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Was ist ADHS und was bewirkt es?

Ursachen und Symptome

Über ADHS kursieren vor allem viele Annahmen. Was es wirklich ist und was es bedeutet, erfährt man jedoch meist erst mit der stehenden Diagnose. Und auch dann sind leider viele falsche oder veraltete Informationen in Umlauf. In diesem Artikel bist du richtig, wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest, der für Kinder und Erwachsene mit ADHS Gültigkeit hat. Lies hier weiter zu Ursachen und Symptomen von ADHS.

In diesem Artikel findest du:

Was ist ADHS uns was sind die Ursachen
Symptome & wie sie sich zeigen
Was ist ADHS uns was sind die Ursachen
Woher kommt es? ADHS Ursachen!
Was ist ADHS uns was sind die Ursachen
Was bewirkt es?
Was ist ADHS uns was sind die Ursachen
Ist ADHS eine Krankheit? Klares Nein!

Was du wahrscheinlich nicht kennst: die Stärken der ADHS!

Was ist ADHS?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung. Im Englischen ADHD. Ganz klassisch stellt man sich darunter den störenden Zappelphilipp vor.

Dabei gibt es jedoch 3 Merkmale, die in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung auftreten können:

Was ist ADHS uns was sind die Symptome
Unaufmerksamkeit
Was ist ADHS uns was sind die Symptome
Hyperaktivität und oder Impulsivität
Was ist ADHS uns was sind die Symptome
… als Mischtyp mit allen 3 Komponenten oder einzelnd

Das bedeutet vor allem, dass der typische Zappelphilipp nicht immer zutreffen muss. Denn es gibt auch eine Variante ganz ohne Hyperaktivität.

ADHS bei Erwachsenen sieht zum Teil völlig anders aus als bei Kindern. Nicht zuletzt durch ihre oftmals nicht leichten Kindheitserfahrungen ändern sich die Symptome. Die ADHS Ursachen bleiben jedoch die selben.

ADHS ist also nicht bei allen ADHSlern gleich. Daher sind auch alle Symptome, die Ausprägung der Risiken, Stärken und Bedürfnisse individuell von Person zu Person unterschiedlich. Viele teilen jedoch die falsche Annahme „ADHS ist eine Krankheit“, aber ADHS ist keine Krankheit.

Jetzt findest du einen Überblick der 3 Hauptmerkmale – Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität – mit typischen Symptomen: (*detaillierte Beispiele erfährst du in den weiterführenden Artikeln, zugeschnitten jeweils auf Kinder oder Erwachsene)

Aufmerksamkeitsstörung

Stell dir vor du sitzt in der Schule und versuchst dem Lehrer zu folgen. Jedoch siehst du auch alles was rundherum passiert: jede Bewegung der Mitschüler, jeden einfallenden Lichtstrahl, draußen vor dem Fenster die Bäume, Vögel oder vorbeifahrenden Autos. Du hörst jedes kleine Kratzen der Stifte auf dem Papier, das Tippen auf dem Taschenrechner und die Stühle die über den Boden quietschen. Du fragst dich wie die anderen das nicht sehen können? Oder du bist so abgelenkt, du hast sogar vergessen, auf was du dich ursprünglich fokussieren wolltest. Genau das passiert bei ADHS. Ständig.

Die ADHS Ursachen für diese Besonderheit: Ein Gehirn mit einer Aufmerksamkeitsstörung nimmt unendlich viele Reize auf und ist von diesen überflutet. Es unterscheidet schlecht zwischen wichtig und unwichtigen Eindrücken. Jeder neue Reiz, der bei einer Situation dazukommt, lenkt erstmal ab.

„Oh, schau mal da ein Eichhörnchen! Wo war ich nochmal stehen geblieben…?“ 😉

Was bedeutet das im Weiteren?

Für Kinder und Erwachsene bedeutet das eine sehr große Anstrengung, um der entstehenden Ablenkung, Sprunghaftigkeit, Zerstreuung und Vergesslichkeit entgegenzuwirken. Dabei liegt ihre mangelnde Aufmerksamkeit nicht an fehlender Anstrengung! Sie können nicht anders. Sie machen es nicht absichtlich. Körperliche ADHS Ursachen sorgen dafür!

Hyperaktivität

Darunter wird eine motorische Unruhe verstanden. Kinder mit Hyperaktivität sind häufig laut, wild und wirklich ständig in Bewegung. Rennen so schnell, dass sie über ihre eigenen Füße fallen. Unfälle und Verletzungen sind keine Seltenheit. Wie Rennautos ohne Bremsen.

