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ADHS und oder Hochbgabung

ADHS und Hochbegabung

Oder ADHS oder Hochbegabung?

Sehr wenige Menschen haben ADHS und eine Hochbegabung und ein paar mehr haben das eine oder das andere. Warum du jetzt hier bist, und nach beidem suchst, kann mit ganz unterschiedlichen Fragen zusammenhängen:

Wie du deine Ziele erreichen kannst
Du vermutest, du oder dein Kind, könnte ADHS oder eine Hochbegabung haben?
Wie du deine Ziele erreichen kannst
Eine der beiden Diagnosen steht bereits und da fehlt eventuell noch etwas?
Wie du deine Ziele erreichen kannst
Du hast beide Diagnosen für dich oder dein Kind und fragst dich, was nun zu tun ist?

In meinem Blog findest du Infos zu all diesen Fragen!

In diesem Artikel findest du folgenden Überblick:

Coachiba
Wie erkennt man Hochbegabung und ADHS?
Coachiba
Gemeinsamkeiten von Hochbegabung und ADHS!
Coachiba
Hochbegabung versus ADHS: Unterscheidung!

ADHS und Hochbegabung sind beides für sich große Themenbereiche. Wenn du nach diesem Artikel weitere Infos suchst, empfehle ich dir meine Artikelreihe über Hochbegabung relevant für Kinder und Erwachsene. Für ADHS sind meine Blogartikel großteils spezifisch für Erwachsene oder für Kinder geschrieben. Da sich die Merkmale mit der Zeit stark ändern.

Aber nun geht’s los:

ADHS und Hochbegabung: Fakten

Sind mittlerweile alle Kinder hochbegabt oder haben ADHS? *Ironie off*

Bei der Hochbegabung funktioniert es gewissermaßen so herum, dass die Normverteilung der Intelligenz als Ausgangslage gilt. Nur 2,3% der Gesellschaft sind hochbegabt. Aktuell ist es anhand der Verteilung im deutschsprachigen Raum so definiert, dass du hochbegabt bist, wenn du in einem der anerkannten Tests einen IQ Wert von über 130 Punkten erreichst.

Man hat für die Tests des Intelligenzquotienten (IQ-Test) demnach aktuell die Höhe IQ 130 festgelegt. Damit wird sichergestellt, dass nicht mehr als die genannten 2,3% der Bevölkerung hochbegabt sind. Und dies kann sich mit der Zeit ändern. Wenn also heutzutage mehr Kinder und Erwachsene getestet werden, erhält man zwar mehr Werte über die kognitiven Leistungen der Getesteten, aber deswegen wird es nicht mehr Hochbegabte geben. Denn wenn das der Fall wäre, würde man den IQ Wert für die „Erreichung“ einer Hochbegabung anpassen.

Aber Achtung in den USA und bspw. in UK werden andere IQ Messmodelle verwendet, wodurch deren Werte mit unseren hiesigen nicht 1:1 vergleichbar sind.

Wie IQ-Tests ablaufen, wer und was getestet werden kann, erfährst du im Artikel Hochbegabung – Anzeichen erkennen.

Ist ADHS eine Modeerscheinung?

Bei der ADHS ist es anders. Es steht übrigens für Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung. Auf das Wort Störung, und warum es keine Krankheit ist, komme ich nochmal zurück. Man nimmt an, dass es eines der häufigsten Leiden ist, das Kinder und Jugendliche betrifft. Das Deutsche Bundesgesundheitsministerium gibt an, dass 2-6% aller Kinder ADHS haben könnten. Das sind die Schätzwerte, die auch in der gängigen Literatur genannt sind. Allerdings gehen manche Experten von bis zu 15% aus.

Warum Schätzwerte? ADHS wird zwar auch durch ein Zusammenspiel aus Tests und Untersuchungen diagnostiziert. Allerdings muss man hier die Symptome – wodurch fällt es auf – von der Ursache trennen. Die Ursache der ADHS ist zweifelsfrei ein andersartig funktionierendes Gehirn. Dazu erfährst du mehr im Artikel über die Ursachen und Symptome.

