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Regeln und Grenzen in der Kindererziehung

Kindererziehung Teil 1

Welcher Erziehungsstil passt zu mir und meiner Familie?

Happy Family und glückliche Kinder! Wer wünscht sich das nicht? Und doch ist es nicht leicht, für sich stimmige Erziehungsstile zu finden und dann wirklich auch zu leben. Gewaltfreie Erziehung wünschst du dir natürlich, aber darüber hinaus fragst du dich im Alltag vermutlich dennoch häufig, wie Kinder richtig erziehen wirklich funktioniert. Oder suchst auch konkrete Hilfe bei der Kindererziehung.

In diesem Artikel liest du mehr über:

Gewaltfreie Erziehungsstile
Überblick der weswentlichen Erziehungsstile
Gewaltfreie Erziehungsstile
Gibt es eine Antwort auf die Frage wie man Kinder „richtig“ erziehen kann?

Ja, immer durch gewaltfreie Erziehung! Und durch Individualität.

Gewaltfreie Erziehungsstile
Hilfe bei der Kindererziehung:

Übungen, die du gleich ausprobieren kannst.

Gewaltfreie Erziehungsstile
Woher kommen dennoch Ängste der Eltern?

Inwiefern gibt es dazu Hilfe bei der Kindererziehung?

Ziele in der Kindererziehung

Gewaltfreie Erziehungsstile
Ein harmonisches Miteinander
Gewaltfreie Erziehungsstile
Die bestmögliche Entwicklungsbasis für die Kinder

Ich denke fast alle Eltern finden sich bei den beiden obigen Zielen wieder. Und dennoch gibt es sehr große Unterschiede, wie wir Eltern hoffen, diese zu erreichen. Denn wir bringen jeder individuell ein anderes Verständnis davon mit, was „Kinder richtig erziehen“ bedeutet. Und dafür kommen verschiedene Erziehungsstile in Frage.

Es gibt viele Begriffe, um die verschiedenen Erziehungsstile zu kategorisieren. Dabei gibt es im Groben 3 übergeordnete Gruppen der Kindererziehung, die es sich zu kennen lohnt:

Kindererziehung

Die autoritäre Kindererziehung

bedeutet ein Machtgefälle zwischen Eltern und Kindern. In diesem Erziehungsansatz werden die Grundzüge „gewaltfreie Erziehung“ jedoch misachtet.

Wundert dich das? Bei der autoritären Kindererziehung wird mit Vorgaben, Kontrolle und mit Strafen gearbeitet.

Strikte Vorgaben schränken jedoch die freie Entwicklung ein. Körperliche Strafen sind seit 2000 in Deutschland sogar per Gesetz verboten (Bundesgesetzblatt, Nr 48 vom 7. 11. 2000). Und der Deutsche Kinderschutzbund und die Unicef fordern eine Erweiterung auf eine komplett gewaltfreie Erziehung, auch ohne emotionale Strafen als Absicherung in den Kindergrundrechten.

Jedoch glauben nach wie vor 45% der Deutschen, dass Strafen in der Erziehung sein müssen. Dabei ist nachgewiesen, dass psychische oder emotionale Strafen, wie Drohungen, Schimpfen, Isolieren, dieselben Auswirkungen haben wie körperliche Strafen (Clemens, Huber-Lang et al. 2018 und Witt, Brown et al. 2019). Mehr dazu liest du im verlinkten Artikel.

Ursachen der autoritären Erziehung

Viele Ansätze der autoritären Erziehungsstile kommen aus den Grundzügen der schwarzen Pädagogik, die lange propagiert wurde. Diese nutzt Techniken, um die Eltern-Kind-Bindung zu stören. Vielen Eltern oder Großelterngenerationen mit diesem Erziehungsstil ist nicht bewusst, dass die Ansätze nach heutigem Verständnis Gewalt enthalten und dementsprechende Folgen haben.

Häufig kommen aus dieser Zeit die Sorgen vor dem Verwöhnen der Kinder und die Erwartungshaltung, um Kinder richtig erziehen zu können, müsse Härte eingesetzt werden. Das ist jedoch falsch. Wolfgang Bergmann war Familientherapeut und Bekämpfer der strikten autoritären Erziehung. Er bewertet die Forderung nach Gehorsam sehr scharf: Gehorsam behindert die Intelligenz, die Entfaltung und die Freiheit eines Kindes. Lies gerne mehr dazu im Artikel über die schwarze Pädagogik.

Kindererziehung

Die Laissez-Faire oder permissive Kindererziehung

ist das genaue Gegenteil der autoritären Erziehungsstile. Bei dieser Art der Erziehung darf das Kind alles tun und lassen, was es möchte. Typisch 60er Jahre Style. Das Problem dabei ist, dass Kinder jedoch gesunde Regeln und Grenzen ohne Härte brauchen, um einen sicheren Rahmen für ihre Entwicklung zu haben.

Ein Kind einfach alles machen zu lassen, setzt es auch unnötigen Gefahren aus. Und das was am häufigsten vergessen wird, dass es in einigen Bereichen von einer freien Entwicklungsmöglichkeit in die Vernachlässigung der Kinder übergehen kann. Und auch diese hat negative Auswirkungen, nämlich dieselben wie Gewalt in der Erziehung.

Kindererziehung

Die autoritative Kindererziehung

nutzt die elterliche Autorität fürsorglich, um in einem gemeinsamen Miteinander zu leben. Die Forscherin Diana Baumrind prägte diesen Erziehungsstil erheblich. Eltern sind immer noch diejenigen, die Regeln und Grenzen setzen, kontrollieren und für die Einhaltung sorgen. Dafür werden angemessene Konsequenzen – keine Strafen – verwendet.

Der Unterschied ist ein wichtiger: Eine Strafe ist bspw. ein Fernsehverbot, oder die Aussage „wenn du dich so benimmst, lasse ich dich hier zurück“. Eine Konsequenz kann bspw. sein, dem Kind, das gerade ein Spielzeug beschädigen möchte oder mit einem Stock ein anderes Kind haut, das Spielzeug bzw. den Stock abzunehmen. Denn ja, es ist auch Aufgabe der Eltern, Kinder und andere, bei Bedarf zu schützen.

In Studien und Literatur wird häufig dieser Erziehungsstil bzw. dessen Inhalte als besonders sinnvoll für eine positive Kinderentwicklung bewertet (bspw. Baumrind, 1996; Walper, 2006 und Smolka, 2006). Haim Omar, Psychologe und Autor, schreibt dazu Bücher über die „neue“ Autorität.

Kindererziehung

Gewaltfreie Erziehung und bedürfnisorientierte Erziehung

Sind genau genommen keine eigenstehenden Erziehungsstile, man könnte sie auch unter dem autoritativen Ansatz aufführen. Denn gewaltfreie Erziehung oder bedürfnisorientiere Erziehung verbietet nicht per se Struktur, Regeln oder Grenzen. Ich nehme sie dennoch separat auf, weil sie wichtige Differenzierungen in der Kindererziehung ergänzen. Nämlich die Wichtigkeit der Beziehung und Bindung und Gewaltfreiheit. Diese wurden initial durch Bowlby bereits Anfang der 50er Jahre aufgedeckt.

Hier wird angestrebt, dass Eltern und Kinder in Beziehung gehen. Eltern sind damit den Kindern nicht übergeordnet. Man geht bei „unerwünschtem Verhalten“ des Kindes bspw. nach dem Ansatz von Jesper Juul davon aus, dass ein Bedürfnis des Kindes unerfüllt ist. Da Kinder demnach von Natur aus kooperativ sind und gefallen möchten.

Interpretations-spielräume

Leider entstehen bei diesem Ansatz einige Missverständnisse:

Umstehende verwechseln es mit Laissez-faire Kindererziehung und raten zu mehr Härte, Konsequenzen etc. Eltern hingegen verwechseln Bedürfnisse der Kinder häufig mit deren Wünschen:

Jedoch ist es nicht Ziel, dem Kind alle Wünsche zu erfüllen. Viel mehr geht es darum, die dahinterstehenden Bedürfnisse zu erkennen und diese zu erfüllen.

Darüber entsteht auch eine Verbindung mit der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg.

Kommunikation und bedürfnisorientierte Erziehungsstile gelten übrigens auch für weitere Familienmitglieder. Das heisst auch die Bedürfnisse der Eltern, Geschwister und so weiter sind ebenso wichtig und gewaltfrei umzusetzen.

Allerdings ergeben sich durch diese Komponenten ganz unterschiedliche Arten und Lösungsansätze, wie Familien diese Erziehungsstile umsetzen.

Außerdem gibt es vermehrt die Bewegung „unerzogen“, die sich irgendwo zwischen stark ausgeprägter bedürfnisorientierter Kindererziehung oder im Zweifel auch in Richtung Laissez-faire bewegt.

In Kürze folgen hier im Blog detaillierte Artikel zu den einzelnen Erziehungsstilen. Mit konkreten Beispielen, den Folgen, Nachteilen, aber auch möglichen Vorteilen der jeweiligen Methoden.

Unterschiede in der Kindererziehung

Wir Eltern haben also häufig die gleichen Ziele:

Die bestmögliche Entwicklungsbasis für unsere Kinder und ein harmonisches Familienleben.

Wir glauben aber womöglich, eben diese Ziele durch komplett unterschiedliche Erziehungsstile zu erreichen und unsere Kinder damit „richtig“ erziehen zu können.

Nicht selten ist das ein erheblicher Streitpunkt unter Eltern, oder den Eltern und den Großeltern etc. Obwohl jeder einzelne dabei jeweils das beste für das Kind will!

Es hilft, sich das immer wieder bewusst zu machen.

Wir leben häufig – nicht immer – intuitiv die Erziehung nach, die wir in unserer Kindheit erlebt haben. Das nennt sich transgenerationale Weitergabe. Klaus und Karin Grossmann haben in Kombination mit der Bindungstheorie intensiv dazu geforscht (Grossmann, 1987). Viele weitere aber auch (Verhage et al, 2020).

Unsere Kindererziehung fühlt sich dadurch für uns richtig an, auch wenn sie das womöglich nicht ist.

Aktuell passiert Folgendes: dank Social Media verbreitet sich das Wissen, um die Wichtigkeit der Bedürfnisse und gewaltfreien Ansätze sehr schnell. Jedoch mit dem Nachteil, dass häufig Kurzauszüge und Tipps verbreitet werden ohne unbedingt die dafür notwendigen Hintergründe zu vermitteln. Oder aber auch, dass der Eindruck entsteht eine Situation x,y könne immer nur auf die jeweils vorgestellte Art optimal gelöst werden.

Hilfe bei der Kindererziehung – durch Individualität

Das symbolisiert eine Lösung für alle. Und eben das ist falsch – denn wir sprechen bei Kindern, Eltern und Geschwistern von Individuen. In 2 unterschiedlichen Familien können die Lösungen für das selbige Problem ganz unterschiedlich aussehen.

Denn beispielsweise bei Kindern mit besonderen Herausforderungen, wie ADHS oder auch den herausfordernderen hochbegabten Kindern, zeigen Studien und Erfahrungswerte, dass Regeln, Grenzen und Routinen eine besondere Wichtigkeit haben (Park, 2017). Während ein hochsensibles Kind womöglich kaum Grenzen braucht und ein sehr autonomes Kind wiederum sehr viel Mitspracherecht einfordert. Der Unterschied liegt in den individuellen Bedürfnissen – mehr dazu liest du im Teil 3 zur Kindererziehung.

Mir ist bewusst, dass dies ein Extrembeispiel ist, und dass in vielen Familien nicht derart komplexe Konstellationen vorliegen. Dennoch symbolisiert dieses Beispiel hervorragend was ich meine.

Wenn du dir übrigens Hilfe bei der Kindererziehung und deinem eigenen Weg wünschst, sprich mich gerne darauf an oder schau dir mal meine Elterncoachings an.

Kinder „richtig“ erziehen: wichtige Basics

gewaltfreie Erziehung und die folgen von Gewalt in der Erziehung
Kinder lernen durch Beobachten und Nachmachen.

Sie leben nach, was sie erleben und sie spiegeln uns. Sie sehen, hören und fühlen sehr genau, was wir wie tun. Es bringt nichts, wenn du selbst ständig aufs Handy schaust, und dein Kind ermahnst, es nicht zu tun. Wenn du selbst nicht bitte und danke zu deinen Kindern sagst, werden sie es auch nicht tun.

Sie benötigen deine Beständigkeit. Und sie werden Phasen erleben, wo sie alternative Vorgehensweisen ausprobieren und erfahren, was das bewirkt.

Wenn du mit Härte, Verboten und Strafen darauf einsteigst, darfst du dich auch nicht wundern, wenn sich dein Kind dir gegenüber in anderen Situation, die ihm wichtig sind, ebenso verhält.

gewaltfreie Erziehung und die folgen von Gewalt in der Erziehung
Um bestmöglich lernen zu können, brauchen Kinder Sicherheit.

Durch die sichere Bindung. Dadurch kommt meist den Eltern vor allem in den ersten Lebensjahren ein sehr großer Stellenwert zu, dieser bleibt jedoch weiterhin – auch in der Pubertät – erhalten. Sekundäre Bezugspersonen wie Großeltern und Betreuer, später auch die Freunde und Peergroup, spielen mit der Zeit eine größer werdende Rolle, umso mehr Präsenz sie im Leben der Kinder einnehmen.

Bindung entsteht jedoch zuerst Zuhause! Nicht umsonst ist die bindungsorientierte Erziehung populärer denn je.

gewaltfreie Erziehung und die folgen von Gewalt in der Erziehung
Kinder lernen beim Spiel und durch Erfahrung

Vor allem bleiben emotionale Situationen besonders im Gedächtnis – im Positiven und im Negativen. Wir können beim Lernen also durchaus auf Spaß setzen. Möchten wir unseren Kindern beispielsweise Essmanieren näherbringen, bietet es sich bereits mit Kleinkindern an, ein königliches Festessen zu inszenieren.

Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und deine Kids bringen sicherlich auch tolle Ideen ein. Das wird allen Beteiligten mehr Spaß machen, als gebetsmühlenartig auf den geraden Rücken, die Ellbogen, die Hand zum Mund und sonstige Abläufe zu pochen. Und eigene Erfahrungen bewirken dabei mehr als jegliche Erklärung. Denk dabei daran, wie ein kleines Kind lernt ein Glas Wasser einzuschenken.

Dabei finde ich den prägenden Leitgedanken von Maria Montessori sehr richtungsweisend: Hilf deinem Kind, es selbst zu tun! 

…es steht nirgends, zwing dein Kind dazu, etwas so zu machen, wie du oder die Gesellschaft es für richtig halten. 😉

Eine Übung für dich – Hilfe bei der Kindererziehung

Klassische Erziehung kann nachweislich Verhaltensweisen oder Ausdrücke, die wir bei einem Erwachsenen durchaus als Stärke definieren würden, bremsen und sogar unterdrücken.

Nehmen wir beispielsweise Durchsetzungsvermögen, Standfestigkeit, Verhandlungsgeschick, Eifer und Energie.

Neue Wege in der Kindererziehung
Wenn du genau diese Eigenschaften nun bei einem Kind visualisierst, denkst du eventuell an einen bockigen Wirbelwind, der nie still sitzt, dreinredet, jede Regel diskutiert und vielleicht schnell wütend wird. Dieses Kind bietet viele potenzielle Ansatzpunkte, um erziehend in seine Entwicklung einzugreifen …
Neue Wege in der Kindererziehung
Nimm nun die gleichen Faktoren noch einmal (Durchsetzungsvermögen, Standfestigkeit, Verhandlungsgeschick, Eifer und Energie) und denk an einen Erwachsenen. Nun denkst du womöglich an Erfolg, Führungsqualitäten, Sportlichkeit, an jemanden, der etwas erreichen und bewegen kann!

Schon ein gewaltiger Unterschied, oder?

Neue Wege in der Kindererziehung
Wenn bei einem Kind derartige angeborene Stärken oder Verhaltensweisen abtrainiert oder zumindest ausgebremst werden, empfinden Kinder diese als „falsch“. Kinder können ihr Verhalten lange nicht von ihrer Person trennen, das können nicht einmal alle Erwachsenen.

Denn Kinder entwickeln daher unterbewusst den Glauben „Ich bin falsch“ oder „Anteile von mir sind falsch“ – Selbstzweifel und ein geringes Selbstbewusstsein entstehen. Das solltest du bei der Wahl der Erziehungsstile berücksichtigen:

Die Kinder können später die ursprünglich vorhandenen Stärken nicht einfach wieder aus dem Hut zaubern. So funktioniert die Unterbewusstseinsentwicklung leider nicht.

Neue Wege in der Kindererziehung

Hilfe bei der Kindererziehung

Mach dir daher immer wieder das Positive deines Kindes bewusst, und reflektiere gut, was davon du möglicherweise dauerhaft durch deine (bisherige) Erziehung unterdrückst.

Neue Wege in der Kindererziehung brauchen Zeit

Die Theorie umzusetzen ist in der Praxis schwierig. Wenn du dich in einem Konflikt oder einer schwierigen Phase mit deinem Kind befindest, dabei selbst emotional geladen und angestrengt bist, ist es schwer, sachlich, ruhig, zugewandt und geduldig zu sein.

Häufig sind folgende Faktoren daran beteiligt:

Tipps für Gewaltfreie Erziehung
Du lebst nach, was du in deiner eigenen Kindheit an Erziehung erfahren hast oder was im Umfeld sichtbar ist.
Kindererziehung und Erziehungsstile
Das Verhalten und Auftreten unserer Kinder wirft ein entsprechendes Licht auf die Eltern. Das setzt Eltern und Kinder einem hohen Druck aus.
Die Welt draußen ist schließlich kein Ponyhof, deswegen glauben viele Eltern, dass ihr Kind benachteiligt ist, wenn das familiäre Umfeld „zu weich und kompromissbereit“ ist.
Tipps für Gewaltfreie Erziehung
Die eigene Gefühlswelt der Eltern steht ihnen im Weg. Der dadurch entstehende Stress löst die 3 Fs aus (Fight! Flight! Freeze! Oder auch Kämpfen, Flüchten, Erstarren), die dazu führen, dass man das eigene Kind als Gefahr wahrnimmt.

Wenn’s brenzlig wird …

mit den Kids, versuchen Eltern daher „durchzugreifen“. Damit setzen sie gewissermaßen eine Abwärtsspirale in Gang. Denn Druck erzeugt Gegendruck. Nicht selten ist es außerdem notwendig, den Druck mit der Zeit immer mehr zu erhöhen, da sich das Kind an das gegenwärtige Level gewöhnt hat.

ABER:

Gewaltfreie Erziehung weckt Ängste in uns Eltern:

„Was wird, wenn aus meinem Kind der gefürchtete Tyrann wird?“

Dazu muss etwas klargestellt werden:

setze dir größere Ziele
Einer der bekanntesten Vertreter der Tyrannen-These in Europa ist der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff. Seine Bücher und seine Fernsehauftritte waren in der Vergangenheit sehr populär. Deshalb kamen sehr viele Deutsche mit seinen gefährlichen Thesen in Berührung.

In der Fachwelt wurden seine Äußerungen jedoch vorwiegend negativ beurteilt – unter anderem weil er nur eigene Fälle mit anderweitig nicht bekannten Diagnosen schilderte und keine neutralen Studien oder Nachweise lieferte.

Er  musste sich vor Gericht gegen schwere Vorwürfe von Patienten verteidigen.

Eine im August 2021 ausgestrahlte ARD-Reportage über Winterhoffs Methoden deckte auf: jahrelange Verordnung von sedierenden Medikamenten für Minderjährige, die üblicherweise nur in Notfallsituationen punktuell eingesetzt werden, die stets wiederkehrenden gleichen Beurteilungen „narzisstischer Kinder“ und herabwürdigende Genitaluntersuchungen während psychologischer Gutachten (!). Von so einem Menschen lassen wir uns bezüglich unserer Kinder Angst machen.

Fazit: Gewaltfreie Erziehung ist ein Geben und Nehmen.

Deinen eigenen Weg in der Kindererziehung zu finden und zu gehen, kann dauern. Und es wird auch mal Rückschläge geben: üblicherweise dann, wenn die Zeit eh schon knapp ist.

Es lohnt sich jedoch, wann immer möglich mit deinem Kind in Verbindung zu gehen. Es ernst zu nehmen, ihm beizustehen. Wenn du es ernst nimmst, lernt auch dein Kind ernst zu nehmen, wenn dir etwas wichtig ist. Denk dran, es lernt, was du vorlebst!

Du suchst noch mehr Hilfe bei der Kindererziehung?

Dann findest du hier im Blog noch viele Inhalte, die dir weiterhelfen werden. Beispielsweise kannst du gleich hier weiterlesen in Teil 2 zum Thema Kindererziehung: Über Regeln und Grenzen …

Oder du hast noch konkrete Fragen zu Herausforderungen mit deinen Kindern oder wünschst meine Hilfe für deine gewaltfreie Erziehung? Dann melde dich gerne für ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch. Ich freue mich auf dich.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching

Tipps

Folgendes kann dir helfen

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen

Mach dir bewusst, warum du dein Kind „erziehen“ willst!

Was soll es lernen? Vieles in klassischer Kindererziehung, zielt auf Gehorsam der Kinder ab.

Soll dein Kind auch als Erwachsener, tun was man ihm sagt? Mach dir bewusst, was Erziehungsstile bewirken können. Denn dein Kind soll doch reflektiert und selbstbestimmt seinen Weg gehen, sich einbringen und keine Angst davor haben, seine Meinung zu äußern. Und daran glauben, etwas bewirken und bewegen zu können!

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen

Welche Verhaltensweisen deines Kindes treiben dich in die Verzweiflung?

Denn das sind häufig genau die, wegen denen wir uns Hilfe bei der Kindererziehung wünschen: Überlege dir, was eben genau diese Charakterzüge Positives bei einem Erwachsenen bedeuten würden! Widerspenstige Kinder werden eventuell zu durchsetzungsstarken Erwachsenen. Was fällt dir sonst noch ein?

Unterbinde seine Persönlichkeitsmerkmale nicht, sondern übe mit deinem Kind diese positiv einzubringen. Und bestärke dein Kind respektvoll, diese nicht zum Nachteil anderer einzusetzen. Kinder richtig erziehen bedeutet: Lebe vor, was du dir von deinem Kind wünschst!

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen

Kinder lernen durch Beobachten und Nachmachen!

Hilfe bei der Kindererziehung: Du möchtest beispielsweise, dass dein Kind anders mit dir und anderen spricht? Respektvoller?

Wie sprichst du mit deinem Kind? Wie sprechen andere Bezugspersonen mit deinem Kind? Sagt ihr bitte und danke? Werdet ihr laut, wenn Euch etwas nicht passt? Du kannst deinem Kind nicht übelnehmen, wenn es erlebtes Verhalten kopiert. Du kannst ihm jedoch aufzeigen, wie es anders geht!

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen

Kinder lernen im Spiel.

Deswegen ist Spielen so wichtig. Spiele mit deinem Kind. Erzählt gemeinsame Geschichten, in denen ihr zusammen bestehende Herausforderungen löst. Zeige deinem Kind, zu was es schon selbst in der Lage ist! Nur weil du Erwachsen bist, heisst es nicht, dass dein Kind schlechtere Ideen hat. Kinder richtig erziehen, bedeutet ihnen auch Herausforderungen zuzutrauen und sie anzuleiten.

Du wirst erstaunt sein, zu sehen, was Kinder (in allen Altersgruppen) bereits selbst können. „Hilf deinem Kind es selbst zu tun!“ (Maria Montessori)

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen

Das (negative) Verhalten deines Kindes ist eine Botschaft an dich!

Es steckt IMMER etwas dahinter. Doch gerade unerwünschte Verhaltensweise prädestinieren für Erziehungsstile, die nicht geweltfreie Erziehung beinhalten. Lerne dein Kind kennen. Ein Kind sucht nach Aufmerksamkeit, auch negativer Aufmerksamkeit, um etwas mitzuteilen. Geh in Verbindung mit deinem Kind.

Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen
Gewaltfreie Erziehung: Druck auf ein Kind erzeugt Gegendruck! Nimm Druck aus eurer Beziehung!
Kindererziehung Erziehungsstile, Kinder richtig erziehen
Hilfe bei der Kindererziehung betrifft vor allem dich selbst:

Wenn es dir schwer fällt mit deinem Kind in Verbindung zu gehen, liegt das nicht an deinem Kind! Deine Trigger, deine Verhaltensweisen, deine Verantwortung! Arbeite an dir und es wird Auswirkungen auf dein Kind haben.

Quellen

Baumrind, D. (1996) The discipline controversy revisited. Family relations. 45, 405-414.

Clemens, Huber-Lang et al. 2018: Association of child maltreatment subtypes and long-term physical health in a German representative sample

UNICEF vollständige Studie 2020 – aktuelle Einstellung zu Körperstrafen und elterliches Erziehungsverhalten in Deutschland, 2020.

Klaus und Karin Grossmann (1987): Die Bedeutung der frühen Mutter-Kind Beziehung. Ergebnisse und Forschungen.

Park JL, Hudec KL, Johnston C. (2017) Parental ADHD symptoms and parenting behaviors: A meta-analytic review. Clin Psychol Rev. 2017;56:25–39.

Smolka, A. (2002). Beratungsbedarf und Informationsstrategien im Erziehungsalltag: Ergebnisse einer Elternbefragung zum Thema Familienbildung. (ifb-Materialien, 5-2002). Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb)

M. L. Verhage, C. Schuengel, R. Duschinsky, M. H. van IJzendoorn, R. M. P. Fearon, S. Madigan, G. I. Roisman, M. J. Bakermans-Kranenburg, M. Oosterman (2020): The Collaboration on Attachment Transmission Synthesis (CATS). A Move to the Level of Individual-Participant-Data Meta-Analysis.

Walper, S. (2006) Was die Wissenschaft über Erziehung weiß.

Witt, Brown et al. 2019: Prävalenz, Verlauf und Folgen multipler und kombinierter Typen von Kindesmisshandlung

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