Stillsitzen mit Hyperaktivität ist quasi unmöglich. Was zu immensen Herausforderungen in der Schule führt.

Erwachsene haben häufig erlernt, die äußere Unruhe Großteils abzulegen. Ein Wippen mit den Zehen, kippeln mit dem Stuhl, spielen mit dem Schlüssel oder auf und ablaufen bleiben häufig bestehen.

Das Symptom, was Erwachsene mit Hyperaktivität stark belastet, ist die innere Unruhe. Ein ständiges Getrieben-sein, nie abschalten können, bis hin zu Angstspiralen und ernstzunehmenden Schlafproblemen und Depressionen.

Impulsivität

Du bist doch sicher mal in Sekunden von 0 auf 100 gewesen und hast dich fürchterlich aufgeregt?

Dieses Gefühl kennen impulsive ADHSler nur zu gut. Gefühlsschwankungen von tiefer Traurigkeit bis hin zu tobender Wut, können sich rasend schnell entwickeln. Die Gefühle fahren Achterbahn.

Und gerade das ist für die Umwelt sehr schwierig. Für die Betroffenen selbst aber auch.

In dem Moment der Impulsivität hat es den ADHSler einfach überkommen. Sie handeln nicht mit böser Absicht. Doch das wird im Umfeld kaum erkannt: besonders Kinder mit ADHS erfahren Härte und Unverständnis. Sie sind eine besondere Risikogruppe für Gewalt in der Erziehung.

Erwachsene mit ADHS tragen diese Erfahrungen in sich. Sie waren die „Problemkinder“, die sich „doch nur mal anstrengen“ sollten, sich nicht im Griff hätten, usw.

Sie reagieren heute oft empfindlich auf Kritik, fühlen sich schnell angegriffen. Kein Wunder. Anderen können sie dadurch, und auch mit ihrer typischen Direktheit, auf die Füße treten.

Menschen mit ADHS erleben eine Gefühlswelt der Extreme. Nicht selten bedingt das bei Erwachsenen Jobwechsel und oder wechselnde PartnerInnen.

Viele Menschen sind von ADHS betroffen!

Man nimmt an, dass die Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung eines der häufigsten Leiden ist, das Kinder und Jugendliche betrifft. Das deutsche Gesundheitsministerium schätzt, dass es vermutlich bis zu 6% der Kinder und Jugendlichen betrifft. Manche Experten gehen von bis zu 15% aus.

Vor allem bei Erwachsenen, die nicht in der Kindheit eine entsprechende Diagnose erhielten, bleibt eine ADHS häufig unentdeckt. Denn die Symptome ändern sich. Es sind jedoch auch bei Erwachsenen vermutlich nur marginal weniger betroffen, denn die ADHS bleibt in bis zu 80% der Fälle bestehen (Philipsen & Döpfner, 2020).

Spannend ist, dass besonders bei Frauen und Mädchen eine ADHS unentdeckt bleibt. Vermutlich liegt es auch daran, dass Frauen häufiger dem verträumten Typ ohne Hyperaktivität angehören.

Warum gibt es zur Anzahl nur Schätzwerte ?

Für die Diagnose müssen die Symptome (wodurch fällt es auf) von der Ursache getrennt werden. Die Symptome der ADHS können auch durch andere Gründe entstehen, die deswegen für eine ADHS Diagnose ausgeschlossen werden müss(t)en. Leider wird Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung auch häufig nicht korrekt diagnostiziert. Hier mehr zur Diagnose lesen!

Die ADHS Ursache ist zweifelsfrei ein andersartig funktionierendes Gehirn.

Die Ursachen von ADHS: ein besonderes Gehirn und Funktion

Es steht immer wieder im Raum, dass ADHS eine Modeerscheinung sei. Oder es sich um das Ergebnis einer falschen Erziehung handelt. Beide Aussagen sind falsch.

Neurologische Studien und Untersuchungen belegen folgende ADHS Ursachen:

Was ist ADHS uns was sind die Symptome
Gleich mehrere Bereiche des Gehirns (unter anderem das Striatum, das Frontalhirn, das Kleinhirn und weitere) sind verändert. Das sind die Bereiche, die beispielsweise für Planung, Koordination, Motivation und Informationsweitergabe zuständig sind.
Was ist ADHS uns was sind die Symptome
Die Struktur aber auch die Funktion dieser Areale sind anders.
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Ein Ungleichgewicht besteht bei den Neurotransmittern: Dopamin und Noradrenalin. Die genannten Areale im Gehirn nutzen diese Neurotransmitter um miteinander zu kommunizieren.

