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Andy Schindhel, alleinerziehender vater im Bruf

Im Gespräch

Andy Schindhelm über die Herausforderung als alleinerziehender Vater mit Job

Andy Schindhelm, 48, ist Vorstand in der Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim. Er hat einen 12-jährigen Sohn und lebt seit einiger Zeit als alleinerziehender Vater. Mit seinem Kind bereist er die Welt, fährt Motocross und sie verwirklichen gemeinsam Bauprojekte im Garten. Wie er die beiden großen Verantwortungen meistert alleinerziehend und im Job, verrät er im Interview.

Interview

Marina: Du bist Bankvorstand und alleinerziehend. In meiner Vorstellung funktioniert das nur mit sehr guter Organisation und einiger Unterstützung. Wie organisierst du dich? Welche Unterstützung hast du?

Andy: Da hast du recht. Dies funktioniert nur mit guter Organisation und vor allem mit guter Unterstützung. Hier bin ich besonders meinen Eltern dankbar, die beide bereits berentet sind und immer Zeit für ihren Enkelsohn haben. Aber auch meinem Vorstandskollegen bin ich äußerst dankbar, da er ein Organisationstalent ist und ich mir von ihm viel abgeschaut habe.

Was sind deine Erfahrungen als alleinerziehender Vater?

Marina: Du bist alleinerziehend seitdem dein Kind knapp 10 Jahre alt ist. In diesem Alter sind Kinder ja doch schon etwas selbstständiger. Wäre es dir auch möglich gewesen mit einem deutlich kleineren Kind als alleinerziehender Vater Vorstand zu sein?

Andy: Aus heutiger Sicht würde ich sagen ja. Aber nur, da meine Mutter, trotz ihres Alters von jetzt 70 Jahren, noch sehr agil ist und schon von jeher mit meinem Sohn die Hausaufgaben gemacht und gelernt hat. Ohne ihre Unterstützung wäre es deutlich schwieriger.

Marina: Wie kannst du allein alles Unerwartete abdecken, was mit Kindern so anfällt? Ich denke an Kinderkrankentage, Homeschooling während COVID und so einiges mehr…

Andy: Ich bin froh, dass mein Sohn bereits 13 Jahre alt ist und schon eine gewisse Selbständigkeit entwickelt hat. Aber auch hier ist es ein großer Vorteil, wenn Oma und Opa in der Nachbarschaft wohnen und einspringen können. Außerdem kann ich dank der guten Organisationsstruktur und der Möglichkeit von Homeoffice auch selbst auf kurzfristige Veränderungen und Bedarfe reagieren.

Alleinerziehender Vater im Beruf …

Marina: Du bist schon seit 2013 Bankvorstand. Da war dein Sohn noch sehr klein. Was hat sich in deinem Berufsleben durch dein Kind am meisten geändert?

Andy: Ich würde sagen, die Prioritäten haben sich verschoben. Während es früher für mich nur die Arbeit gab, so gibt es jetzt auch noch ein Leben neben der Arbeit, zumal mein Sohn und ich noch die selbe Leidenschaft, nämlich das Motocross fahren teilen.

Marina: Du warst bereits immer ein sehr aktiver Vater. Hat sich für dich beruflich nochmal etwas verändert, seitdem du alleinerziehend bist?

Andy: Ja, ich habe meine Tage noch stärker strukturiert und genug Freiräume eingeplant.

Hast du als alleinerziehender Vater und Job noch „Freizeit“?

Marina: Erfolgreich im Beruf und voll in der Verantwortung zuhause. Hast du überhaupt noch Zeit für dich?

Andy: Ja, ich habe da auch noch genug Zeit für mich. Ich habe ein Haus und einen relativ großen Garten. Des Weiteren habe ich mir vor etlichen Jahren einen Koiteich gebaut, an welchem ich mich tagtäglich erfreue und es absolut beruhigend ist, den Fischen zuzuschauen. Aber auch beim Koiteich sowie bei der Anlage meines Gartens habe ich auf pflegeleichte Strukturen geachtet. Durch eine pflegeleichte Bepflanzung und der Installation eines Mähroboters kann ich meinen Garten als Hobby wahrnehmen und mache nicht zum Knecht dessen.

Marina: Eine der Sorgen vieler Eltern bei Karriere mit Kindern ist, dass die Kinder zu kurz kommen. Und das wird ihnen häufig auch vorgeworfen. Woran machst du fest, dass das in deinem Fall nicht so ist? Wie viel Zeit hast du für dein Kind?

Andy: Weil ich genau darauf achte, dass es auch noch ein Leben neben der Arbeit gibt. Ich nehme mir auch spontan einmal frei und unternehme etwas mit meinem Sohn. Des Weiteren ist er ein Naturbursche und sehr viel mit Oma und Opa in Wald und Natur unterwegs.

Marina: Wenn ich es richtig sehe, hast du die Hobbys von deinem Kind zu deinen eigenen gemacht. Oder andersrum. 🙂 Ihr reist zusammen, fahrt Motorross und habt Bauprojekte im Garten realisiert. Hört sich so einfach an. Was ist Euer Geheimnis für so eine intensive Vater-Sohn-Beziehung? Was hat sich an Eurer Beziehung geändert, seitdem du alleinerziehend bist?

Andy: Wenn ich ehrlich bin, habe ich meine Hobbys zu seinen gemacht. Ich hatte schon als Kind Benzin im Blut und habe dies Gott sei Dank vererbt. Mein Sohn war schon immer sehr auf mich geprägt und dies hat sich in unserem Männerhaushalt noch verstärkt. Er ist absolut um seinen Papa besorgt und kümmert sich auch um die ein oder anderen Dinge im Haushalt. So bleibt dann auch automatisch wieder mehr Zeit füreinander.

Welche Erkenntnisse rundum Kind und Karriere hast du gesammelt?

Marina: Gibt es etwas hinsichtlich Karriere mit Kindern, von dem du rückblickend wünschtest, du hättest es anders gemacht?

Andy: Ich muss gestehen, ich bereue bisher nichts und würde es wieder so machen.

Marina: Das Offensichtliche fast zum Schluss. Sehr viel häufiger treffen wir auf alleinerziehende Mütter als Väter. Erlebst du als alleinerziehender Vater besondere Herausforderungen? Wie reagiert dein Umfeld? Welche Reaktionen erlebt dein Sohn?

Andy: Bisher habe ich keine besondere Herausforderung erlebt. Das Umfeld reagiert eher immer überrascht, da es schon selten ist, dass sich das Kind bei einer Trennung für seinen Vater entscheidet. Wichtig ist es hierbei, dass man gerade als alleinerziehender Vater seinem Kind viel Liebe und Zuneigung zukommen lässt, sprich die berühmten Muttergefühle! 😉

Marina: Was rätst du Eltern, die nicht auf ihr Berufsleben und ihre Karriere verzichten möchten?

Andy: Sie sollten im Vorfeld genau überlegen, wie die Kinderbetreuung gewährleistet werden kann. Am besten wäre es natürlich, wenn die Großeltern mit herangezogen werden können. Besonders wichtig ist es aber, dass man selbst weiß, dass Kinder sehr viel Zuneigung benötigen, welche man als Elternteil nur selbst geben kann!

Vielen herzlichen Dank fürs Teilen deiner ganz persönlichen Erfahrungen, Andy!

– Andy Schindhelm –

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

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