Prokrastination: was ist das?
Wenn Aufschieben zum Problem wird – und warum das nichts mit Faulheit zu tun hat.
Kennst du das? Du öffnest den Laptop für ein wichtiges Projekt und plötzlich sortierst du Büroklammern, machst „kurz“ Wäsche oder landest auf LinkedIn. Herzlich willkommen in der Welt der Prokrastination – was ist Prokrastination eigentlich? Dinge Aufschieben klingt zunächst harmlos. Prokrastination kann zum Problem mit ernsten Folgen werden: Symptome wie Selbstzweifel, Druck, das Gefühl sich selbst nicht im Griff zu haben und kostet dich möglicherweise Chancen im Job.
Hier erfährst du mehr über mögliche Ursachen, Hintergründe und typische Symptome Prokrastination:
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Was ist Prokrastination?
Prokrastination ist das wiederholte Aufschieben wichtiger Aufgaben, obwohl negative Folgen absehbar sind. Wissenschaftlich gilt sie als Störung der Selbstregulation: Betroffene lenken sich bewusst mit unwichtigeren Dingen ab – das Gehirn sucht kurzfristige Entlastung statt langfristigen Nutzen. Es ist ein Schutzmechanismus, der hilft, unangenehme Gefühle zu vermeiden.
Und nein: Prokrastination hat nichts mit Faulheit zu tun. Studien zeigen, dass Aufschieben eng mit Stress, Angst und emotionaler Belastung verknüpft ist (Sirois & Pychyl 2013; Rozental et al. 2023). Sie entsteht oft durch Überforderung, Angst vor Fehlern, Perfektionismus oder geringe Motivation.
Typische Symptome und Folgen von Prokrastination
Später Start trotz Wichtigkeit
Du beginnst wichtige Aufgaben erst sehr spät – oder manchmal gar nicht.
Planung ohne Umsetzung
Obwohl du viel planst und dir vornimmst, „gleich“ zu starten, bleibt der tatsächliche Anfang aus.
Perfektionismus als Startbremse
Du denkst, dir fehlen noch Informationen, oder hast das Gefühl: „Ich müsste anfangen, finde aber nicht den richtigen Einstieg.“ Das kann auf hohe Selbstansprüche oder Perfektionismus hinweisen.
Dringlichkeits-Illusion
Plötzlich wirkt alles andere wichtiger. Das kann zu Fokusverlust, Grübeln, Schuldgefühlen, mehr Stress und schlechterer Stimmung führen (Rozental et al., 2023).
Selbstkritik nach dem Aufschieben
Nicht erledigte Aufgaben lösen Schuldgefühle, Selbstabwertung oder Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit aus.
Emotionaler Widerstand
Gedanken wie „Ich fühle mich blockiert“, „Ich habe keine Lust“ oder „Der Ansatz muss erst perfekt sein“ bremsen den Start innerlich aus.
Gedankenkreisen statt Abschalten
Offene Aufgaben bleiben mental präsent und können Schlaf, Erholung und innere Ruhe beeinträchtigen.
Stressreaktionen des Körpers
Prokrastination kann mit Nervosität, innerer Unruhe, schlechterer Schlafqualität oder erhöhter Infektanfälligkeit einhergehen.
Verdeckte Überforderung
Unbewusstes Masking – besonders Frauen maskieren Überforderung durch Prokrastination häufiger – nach außen wirkt alles kontrolliert, innen läuft der mentale Browser mit 47 offenen Tabs.
Prokrastination im Job
Im Job trägt Prokrastination selten Jogginghose. Sie kommt oft perfekt gekleidet: als volle Inbox, spontane Zusatzaufgabe, noch ein Meeting, noch eine Recherche, noch ein bisschen Feinschliff. Alles wirkt produktiv – nur das Wesentliche bleibt liegen. Genau daraus entsteht der typische Kreislauf: erst Vermeidung, dann Druck, dann Power-Performance auf den letzten Metern. Kurz beeindruckend. Langfristig wird Prokrastination erschöpfend und zum ernsten Problem.
So kann Prokrastination im Job ausssehen:
Mails checken statt Strategieplanung oder Präsentationserstellung
Das mache ich lieber „morgen“ — jeden Tag aufs Neue mit diesem Plan…
Viele Ideen im Kopf, aber die Umsetzung fehlt
Meetings werden im allerletzten Moment vorbereitet
Du zeigst eine absolute Power-Performance, danach Erschöpfung
Trotzdem bleibt in Summe deine Leistung hinter deinem Potenzial zurück
Teamplayer, nach außen „funktionierend“
Das resultiert in einem Zyklus aus Stress-Schüben für bessere Ergebnisse und führt auf Dauer zu Selbstvorwürfen und Erschöpfung.
Mein Tipp: Wenn du selbst prokrastinierst, ist es wichtig dir klare Ziele zu setzen, diese in Mini-Schritte runterzubrechen und für wenige Minuten loszulegen. Heisst erstmal „nur“ starten nicht fertig machen müssen mit Mini Deadlines.