Die genannten Ursachen bewirken, dass

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Emotionen,
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Zugriff auf Wissen und Informationen,
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Aufmerksamkeit,
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Motivation und
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Bewegungsverhalten andersartig sind.

Die ADHS Ursachen bedeuten

Diese Ausgangslage führt dazu, dass Kinder häufig Probleme in Kindergarten und Schule haben. Aber auch in der Familie, weil selbst „einfache“ Anweisungen, vergessen überhört und übersehen werden. Viele Kinder bekommen den Eindruck sie seien weniger intelligent, „zu nichts zu gebrauchen“.

Und klar prägt eine derartige Kindheit auch die späteren Erwachsenen mit dem fortbestehenden ADHS, egal ob dies nun in der Kindheit diagnostiziert wurde oder eben auch nicht.

Häufig haben Erwachsene mit ADHS, Schwierigkeiten sich zu strukturieren, zu organisieren und Tätigkeiten abzuarbeiten bzw. zu Ende zu bringen.

Von völliger Arbeitsverweigerung bis hin zu absoluten Workaholics ist jedoch alles dabei.

Auf der Suche nach dem Kick

Noradrenalin und Dopamin sind besonders wichtig. Dopamin ist das wichtigste Belohnungssystem im Körper! Es wird auch das Glückshormon genannt. Es wird ausgeschüttet, wenn nach Anstrengung Ziele erreicht werden, und motiviert uns für neue Handlungen und Aufwände.

Weil das mit ADHS deutlich weniger intensiv stattfindet und das Zufriedenheitsgefühl nach einer Leistung deutlich abgeschwächt ausgeprägt ist, suchen Menschen mit ADHS stets nach neuen Reizen, nach Input und etwas, dass dieses fehlende Gefühl kompensiert.

Das bedeutet für viele Kinder und Erwachsene, dass sie eine Vorliebe für Extremsportarten, Gefahrensituationen entwickeln und anfällig für die Entwicklung für Süchte aller Art sein können. Suchtverhalten soll mit ADHS 5- bis 10-mal häufiger vorkommen als bei neurotypischen Menschen. Süchte entwickeln sich üblicherweise im Alter zwischen 13 und 23 (Hallowell & Ratey, 2022).

Es entspricht leider der Realität, dass Menschen mit ADHS besonders häufig straffällig werden. Diverse Schätzungen und Befragungen weisen darauf hin, dass 25-50% aller Gefängnisinsassen und auch Alkoholiker eine ADHS haben (könnten).

ADHS ist ohne geeignete Unterstützung durchaus ein ernstzunehmendes Risiko und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aber…

ADHS ist K(!)eine Krankheit!

Unsere frühen Vorfahren hatten echte Vorteile durch ADHS Merkmale. Alles um sich herum wahrzunehmen, sehr bewegungsfreudig zu sein, sich schnell wehren zu können, waren überlebensnotwendige Stärken. Und auch heute gibt es Stärken.

Die 3 Merkmale: Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit verursacht durch Veränderungen im Gehirn, kennst du nun bereits.

Dass eben dieselben Veränderungen im Gehirn jedoch auch eine Grundlage für:

Kreativität,
ungewöhnliche Problemlösungen,
Erfindergeist,
Feingefühl für Unausgesprochenes und Emotionen,
Spontanität,
Neugierde,
Vielseitigkeit,
Hyperfokus,
Hilfsbereitschaft und vieles mehr sind,

… wissen wohl die wenigsten.

Es gilt den passenden Kanal für das ADHS Kind oder den Erwachsenen zu finden! Damit die Energie, und der Bedarf an Stimulation in den richtigen Bahnen zum Einsatz kommt.

Es gibt erstaunlich viele UnternehmerInnen, VertrieblerInnen und KünstlerInnen, die ihre ADHS nutzen, und mit ihrer Umtriebigkeit und ungewöhnlichen Denkweise neue Produkte, Kunstwerke und vieles mehr entwickeln. Oder auch in der Forschung und als Autoren sehr erfolgreich sind. ADHS könnte je nach Betrachtung also auch ein Erfolgskriterium sein!

ADHS ist keine Krankheit – meine Erfahrungen

In der Forschung liegt der Fokus nun mal auf Schwächen. Ich möchte aber betonen, dass das Gehirn mit ADHS anders ist, nicht schlechter.

Es ist eine der Störungen mit der höchsten Vererbung. In meiner eigenen Herkunftsfamilie kommt ADHS gehäuft vor. Von Kindheit an, habe ich erlebt, was die Variante (damals noch) ADS und ADHS für Kinder, Eltern und Umfeld bedeuten.

Und das scheine ich vererbt zu haben. Ich weiß also auch als Mama, wie es mit Wirbelstürmen zu Hause ist.

Unter anderem deswegen habe ich eine spezialisierte 2,5-jährige Ausbildung als systemische Elterncoach gemacht. In meinen Elterncoachings habe ich sehr häufig mit Eltern von Kindern mit ADHS zu tun. Ich berate aber auch Erwachsene im Beruf und Unternehmen und bilde Führungskräfte weiter.

Aus umfangreicher eigener Erfahrung und Erfahrung mit KundInnen weiß ich, dass ADHS kein Mangel und keine Krankheit ist, sondern eine besondere Ausgangslage, die besonderes Verständnis, Lernprozesse und Lösungswege erfordert.

Dazu findest du hier im Blog noch einige weitere Artikel.

ADHS Fazit

Die Diagnose ADHS ist Fluch und Segen zugleich. Fluch: weil ein veraltetes Bild davon kursiert und sich zu wenige Menschen, auch PädagogInnen und ErzieherInnen gut damit auskennen. Defizite und Nachteile liegen leider immer im Fokus.

Die Diagnose ist aber zeitgleich auch ein Segen, weil man damit die Weichen stellen kann, um zu erarbeiten welches Setting und welche Therapie ein Kind oder ein Erwachsener mit ADHS braucht. Und genau darum geht es auch in meinen Coachings und Beratung: ich bringe die richtigen Fragen, Erfahrungen und Expertise mit, damit wir gemeinsam passende Antworten auf deine Herausforderungen finden können.

Wenn du jetzt Fragen zu einer konkreten Herausforderung hast und dafür Beratung und Hilfe suchst, dann bist du hier richtig. Vereinbare dazu einfach dein unverbindliches Erstgespräch und wir finden gemeinsam eine Lösung!

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps

Verdeutliche dir immer wieder:

Dein Coaching Angebot
Ein Gehirn mit ADHS nimmt unendlich viele Reize auf und ist von diesen überflutet.

Es unterscheidet schlecht zwischen wichtig und unwichtigen Eindrücken. Jeder neue Reiz, der bei einer Situation dazukommt, lenkt erstmal ab.

Dein Coaching Angebot
Menschen mit ADHS handeln nicht mit böser Absicht. Wenn sie etwas vergessen, impulsiv handeln oder mit der Hyperaktivität für Unruhe sorgen, ist das für Außenstehende und für den Betroffenen sehr belastend.

Doch das wird zu wenig erkannt und besonders Kinder mit ADHS erfahren Härte und Unverständnis. Gerade sie brauchen jedoch Begleitung und Unterstützung, um zu erlernen mit ihrer besonderen Ausgangslage umzugehen.

Dein Coaching Angebot

Ursachen von ADHS

Die mangelnde Aufmerksamkeit bei ADHS liegt nicht an fehlender Anstrengung oder falscher Erziehung! Körperliche Ursachen sorgen dafür! Diese sind nicht schlecht, sondern anders als bei einem neurotypisch funktionierenden Gehirn. Dafür bringt ADHS auch besondere Stärken mit sich!

Dein Coaching Angebot

ADHS Ursachen

Gleich mehrere Bereiche des Gehirns mit ADHS sind in ihrer Funktion und ihrer Struktur verändert. Das beeinflusst Planung, Koordination, Motivation und Informationsweitergabe.

Auch Dopamin und Noradrenalin sind geringer verfügbar. Das ist besonders wichtig, denn sie sind unter anderem für Glück und Motivation zuständig. Um dies unbewusst zu kompensieren, sind Kinder und Erwachsene mit ADHS häufig auf der Suche nach einer Alternative: etwas, das ihnen anders einen Kick verschafft.

Quellen

Bundesgesundheits Ministerium (2023) Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Dr E.M. Hallowell, Dr J.J. Ratey (2022) ADHS ist kein Makel.

Philipsen A, Döpfner M (2020): ADHS im Übergang in das Erwachsenenalter: Prävalenz, Symptomatik, Risiken und Versorgung. . Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 63. 10.1007/s00103-020-03175-y.

Auf dem Publikationsserver des Robert Koch Instituts findest du noch mehr Veröffentlichungen, bspw. von Schlack, Hölling, Kurt und Russ (2007) zum Auftreten von ADHS und auch die KIGGS Reports, die den Status der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzeigen.