisse – deswegen erfährt bedürfnisorientierte Erziehung Kritik in dieser Hinsicht.

bedürfnisorientierte Erziehung

Selbstwerterhöhung & Selbstwertschutz:

Dieses Bedürfnis bedeutet zum einen sich selbst zu mögen und von anderen für die eigene Persönlichkeit gemocht zu werden. Und dass diese Wertschätzung unabhängig von Kompetenzen und Leistung besteht.

Das ist einer der Punkte weswegen in der klassischen bedürfnisorientierten Erziehung auf Belohnung und Strafe – zurecht – verzichtet wird.

Zusätzlich möchten Kinder und Erwachsene aber auch Anerkennung für ihre Leistung bekommen und dass Erwachsene ihnen etwas zutrauen.

bedürfnisorientierte Erziehung

Konsistenz

Dieses ist eher das übergeordnete Ziel. Das ganze Bedürfnismodel von Grawe heißt Konsistenztheorie, weil er diesem Punkt eine hohe Wichtigkeit zuordnet.

Es beschreibt die Sinnhaftigkeit von dem, was man tut. Und eben auch die eigenen Werte und Überzeugungen leben zu können. Und dass diese nicht im Widerspruch zum eigenen Erleben stehen. Da sich bei Kindern die Werte noch entwickeln, ist dieser Punkt m schwierigsten zu fassen. Er kann aber auch bedeuten, dass Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sich miteinander decken. Denn wenn das nicht der Fall ist, entsteht große Unsicherheit.

Bedürfnisorientierte oder bindungsorientierte Erziehung:

Das Bedürfnis nach Bindung ist daher „nur“ eines von 5 emotionalen beziehungsweise sozialen Grundbedürfnissen. Babys und in vielerlei Hinsicht auch Kinder können diese Bedürfnisse jedoch noch nicht selbst erfüllen. Dementsprechend ist die Bindungsperson diesbezüglich in der Verantwortung. Es ist demnach logisch, dass in der bindungsorientierten Erziehung eigentlich auch die Erfüllung der weiteren Grundbedürfnisse gemeint ist.

Aber wie genau? Bis zu welchem Alter? Das ist einer der „bedürfnisorientierte Erziehung Nachteile“! Das ist nämlich nicht so richtig definiert. Und das ist problematisch:

Fehlende Definition: bedürfnisorientiert erziehen

Eigentlich sollte es logisch sein, dass die Erfüllung von Bedürfnissen, für die Kinder einen Erwachsenen benötigen, in der Verantwortung von Erwachsenen liegen. Denn wenn kindliche Bedürfnisse erfüllt werden, werden wesentlich Mangelgefühle, wie beispielsweise:

Einsamkeit, Stress, Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Angst, Scham und Minderwertigkeitsgefühle, Wut, Enttäuschung und Ungerechtigkeitsempfinden reduziert.

Wenn aber diese Mangelgefühle über längere Zeiträume auf Grund nicht erfüllter Bedürfnisse bestehen, verursachen sie ernstzunehmende Risiken für die körperliche und geistige Gesundheit.

Kindererziehung
Das Ziel der bedürfnisorientierten Erziehung ist es daher eine gute Ausgangslage für die Entwicklung zu schaffen.

Manche Gegenstimmen nennen bedürfnisorientierte Erziehung Nachteile, da diese Erziehung nur für Babys gedacht sei. Zum warum erfährst du mehr im bereits verlinkten Artikel über die bindungsorientierte Erziehung…

Da die von mir gezeigten Bedürfnisse jedoch auch bei Erwachsenen bestehen, sehe ich keinen Nachteil darin einen bedürfnisorientierten Umgang lebenslang zu verfolgen. Also ganz klar kein Alters-Limit zu setzen. Den Umgang altersgemäß, den sich ändernden Bedürfniserfüllungen anzupassen: denn logischerweise ist der Unterstützungsbedarf bei einem Baby anders als bei einem Erwachsenen.

Kindererziehung
Bindungsorientierter Umgang ist für alle Altersklassen geeignet!

Es bestehen jedoch auch weitere Missverständnisse:

Fehlinterpretation bedürfnisorientierte Erziehung führt zu Kritik

Ist „bedürfnisorientierte Erziehung Kritik“ gerechtfertigt?

Manche Eltern nehmen aus der falsch verstandenen bedürfnisorientierten Erziehung Kindern alle Herausforderungen ab. Schaffen Probleme aus dem Weg, bevor sie überhaupt entstehen könnten. Das ist übrigens die Definition von Rasenmäher Eltern.

Damit nehmen sie ihren Kindern völlig unbewusst wichtige Lernerfahrungen. Denn wichtige Ansätze, wie Problemlösungskompetenzen oder der konstruktive Umgang mit eigenen Fehlern, bilden sich nur, wenn Kinder die Chance haben, sie zu erlernen. Dasselbe gilt für den begleitetenden Umgang zum Erlernen von Frustrationstoleranz.

Es geht also nicht darum, Kindern jeden Wunsch zu erfüllen.
Wut, Frust und Angst dürfen Kinder auch in bedürfnisorientierte Erziehung erleben.
ABER die Gefühle werden Ernst genommen, angenommen und begleitet und ein angemessener Umgang damit erlernt.

Diese bedürfnisorientierte Erziehung Nachteile lassen sich jedoch unkompliziert aus der Welt schaffen. Nämlich durch Aufklärung.

Kritik: bedürfnisorientierte Erziehung überlastet Eltern

Manche Menschen sagen, den „Aufwand bedürfnisorientiert Erziehen“ könne man Eltern nicht zumuten. Denn insbesondere das Erlernen Bedürfnisse zu erkennen und Gefühle zu begleiten ist ein zeitintensiver Prozess, der auch immer wieder starke Veränderung erfährt.

Aber wer, wenn nicht die Eltern, trägt diese Verantwortung gegenüber den eigenen Kindern?

Bedürfnisorientierte Erziehung Nachteile dem Aufwand der Erziehung zuzuschreiben, ist schlicht unfair. Erziehung war in der menschlichen Entstehungsgeschichte nie eine 1-2 Personen Show. Heute ist sie das jedoch häufig. Es brauchte schon immer ein Dorf, um Kinder zu erziehen. Unser Lebensstil gibt das heute meist nicht mehr her.

Das ist aber nicht die Schuld unserer Kinder. Ich möchte damit ganz klar sagen, dass das weder an der bedürfnisorientierten Erziehung, noch an unseren Kindern liegt.

Elternsein ist ein ernstzunehmender und häufig intensiver 24 Stunden Job. Der nicht durch außwärtige Betreuung und Bildung wett gemacht werden kann. Zumal die Arbeitsbedingungen in Kita und Schule vor Ort bedürfnisorientierte Ansätze schwer ermöglichen.

Und dann kommt für Eltern noch die Berufstätigkeit und Haushalt etc. obendrauf. Das ist viel. Nicht zuletzt deswegen berate ich Eltern und Unternehmen, wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie aussehen kann und welche Strukturen dafür notwendig sind.

Nachteile bedürfnisorientierte Erziehung

Bedürfnisorientierte Erziehung & Nachteile entstehen aus meiner Sicht ausschließlich aus den aufgezeigten Missverständnissen. Denn wenn Eltern beispielsweise immer die Bedürfnisse der Kinder über ihre eigenen stellen, ist ein Grundsatz in der bedürfnisorientierten Erziehung nicht berücksichtigt.

Es zählen immer die Bedürfnisse aller Familienmitglieder. Auch wenn dieser Punkt in sich eine sehr große Herausforderung ist, denn im Alltag bedeutet es, dass Eltern priorisieren müssen und dabei auch was liegen bleibt. Dauerhaft sind „liegenbleibende“ Bedürfnisse jedoch für Eltern genauso schädlich wie für Kinder.

Du wirst daher auch einige Stimmen finden, die sagen die bedürfnisorientierte Erziehung berge das Risiko, dass Kinder zu „Tyrannen“ würden. Das ist Schwachsinn… Dazu findest du sehr viel Info in meinem Artikel zur schwarzen Pädagogik.

Denn Kinder lernen insbesondere durch Vorleben. Das heißt, wenn sie erfahren, dass auch die Bedürfnisse von anderen zählen und die Erwachsenen gesunde Grenzen setzen, ist dieses „Risiko“ ein sehr hypotethisches.

Beispiele bedürfnisorientierte Erziehung

Ich möchte dich dennoch für ein Thema sensibilisieren: wenn du Beispiele und Lösungen durch bedürfnisorientierte Erziehung suchst, mache dir folgendes bewusst:

Für das theoretisch „gleiche“ Verhalten von Kindern können komplett verschiedene Bedürfnisse die Ursache sein. Abhängig von dem zu befriedigenden Bedürfnis, wäre jedoch die Wahl der angemessenen Vorgehensweise demnach eine womöglich ganz andere.

Es gibt deswegen nicht die eine bedürfnisorientierte Erziehung und Vorgehensweise. Sondern es gibt immer ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Du brauchst also das Verständnis der Hintergründe, und das kommt in Social Media „Beispiele bedürfnisorientierte Erziehung“ zu kurz. Deswegen gebe auch ich dir hier keine Lösungsvorschläge vor. In Kürze wirst du hier auf meiner Website ein sehr umfangreiches Intensivtraining dazu finden, denn es gibt viel, das diesbezüglich mit hineinspielt.

Gut nennbare Beispiele bedürfnisorientierte Erziehung sind das Ernstnehmen von Gefühlen. Zu sagen: „Ich sehe, dass du traurig bist. Was würde dir gut tun?“ Anstelle von „Ach, das war doch nur halb so schlimm.“ Dabei kannst du dich durchaus daran orientieren, mit welcher Ansprache du dich als Erwachsener ernstgenommen fühlen würdest, denn auch Kindern verdienen es ernstgenommen zu werden. Einige weitere Beispiele für Regeln und Grenzen im Kontext bedürfnisorientiert erziehen, findest du hier.

Bedürfnisorientierte Erziehung: was sagen Studien? 

Ich liebe möglichst wissenschaftlich belegte Informationen. Die gibt es zur Bindungstheorie und eben auch zur bereits geschilderten Konsistenztheorie für Grundbedürfnisse. Aber darüber hinaus gibt es keine Forschung, die sich konkret auf bindungsorientierte Erziehung bezieht.

Aber es gibt dennoch langjährige Forschung, die uns hilft zu bestätigen, dass richtig verstandene bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich nur gut sein kann. Es wurden nämlich die verschiedenen Erziehungsstile beispielsweise von Kurt Lewin und oder Diana Baumrind gut erforscht:

demokratische oder autoritative Erziehung
antiautoritär: die demokratische oder permissive Erziehung

Details dazu und die genauen Quellen und Studien findest du direkt in den verlinkten Artikeln. Du fragst dich übrigens vielleicht warum es gefühlt so unendlich viele verschiedene Erziehungsstile und Begriffe gibt? Warum das so ist, erkläre ich dir ganz kurz in diesem Post.

bedürfnisorientierte Erziehung
Aus langjährigen Forschungen ist bekannt und anerkannt, dass Strafen und die Forderung nach striktem Gehorsam, wie in der autoritären Erziehung, negative Folgen haben.
bedürfnisorientierte Erziehung
Das Gegenteil davon, die antiautoritäre Erziehung, wenn Kinder alles frei entscheiden dürfen und keine Regeln und Grenzen erfahren, ist ebenso wenig gut. Denn es bewirkt, dass bei den Kindern Selbstvertrauen, Explorativität und Selbstkontrolle sehr niedrig ausgeprägt sind. Das Ziel dieser Art der Erziehung wird mit der antiautoritären Erziehung also gar nicht erreicht.
bedürfnisorientierte Erziehung
Aus wissenschaftlicher Sicht ist die goldene Mitte die beste Voraussetzung für Kinder – die autoritative oder demokratische Erziehung. Mitspracherecht der Kinder. Die Eltern geben Struktur und berücksichtigen dabei die Interessen und Bedürfnisse der Kinder. Das heißt, dieser Stil kann bedürfnisorientiert gelebt werden. Und vielleicht haben Lewin und Baumrind ja auch die bedürfnisorientierte Erziehung gemeint, nur ohne den Begriff verwendet zu haben… 😉

Fazit bedürfnisorientierte Erziehung

Aus verschiedenen Perspektiven sehen wir, dass die Bedürfnisse große Relevanz in der Erziehung haben. Und keine Nachteile entstehen, solange sich Eltern die möglichen Missverständnisse bewusst machen. Ich persönlich kann daher keinen einzigen guten Grund gegen eine bedürfnisorientierte Erziehung finden.

Wenn du eigentlich weißt, was du in der Erziehung machen möchtest und es im Alltag nicht gelingt, liegt das häufig nicht am fehlenden Verständnis für bedürfnisorientierte Erziehung. Wenn auch du dir Hilfe und Begleitung für eure typischen Herausforderungen wünscht, melde dich dich einfach mal für ein kostenfreies Erstgespräch.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps und Übungen

Bedürfnisorientiert erziehen, verdeutliche dir immer wieder:

Was Kinder brauchen
Du willst bedürfnisorientiert erziehen?

Dann tu es! Lerne dein Kind kennen und erkenne welche Bedürfnisse hinter welchem Verhalten stecken.

Was Kinder brauchen
Erkenne an, dass dein Kind Erfahrungen braucht, um zu lernen.

Trau ihm Dinge zu. Erkenne seine Fähigkeiten an, hilf ihm (falls notwendig) neue Lösungen zu lernen. Aber nimm die Lösungsfindung nicht ab.

Was Kinder brauchen

Merke den Zeitpunkt, wenn dein Kind lernen kann, zu warten.

Dein Kind geht nicht in aller Hinsicht vor. Deine Bedürfnisse sind ebenso wichtig, wie die deines Kindes.

Was Kinder brauchen

Auch ein bedürfnisorientiert erzogenes Kind

wird wütend, ist frustriert und ärgert sich. Vermeide diese Gefühle nicht. Sie sagen nichts über deine Qualitäten als Elternteil aus. Aber begleite diese Gefühle und nimm sie an. Dein Kind darf dich doof finden, wenn es etwas anderes will als du selbst.

Was Kinder brauchen

Auch ein bedürfnisorientiert erzogenes Kind

wird wütend, ist frustriert und ärgert sich. Vermeide diese Gefühle nicht. Sie sagen nichts über deine Qualitäten als Elternteil aus. Aber begleite diese Gefühle und nimm sie an. Dein Kind darf dich doof finden, wenn es etwas anderes will als du selbst.

Was Kinder brauchen

Ein Bedürfnis ist nicht das gleiche wie ein Wunsch.

Du musst deinem Kind in bedürfnisorientierte Erziehung nicht alles erlauben. Ganz im Gegenteil. Die Forschung zeigt, dass die sogenannte permissive Erziehung ebenso große Nachteile hat, wie die autoritäre Erziehung.

Quellen
Borg-Laufs, M. (2012). Die Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse als Weg und Ziel der Kinder- und Jugendpsychotherapie. Forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (S. 6-19).
D. Baumrind (1996): The discipline controversy revisited. Family relations, 45, 405-414. Bekanntes Zitat von Diana Baumrind: “Kinder brauchen erst Wurzeln, dann Flügel.“
John Bowlby (2005): A secure Base.
John Bowlby (2005): The Making and Breaking of affectional Bonds.
K.H. Brisch und T. Hellbrügge (2015) – Bindung und Trauma. Risiken und Schutzfaktoren

Von Marina Bernardo

Gründerin von Coachiba, Unternehmerin und zweifache Mama.

Alle Coachiba Blogbeiträge sind selbst verfasst und umfangreich recherchiert – ergänzt mit Tipps aus meiner Tätigkeit als Beraterin und Coach. Da im Netzt immer mehr Inhalte reiner KI-Tool Produkte auftauchen, ist es mir wichtig das bewusst zu machen.

Viel Spaß beim Lesen!

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