In eine gute Untersuchung fließen aus diesem Grund die Symptome ein und andere Ursachen werden mit einer umfangreichen Differentialdiagnose ausgeschlossen. Zu einer guten ADHS Diagnostik gehört heutzutage ein IQ-Test, denn Unterforderung und Überforderung können ADHS ähnliche Symptome bewirken. Außerdem ist beispielsweise das Arbeitsgedächtnis in dem IQ-Test ein wichtiger Hinweis bei einer möglichen ADHS Identifikation.

Das heißt auch, dass du üblicherweise einen IQ Wert bei der ADHS Diagnose erhalten hast. Demnach müsstest du theoretisch bereits wissen, wie es um deine Begabung steht. Außer das wurde aus welchen Gründen auch immer nicht gemacht, oder du oder dein Kind warst an diesem Tag nicht fit und hast gemerkt, dass es einfach nicht gut im Test lief. Denn das hat Auswirkungen auf das Ergebnis.

Deswegen ist es auch besonders wichtig, dass die ADHS von spezialisierten Experten diagnostiziert wird. Dies sind ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, für psychosomatische Medizin oder für Neurologie. Wähle bitte jemanden, der sich auf ADHS spezialisiert hat.Und nicht alleinig anhand eines Fragebogens eine möglicherweise falsche Diagnose stellt. Denn ja, falsch diagnostizierte ADHS nimmt zu. Mehr zum Untersuchungsablauf und den konkreten Symptomen erfährst du hier.

Das MUSS doch ADHS sein…

Bei zappeligen oder bewegungsstarken Kindern wird schnell von ADHS gesprochen. Sei es in der Schule, im Kindergarten oder vielleicht auch andere Eltern, die den wilden, ungestümen Jungen auf dem Spielplatz beobachten.

Betonung auf Junge, denn ADHS wird 4 mal häufiger bei Jungs, als bei Mädchen diagnostiziert (Schlack R et al., 2007). Bei „Unruhestiftern“ steht schnell ADHS im Raum. Obwohl es auch ganz andere Ursachen geben könnte. Wie bspw. die Unterforderung eines Hochbegabten. Oder ein entwickeltes Underachievement.

Für Erwachsene, die noch nichts von ihrem ADHS wissen, ist die typisch beschriebene Hibbeligkeit und motorische Unruhe längst einer innerlichen Unruhe gewichen. Das Erkennen der Ausgangslage für eine Diagnostik bei Erwachsenen ist daher nicht 1:1 vergleichbar.

Generell ist ADHS ein „Sammelbegriff“, unter dem sich 3 verschiedene Arten verbergen. Darunter fallen die Merkmale Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität oder der Mix aus allen.

Nun schauen wir uns jedoch ähnliche Symptome an, die sowohl bei ADHS oder Hochbegabung zutreffen können:

Die Parallelen bei ADHS und Hochbegabung

ADHS und Hochbegabung

Erfinderisch

Wusstest du, dass viele erfolgreiche UnternehmerInnen, KünstlerInnen und VertrieblerInnen ADHS haben? Denn ASDHSler sind häufig besonders kreativ, umtriebig und finden außergewöhnliche Lösungen für Probleme.

Das trifft je nach Begabung auch auf Hochbegabte zu. Out of the box-Denken können beide. Beide haben häufig intensive Interessensgebiete und finden gerne Lösungen für knifflige Herausforderungen. Hochbegabte bohren sich gerne in die Tiefe, ADHSler finden gerne Abkürzungen, um schnell ans Ziel zu gelangen. Die Kombi von ADHS und Hochbegabung kann eine unglaubliche Basis für außergewöhnliche Lösungen sein.

ADHS und Hochbegabung

Langeweile

Menschen mit ADHS und oder Hochbegabung fühlen sich schnell gelangweilt und hassen Routineaufgaben. Außerdem machen dann beide durch den fehlenden Fokus und die Langeweile Flüchtigkeitsfehler.