Folgen, Symptome und Probleme von Prokrastination weisen zudem eine große Schnittmenge mit ADHS, Perfektionismus, Imposter Syndrom, Hochsensibilität und Hochbegabung auf. Daraus ergeben sich für Betroffene wichtige Zusammenhänge, um sich selbst besser zu verstehen und Ursachen für das Aufschieben besser einordnen zu können.
Warum schiebe ich immer alles auf?
Du schiebst Aufgaben oft auf, weil dein Gehirn kurzfristig unangenehme Gefühle wie Stress, Überforderung, Unsicherheit oder Angst vor Fehlern vermeiden will. Häufige Auslöser sind unklare Prioritäten, fehlende Struktur, zu wenig Pausen oder Bewertungsangst. Prokrastination ist meist kein Mangel an Disziplin, sondern ein Problem der Selbstregulation.
Mit diesem Test (Link folgt in Kürze) kannst du übrigens auch herausfinden, welcher Prokrastinations-Typ du selbst bist.
Prokrastination ist kein Problem von Zeitmanagement
Viele Menschen kommen zu mir ins Coaching mit dem Gedanken: „Ich habe ein Zeitproblem.“ Doch oft zeigt sich: Trotz Kursen, Tools und gut gemeinter Produktivitätssysteme verändert sich an der Prokrastination wenig.
Denn häufig liegt die Ursache tiefer. Es geht nicht nur darum, Aufgaben besser zu planen, sondern um Selbstanspruch, Grenzen, Klarheit und Selbstwert. Wer immer wieder aufschiebt, vermeidet oft nicht die Aufgabe selbst, sondern den inneren Druck, der mit ihr verbunden ist.
Die Folgen von Prokrastination zeigen sich schrittweise: Aufgaben bleiben länger offen, Stress nimmt zu, Selbstkritik wird lauter und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit sinkt. Gleichzeitig kostet das Aufschieben Energie, Fokus und innere Ruhe. Aus einzelnen Verzögerungen kann so ein Muster entstehen, das berufliche Leistung, Wohlbefinden und Selbstvertrauen spürbar beeinflusst.
Studien von Sirois und Pychyl bestätigen, dass Prokrastination eng mit Emotionsregulation verbunden ist. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen im Coaching, ist aber noch nicht alles: Veränderung entsteht nicht allein durch mehr Struktur, sondern durch einen besseren Umgang mit Druck, Unsicherheit und hohen Erwartungen. Emotionsregulation ist dabei ein wichtiger Hebel – ergänzt durch klare Prioritäten, gesunde Grenzen und ein stabileres Gefühl von Selbstwirksamkeit.
Erste Schritte, um den Kreislauf zu durchbrechen
Damit sich aber an deinem Verhaltensmuster der Prokrastination dauerhaft wirklich etwas ändert, solltest auch an den echten Hintergründen arbeiten. Das bedeutet dich selbst kennenzulernen und Strategien zu erlernen, die zu dir passen.
Der erste wirksame Schritt ist nicht, noch mehr Druck aufzubauen, sondern das Muster bewusst zu erkennen: Wann schiebst du auf? Welche Aufgabe löst Widerstand aus? Und welches Gefühl versuchst du in diesem Moment zu vermeiden? Genau dort beginnt Veränderung.
Wenn du Prokrastination nicht länger als persönliches Versagen bewertest, sondern als Hinweis auf die eigentliche Ursache, entsteht Handlungsspielraum. Dann geht es nicht mehr darum, dich härter anzutreiben, sondern dich selbst zu führen: mit realistischen nächsten Schritten, besseren Grenzen, emotionaler Entlastung und Vertrauen in deine eigenen Stärken. Genau darauf basiert meine Arbeit im Empowerment Coaching. Viele Erfolgsgeschichten bestätigen das.
Von der Prokrastination zum Empowerment
Buche dein kostenloses Erstgespräch und finde heraus, welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.
Steel, P. (2007) ‘The nature of procrastination’, Psychological Bulletin, 133(1), pp. 65–94.
Sirois, F. & Pychyl, T. (2013) ‘Procrastination and the priority of short-term mood’, Social and Personality Psychology Compass, 7(2), pp. 115–127.
Sirois, F. (2014) Procrastination, health, and well-being. Academic Press.
Rozental, A. et al. (2023) ‘Psychological mechanisms in procrastination’, BMC Psychology, 11, 61.
Empowerment Coaching
Du denkst anders. Genau darin liegt dein Potenzial. Wenn du verstehen willst, wie du wirklich tickst – das hier ist dein Anfang.
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, hat selbst ADHS und ist als Unternehmerin für Innovation ausgezeichnet.
Alle Coachiba Blogbeiträge sind selbst verfasst, regelmäßig aktualisiert und umfangreich recherchiert.