ADHS und Hochbegabung

Mehr denken, mehr fühlen, mehr wahrnehmen

Gegebenenfalls auch Hochsensibilität. Im Artikel über Hochbegabung spreche ich darüber, dass unter anderem Andrea Brackmann (geniale Autorin zu Hochbegabung, lies unbedingt ihre Bücher) die These verwendet, dass Hochbegabte mehr denken, mehr fühlen und mehr wahrnehmen. Leider kann man nun nicht alles davon in einem IQ Test abdecken. Die Annahme ist jedoch, dass viele Hochbegabte besonders sensibel auf äußere Reize reagieren und ungewöhnliches wahrnehmen.

Und im Endeffekt ist das bei der ADHS genauso. Man kann zwar den Eindruck bekommen, ADHS würde Reize nicht so nah an die Betroffenen rankommen lassen, weil diese ja ständig beschäftigt oder unaufmerksam wirken oder träumen. Jedoch ist das genaue Gegenteil zutreffend.

Sie haben zu viele Reize, die auf sie einwirken und können diese wegen ihrer neurologischen Besonderheiten nicht ausblenden oder abschalten.

ADHS und Hochbegabung

Die Gedanken-Autobahn

Jeder Input lenkt ab und führt zu neuen Gedanken. Das trifft besonders auf ADHS zu. Deswegen berichten Betroffene häufig von rasenden Gedanken, Gedankensprüngen und Schwierigkeiten abzuschalten. Auch bei Hochbegabung kann das der Fall sein.

ADHS und Hochbegabung

Die Verträumtheit

Der ADHS Typ – vorwiegend unaufmerksam – wird häufig als intensiver Tagträumer beschrieben. Dies kann einer vertieften Fokussierung ähnlich sein. Oder sogar eine darstellen. Denn es gibt auch den sogenannten Hyperfokus der bei allen 3 Typen vorkommt und Höchstkonzentration hervorruft.

Der Hyperfokus ist Fluch und Segen, denn er erlaubt es auch ADHSlern extrem fokussiert und detailliert arbeiten zu können. Häufig zu dem Preis, dass ein Abschalten davon kaum möglich ist. Dementsprechend wird der Hyperfokus durchaus als sehr unangenehm empfunden. Auch bei Hochbegabten gibt es dieses Phänomen.

ADHS und Hochbegabung

Stress durch Unterforderung und Überforderung

Hochbegabte sind in ihrer Entwicklung nur selten altersentsprechend und häufig anderen weit voraus. Das kann zum einen Stress durch Unterforderung auslösen. Zum anderen ist aber kein Hochbegabter auf allen Gebieten den anderen voraus. Oftmals sind sie in Bereichen, in denen sie normal begabt sind, mit zu hohen Erwartungen konfrontiert.

Im Resultat sind sie sich ihres Könnens und in ihrer Selbsteinschätzung unsicher. Das resultiert in Überforderung und Stress.

Auch wenn Aggressionen bei Hochbegabten primär eher selten sind, kann beispielsweise andauernde Unterforderung einen derart starken Frust auslösen, dass Kinder durchaus störend und auch „aggressiv“ auffällig werden. Und dadurch dem Bild von ADHS entsprechen.

Bei Erwachsenen führt andauernde Unterforderung häufig zu Depressionen, regulären Stellenwechseln und nennen wir es mal unstetem Leben. Etwas, was auch bei erwachsenen Menschen mit ADHS eine häufige Begleiterscheinung ist.

Bei Menschen mit ADHS und oder Hochbgeabung gilt es das zu finden, was genau richtig schwierig und abwechslungsreich ist. Und das ist häufig eine Herausforderung, vor allem wenn bereits eine starke Unzufriedenheit und Leistungseinbruch stattgefunden haben.

ADHS und Hochbegabung

Empathie

Von Hochbegabten und oder Menschen mit ADHS wird überdurchschnittlich häufig berichtet, dass sie sich früh und sehr gut in andere hineinfühlen können. Bei ADHSlern wird diese Gabe jedoch gerne übersehen, denn bei Typen mit Impulsivität und oder Hyperaktivität, steht häufig im Vordergrund, dass sie andere stören.

Hierbei ist wichtig zu wissen, dass Empathie immer und bei allen Menschen durch Stress und Ablenkung abgeschaltet wird. Das heißt diese natürliche Gabe kann gegeben sein, aber unter dem Einfluss von Stress unsichtbar sein oder werden.

ADHS und Hochbegabung

Rebellen

Etwas, das unlogisch oder sachlich nicht richtig ist, wird häufig hinterfragt und diskutiert. Das Leben und Einhalten von Regeln und Grenzen kann eine besondere Herausforderung werden und Eltern oder das Umfeld stark fordern.

Menschen mit ADHS blenden durch ihre Unaufmerksamkeit Regeln teils unbewusst aus. Sie sind so tief mit anderem beschäftigt, dass Strukturen und Anforderungen in den Hintergrund treten. Nennen wir sie mal „die zerstreuten Professoren“ als Sinnbild könnten genauso gut jedoch auch hochbegabt sein.

ADHS und Hochbegabung

Fehlende Motivation

Bei einem neurotypischen Gehirn bedeutet eine erfolgreiche, größere Anstrengung, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Das Glückshormon! Das trägt zur Motivation bei. Bei ADHS wird Dopamin jedoch deutlich geringer ausgeschüttet, das hängt mit einem andersartigen Gehirn zusammen.

Auch bei der Hochbegabung kann sich eine fehlende Motivation entwickeln. Denn wenn Dinge leicht fallen und man sich nicht anstrengt, wird auch kein Dopamin ausgeschüttet. Ist dies regulär der Fall, lernen diese Kinder nicht sich anzustrengen, zu lernen und entwickeln vermutlich ein Underachievement.

ADHS und Hochbegabung

Zeitverständnis

Hochbegabte und Menschen mit ADHS teilen häufig ein ungewöhnliches Zeitverständnis. Wenn du abgelenkt bist oder total vertieft in etwas, dann vergeht die Zeit anders. Es gibt die treffende Beschreibung für ADHS: es gibt nur ein Zeitgefühl: JETZT.

ADHS und Hochbegabung

Lern- und Arbeitsstrategien

Beide können sehr ungewöhnliche Lern- und Arbeitsstrategien aufzeigen und benötigen. Mit Kopfhörern bei lauter Musik? Ständiges kritzeln oder mit den Händen spielen? Super schnell, extrem langsam. Es kann alles dabei sein und wird stark von den individuellen Interessensfeldern beeinflusst.

Das setzt sich beim Arbeiten fort – von Prokrastination bis Workaholics kann wirklich alles dabei sein. Für beide ist es enorm wichtig im Bereich ihrer Interessen, abwechslungsreich und möglichst flexibel arbeiten zu können.

ADHS und Hochbegabung

Schlafbedürfnis

Ein besonders hohes oder besonders geringes Schlafbedürfnis kommt vor. Häufig gibt es Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen. Es wird ein Zusammenhang mit der Wahrnehmung und der Reizüberflutung vermutet.

ADHS und Hochbegabung

Bewegungsdrang

Ist es jetzt die motorische Unruhe oder Zappeligkeit? Oder lastet sich ein Begabter körperlich extrem aus, wenn er oder sie geistig unterfordert ist? Beides ist möglich.

ADHS und Hochbegabung

Konflikte in der Familie

In Familien mit Hochbegabten und mit ADHS kommen gehäuft Geschwisterstreit und Eifersucht vor. Viele hochbegabte Kinder, aber auch Kinder mit ADHS fordern ihre Eltern ungemein.

Hochbegabte wünschen sich häufig einen erwachsenen Ansprechpartner, fordern 24/7 die Antworten auf Fragen und viel Aufmerksamkeit ein. Bei der AHDS ist es häufig die mangelnde Impulskontrolle, die Hyperaktivität oder eingeschränkte Selbstständigkeit durch die Unaufmerksamkeit, die einen ständigen Fokus auf dieses Kind legt.

Die Geschwister fühlen sich zurückgesetzt, die Eltern überfordert. Deshalb finden besonders häufig Eltern mit ADHS Kindern und oder hochbegabten Kindern zu mir ins Elterncoaching.

Wenn du dies jetzt als Erwachsener liest und dir die Frage stellst, was das mit dir zu tun hat: Wenn du das Problemkind in der Familie warst, hat dich das in deinem weiteren Werdegang und in der Selbstwahrnehmung stark geprägt. Das spürst du (möglicherweise nur unbewusst) noch heute.

Es gibt sicher noch mehr Beispiele. Die obigen zeigen aber schon ganz gut, dass die Gründe für das Verhalten häufig unterschiedlich sind. Doch im Resultat sind sich die Verhaltensweisen in vielerlei Hinsicht ähnlich. Auch mit den unterschiedlichen Merkmalen und Ausprägungen der ADHS.

Allerdings liegt natürlich nicht bei jedem der oben beschriebenen Verhaltensweisen eine Diagnose wie ADHS oder Hochbegabung zugrunde! Es kann eine temporäre Überlastung sein, eine Reizüberflutung, die Gewöhnung an eine neue Situation oder auch eine alterstypische Verhaltensweise.

Im Endeffekt hast du nur eine bestmögliche Sicherheit – ob du ADHS hast, hochbegabt bist oder sogar beides hast – wenn du eine wirklich gute Diagnostik erfährst.

ADHS bei Hochbegabung diagnostizieren

Übrigens ist es besonders schwierig eine ADHS bei Hochbegabten korrekt festzustellen, weil sich die Symptome dermaßen überschneiden.

Auch, weil die Hochbegabung in gewissem Ausmaß die ADHS kaschiert und die ADHS andersherum die Hochbegabung verdecken kann, ist eine sichere Diagnose nicht leicht. Es gibt bspw. Talentum in HH, die sich auf die Abgrenzung von Hochbegabung zu ADHS, ASS und weiteren Diagnosen spezialisiert haben. Die kombinierte Expertise lege ich dir ans Herz, wenn deine Diagnostik noch aussteht. Ich selbst habe mit Talentum in HH jedoch keine Erfahrungen und kann sie daher nicht uneingeschränkt empfehlen, habe aber mehrfach positives über ihre Arbeit gehört.

Sich mit ADHS oder Hochbegabung alleine fühlen

Nur eines ist bei ADHS und Hochbegabung quasi garantiert

Beide sind Minderheiten und damit häufig durch ihre Besonderheiten auch Außenseiter – eventuell auch Mobbing Opfer.

Sie sind in der Minderzahl, wenn sie von sogenannten neurotypischen Kindern und Erwachsenen umgeben sind. Systeme, Kita, Schule, Arbeitsplätze sind nicht auf ihre womöglich besonderen Bedürfnisse ausgerichtet.

Ca 2% Hochbegabte und 5 oder 6% Menschen mit ADHS. Die Uni Kiel nennt dazu Zahlen aus nicht angegebenen Studien, dass auch 2% der ADHSler hochbegabt sind. Die Verteilung also gleichhoch ist, wie bei „normalbegabten“. Bei Menschen mit ADHS und Hochbegabung liegn wir also vermutlich bei 0,12% der Gesellschaft.

Kinder erkennen sehr feinfühlig, wenn sie anders sind, häufig schon im Kleinkindalter. Sie strengen sich an, anders zu sein, als sie eigentlich sind. Das nennt man „masking“. Denn alle Menschen wollen auf ihre Art Zugehörigkeit erfahren.

Insbesondere Kinder mit ADHS erfahren von ihrem Umfeld sehr viel häufiger negatives als positives Feedback, darauf komme ich in den Artikeln zur Erziehung von Kindern mit ADHS zu sprechen. Das ist in Summe ein enormer Druck.

Und macht etwas mit dir als Mensch. An sich selbst zweifeln, Selbstvertrauen verlieren, vermutlich resignieren oder depressive Symptome entwickeln. In dieser Lage befinden sich viele Hochbegabte und ADHSler.

Edward M. Hallowell und John J. Ratey nennen in ihrem lesenswerten Buch ADHS ist kein Makel, die Zahl, dass Menschen mit ADHS durchschnittlich 21 Jahre kürzer leben, denn bspw. die Unfallrate, aber auch die Selbstmordrate ist hoch.

Das legt einen besonderen Fokus darauf, betroffenen Kindern und Erwachsenen die Sicherheit zu geben, die sie brauchen: Dass sie verstanden werden! Und dass sie geliebt und begleitet werden.

Vor allem im familiären Umfeld. Jeder Mensch braucht einen sicheren Hafen, Rückzugsort. Und das ist für Eltern gleichermaßen eine besondere Herausforderung. Wenn sich ein Kind oder aber auch Erwachsener vom Umfeld häufig missverstanden, entfremdet und außen vorgelassen fühlt, erlebt er eine Isolation. Diese ist ein großer Risikofaktor für physische und psychische Gesundheit, Gewalt und Verbrechen. Und die Lösung dagegen ist in VERBINDUNG gehen.

Meine Expertise

In meinem Blog findest du viele Infos kostenfrei als Inspiration und verlässliche Quelle der Information. Ich bin Coach und Beraterin für Eltern und berate Frauen in Führungspositionen und Unternehmen. Dadurch habe mit Hochbegabung und ADHS beruflich zu tun. Ich bin selbst ein buntes brain und habe Wirbelsturmkinder. Und in meiner Family kommt die seltene Kombi von ADHS und Hochbegabung gehäuft vor… Das in Kürze über mich.

Was Kinder brauchen

Fazit

Wenn bei dir oder deinem Kind eine Hochbegabung mit ADHS vorliegt, sprechen wir von einer sehr kleinen Peergroup. Das trifft bereits zu, wenn du „nur“ mit Herausforderungen der ADHS oder Hochbegabung zu tun hast. Du wünschst dir jemanden, der deine Herausforderungen mit dir gemeinsam angeht? Und der Erfahrung mit dieser besonderen Ausgangslage hat? Dann findest du hier mehr Info zu meinen Elterncoachings oder Business Coachings.

Wenn du jetzt schon ganz konkrete Fragen hast, melde dich gerne bei mir. Vereinbare dazu einfach dein unverbindliches Erstgespräch.

Ich freue mich von dir zu hören.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps und Übungen

Verdeutliche dir immer wieder:

Was Kinder brauchen
Ca 2,3% der Gesellschaft sind hochbegabt. 5-6% haben ADHS. Und Menschen mit Hochbegabung und ADHS liegen vermutlich bei 0,12% der Gesellschaft. Rein zahlenbasiert ist es also kein Wunder, wenn du dich als buntes brain als Außenseiter fühlst und dadurch Herausforderungen für dich entstehen.
Was Kinder brauchen
Besondere Herausforderungen bedeuten in vielen Fällen häufiges, negatives Feedback. Diese Kinder sind damit auch eine Risikogruppe für Gewalt in ihrer Erziehung.  Ihre Selbstwahrnehmung wird negativ beeinflusst und kann sie lebenslang als „das Problemkind“ zeichnen. Das prägt sie auch im Erwachsenenalter. Für Eltern und das Umfeld ist es wichtig die Stärken der Kinder in den Vordergrund zu stellen und mit den Kids in Verbindung zu gehen.
Was Kinder brauchen
Ein Gehirn mit ADHS funktioniert tatsächlich anders. Das bedeutet allerdings nicht nur Nachteile, sondern auch außergewöhnliche Begabungen und vor allem ungewöhnliche Lösungswege. Viele ADHSler sind Unternehmer und erfolgreiche Vertriebler. Unter anderem wegen ihrer Umtriebigkeit und dem Potential kreative Lösungen zu finden. Mach dich auf die Suche nach deinen Interessen und Stärken.
Quellen

https://www.mind.uni-kiel.de/de/faq/Hochbegabung%20und%20ADHS

Edward M. Hallowell und John J. Ratey (2020) ADHS ist kein Makel.

Auf dem Publikationsserver des Robert Koch Instituts findest du noch mehr Veröffentlichungen, bspw. von Schlack, Hölling, Kurt und Russ (2007) zum Auftreten von ADHS und auch die KIGGS Reports, die den Status der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzeigen.