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Kindergrundsicherung 2025 Kritik

Kindergrund­sicherung 2025

Fehlender Fokus auf Kinder und die Auswirkungen der Elterngeld Kürzung

Dem Bundesfamilienministerium werden für 2024 nur 2,4% des Gesamthaushalts zur Verfügung gestellt. Das bedeutet wenig Fokus auf Kinder und Familien! Etwas was ich grundsätzlich auch in der wirtschaftlichen Diskussion rundum die „Vereinbarkeit“ bemängel. Die Elterngeld Kürzung ist entschieden, das Budget und die Höhe für die sicher kommende Kindergrundsicherung ab 2024 weiterhin unklar. Auch das Kindergeld und weitere Initiativen werden heiß diskutiert.

Wenn nicht wir Eltern aktiv werden, unsere Kinder in den Fokus zu stellen, wird sich das auch in der Zukunft nicht ändern! Weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Kinder haben zu wenig Lobby!

Das ist der Grund warum ich hier dazu schreibe. Politische Artikel werden hier die absolute Ausnahme bleiben, doch wenn es um Kinder geht, kann ich mich nicht zurückhalten. Ansonsten wird es hier weiterhin alles zu Beruf und Familie geben, wie gewohnt.

Welche Maßnahmen erreichen möglichst viele Kinder?

Wer bekommt die Kindergrundsicherung 2025

Kindergrund­sicherung 2025

Die Kindergrundsicherung 2025 sichert bessere Chancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Sie konzentiert sich auf die, die am meisten Hilfe brauchen. Denn die Armut in Deutschland und vor allem die Kinderarmut nimmt stetig zu. Kinder kommen hungrig in die Schule, können nur mit Spenden an Schulausflügen teilnehmen usw. Sie betrifft mittlerweile eines von fünf Kindern.

Die Kindergrundsicherung wird ab 2025 eingeführt. Allerdings war die Kindergrundsicherung Höhe anfangs unklar. Und das ist wirklich ein Witz. Die Familienministerin Lisa Paus hat mit 12 Millarden Euro kalkuliert. Die finale Kindergrundsicherung Höhe beträgt gerade mal 20% davon. Das ist auch die stärkste Kindergrundsicherung Kritit: wie diese mit 2,4 Milliarden Euro ausreichend wirksam werden kann.

Die Kindergrundsicherung 2025 soll mindestens so hoch wie das jetzige Kindergeld sein. Das heißt der Grundbetrag umfasst mindestens 250 Euro. Aber abhängig von der finanziellen Ausgangslage der Familie, gibt es einen Zusatzbetrag, der in der Kindergrundsicherung Höhe variiert. So werden besonders bedürftige Familien intensiver unterstützt. Familien oberhalb der noch festzusetzenden Einkommensgrenze bekommen gar keinen Zusatzbetrag. Positiv dabei ist auch, dass die Kindergrundsicherung 2025 nicht mit anderen Sozialleistungen verrechnet werden soll.

Der Leistungsanspruch besteht ab der Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Kinder die eine Ausbildung machen, erhalten die Kindergrundsicherung bis zum 25. Lebensjahr, Studierende bis zum 27. Die Infos stammen aud dem SWR: Kindergrundsicherung – so sollen mehr Familien unterstützt werden.

Wer bekommt die Kindergrundsicherung 2025

Kindergrundsicherung ab 2025 statt Kindergeld

Die Kindergrundsicherung steht in direktem Zusammenhang mit Kindergeld und weiteren Leistungen. Heute beantragen viele Eltern nicht die Leistungen, auf die sie Anspruch haben. Denn das heutige System ist unglaublich komplex: Kindergeld, Kinderfreibetrag und Kinderzuschlag und anteilig auch Bildungs- und Teilhabepakete sollen in der Kindergrundsicherung gebündelt werden. Damit berechtigte Kinder diese Leistungen auch wirklich erhalten, denn diese müssen dann zumindest nicht mehr einzelnd beantragt werden.

Das bedeutet die Abschaffung des Kindergeldes.

Wer bekommt die Kindergrundsicherung 2025

Kinderbetreuung

Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung kommt allen Kindern zugute. Jedoch gibt es einen Platzmangel der irgendwo bei 400.000 Plätzen bis zu knapp 800.000 Plätzen liegen könnte. Mehr Details auch hierzu in meinem ersten Artikel „Nein zur Elterngeldstreichung“.

„Die Betreuungsquote hat sich im Bundesdurchschnitt seit 2008 von 17,6 Prozent auf 35 Prozent (2020) fast verdoppelt. Dennoch ist der Bedarf weitaus höher: Mehr als 49 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren möchten einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Seit dem 1. August 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Der zusätzliche Kita-Ausbau ist daher wichtig und notwendig … Mit dem KiTa-Qualitätsgesetz unterstützt der Bund die Länder in den Jahren 2023 und 2024 mit insgesamt rund vier Milliarden Euro bei Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung. Das Gesetz trat am 1. Januar 2023 in Kraft.“ zitiere ich den BMFSFJ.

Der bereits angesprochene ErzieherInnenmangel ist dabei jedoch ein ernstzunehmendes Problem. Erziehungstätigkeit wird rundherum zu wenig geschätzt und zu schlecht vergütet. Das wirkt sich auf die Qualität in der Betreuung aus. KindererzieherInnen können den hohen Betreuungsschlüssel, ausfallende KollegInnen, wechselnde Mitarbeiter etc. nicht dauerhaft kompensieren. Viele verlassen den Beruf.

Gerade für sehr kleine Kinder ist diese Ausgangslage besonders in Krippen ein Risiko und verschlechtert die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erheblich. Ob und wann das KiTa-Qualitätsgesetz Besserung bringt, bleibt abzuwarten.

Wer bekommt die Kindergrundsicherung 2025

Modernisierung des Schulsystems

Leider sind statt 206,2 Millionen Euro nur noch 108,5 Millionen Euro für die Digitalisierung an Schulen vorgesehen. Die GEW Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft berichtet darüber. Dringende Investitionen sind nicht möglich.

Es gibt das Start-Chancen Projekt in 4.000 Schulen mit einem besonders hohen Anteil benachteiligter SchülerInnen. 500 Millionen Euro werden in Form von finanziellen Unterstützungen aber auch durch Sozialarbeiter dazu beitragen.

Des weiteren ist einer der ausgeprägtesten Fachkräftemangel der Lehrkräftemangel. Laut GEW werden Quereinsteiger und nicht fertig ausgebildete Lehrkräfte eingesetzt, zu einem durchaus erschreckend hohen Prozentsatz, in Sachsen waren es bis zu 66% an Grundschulen, 52% in weiterführenden Schulen. Es wird nicht ausreichend Lehrpersonal ausgebildet und die Arbeitsbedingungen sind zunehmend unattraktiv. unzureichende Teilzeitmöglichkeiten, wenig Optionen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Versetzungen, unsichere Arbeitsbedingungen sind für viele LehrerInnen bittere Realität.

Kein Wunder, dass auch die Forderung nach modernen Unterrichtskonzepten und Aktualisierung der Stundenpläne seit Jahren nicht umgesetzt wird.

Fehlt auch hier die Lobby? Mir wurde berichtet, dass einige Unternehmen, wie beispielsweise SAP, sehr positiv auf Schulen in ihrer Region eingewirkt haben. New Work in der Arbeitswelt, setzt eben auch New School voraus. Schul- und Elterninitiativen gibt es einige. Ich muss gestehen, hier wühle ich mich aktuell noch durch.

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Bafög

Um als Land wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Ausbildung unserer Kinder besonders relevant. Die gemeinnützige Organisation arbeiterkind.de führt aus, dass 79 von 100 Kindern aus Akademikerfamilien studieren. Demnach haben sie bessere Berufschancen, nicht zuletzt durch Unetrstützung des existierenden Netzwerkes der Eltern.

Bei Nichtakademikerfamilien sind es nur 29%, obwohl viele mehr die Hochschulzugangsberechtigung erworben haben. Hier spielt wesentlich der finanzielle Aspekt, die Kosten der Unterhaltskosten, das länger abzuwartende Gehalt, eine Rolle. Bafög deckt bereits heute NICHT die anfallenden Kosten. Denn auch technische Ausrüstung, Umzug, Semestergebühren, Lebenshaltungskosten etc. müssten finanziert werden. In den Nichtakademikerfamilien sind häufig keine Rücklagen vorhanden, um dies zu decken. Und umfangreiche Arbeitsleistung während des Studiums, um eben dieses zu finanzieren, können das Studium zum Make or Break machen.

Das Bafög für SchülerInnen und StudentInnen bräuchte auf Grund der Inflation und insbesondere der deutlich gestiegenen Wohnkosten in Ballungsräumen Erhöhung. Für StudentInnen wurde jedoch um 22% reduziert, auf 1,4 Milliarden Euro. Für SchülerInnen sogar 27%, auf 551 Millionen Euro. Obwohl die Kindergrundsicherung zu diesem Zeitpunkt noch nicht greift und demnach von einer echten Reduktion ohne Ersatz die Rede ist.

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Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen

Die Geburtenrate in Deutschland liegt bei 1,58 Kinder pro Frau. Sie hat sich seit Einführung des Elterngeldes von knapp 1,3 deutlich verbessert, wobei das auch durch hohe Zuwanderrungsraten beeinflusst wurde.

Ein Geburtenrückgang bedeutet eine alternde Gesellschaft, die Auswirkungen betreffen die Wirtschaft, das Gesundheitssystem, Sozialsysteme, öffentliche Finanzen und mehr. Das heisst unter Umständen auch, dass Eltern, die Kinder ggü. Karriere priorisieren kinderfreundlichere Länder bevorzugen.

Fakt ist Stand heute, dass „priviligierte Kinder“ mit hohem sozioökonomischen Status wahrscheinlicher einen höheren Schulabschluss erlangen. Sie erzielen mehr Einkommen, gründen auch eher. Dass das nicht fair ist, ist allen klar. Aber es heißt durchaus, wenn diese Kinder nicht gefördert werden und ggf. weniger werden, dass wir umso mehr in die Ausbildung der weniger priviligierten Kinder investieren müssen. Eben beispielsweise durch die Kindergrundsicherung, bessere und modernere Bildung etc. Doch diese sind vom Sparpaket auch betroffen.

Das heisst, wir intensivieren den Fachkräftemangel der Zukunft und sind weiter auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, was in vielen Branchen, medizinischen Bereichen, in der Pflege und Erziehung aber auch beim Lehrpersonal bereits massive Auswirkungen hat.

Alle Ministerien mussten einsparen, außer die Verteidigung … anscheinend bleiben auch Subventionen diverser Branchen unangetastet. Aber was sagt das aus, wenn Familien und Kinder noch stärker aus dem Fokus rücken? Die Entscheidung gegen Elterngeld, Modernisierung der Bildung, die Kindergrundsicherung zeigen mir, dass Kinder in Deutschland viel zu wenig Wertschätzung erfahren. Ich plädiere dafür, Kinder wieder in den Fokus zu rücken, denn sie sind unsere Zukunft!

Ein kennenswertes Einsparpotential für die Zukunft!

Ich möchte nicht in der Situation des Finanzministeriums oder des Familienministeriums sein, denn Entscheidungen wo wieviel eingespart werden, sind nie leicht. Vielleicht ist die Kappung für hohe Einkommen die beste aller schlechten Möglichkeiten gewesen, wie es der Tagesspiegel ausdrückt. Der verlinkte Artikel dazu, warum das Ehegattensplitting unberührt bleibt, ist lesenswert.

Denn bei der Abschaffung des Ehegattensplittings könnte sogar ein bis zu zweistelliger Milliardenbetrag eingespart werden.

Das könnte eine Lösung sein, die viele der angesprochenen Auswirkungen positiv beeinflusst. Wenn dich das Thema weitergehend interessiert, möchte ich dir folgende Bewertung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aus 2021 empfehlen.

Bleibt zu hoffen, dass etwas der Einsparung in Familien und Kinder investiert wird, falls es so weit kommt! Daher möchte ich dich bitten, im Rahmen deiner Möglichkeiten, unsere Kinder sowohl wirtschaftlich – bei allen Fragen rundum die Vereinbarkeit – als auch politisch in den Fokus zu stellen. Wenn viele von uns ein bisschen etwas tun, wird es Auswirkungen haben!

In meinem Blog wird es ab jetzt wieder alles zum Thema „Vereinbarkeit“ rundum Familie und Beruf geben. Hier findest du neue Arbeitsmodelle, wie bspw. Jobsharing, Eltern, die ihr Lebensmodell vorstellen, viele Artikel zu „Kindererziehung„, Kinderentwicklung, viele Tipps und mehr.

Ab hier, warum die Entscheidungen auch für Kind und Karriere besondere Relevanz haben:

Wer bekommt die Kindergrundsicherung Kritik

Kind oder Karriere

Die Ausgangslage der fehlenden Kinderbetreuung, steigender Kosten und höherer Abhängigkeit spricht gegen Kinder. Oder dafür, Kinder noch später zu bekommen, was die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind deutlich erhöht.

Ab 2024 wird die Elterngeldstreichung für Familien mit einem Gesamtjahreseinkommen von über 150.000 Euro Realität. Die geplante Elterngeld Kürzung betrifft Frauen, die zum Entscheidungsdatum (5.7.23) bereits SCHWANGER sind. Denn das Stichdatum betrifft Geburten ab dem 1.1.2024. Mehr zu den Auswirkungen dieser Entscheidung findest du hier!

Elke Hannack des Deutschen Gewerkschaftsbundes fasst es zusammen: „Junge Frauen, die viel zu oft unter großen Mühen, eine teure Ausbildung absolviert haben, werden sich gegen Kinder und für ihren Beruf entscheiden.“

Außerdem ist in vielen Branchen heute noch keine gute Basis zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gegeben. Weswegen Frauen nach der Rückkehr aus der Elternzeit häufig in Positionen mit geringeren Qualifikationsanforderungen feststecken. Die Teilzeitfalle, die weitere Entwicklung in Einkommen und Tätigkeit ist im Vergleich zu Vätern und Frauen ohne Kindern deutlich ausgebremst. Dieser Aspekt trifft ganz besonders auf gut qualifizierte Frauen zu, die tendenziell wahrscheinlicher in der neuen Bemessungsgrundlage zu finden sind.

Für mich und meine KundInnen ist dieses Thema besonders relevant, da diese Entscheidung die Frage Kind ODER Karriere befeuert. Und die Förderung der Gleichstellung in den Familien dafür besonders relevant ist.

Das Thema hat in meiner „Social Bubble“ eine enorm hohe Präsenz gehabt und andere ebenso wichtige Themen rundum Familie und Kinder fast schon überlagert. Ichkonnte aus den Diskussionen viel wertvollen Input mitnehmen. Dazu meine Erkenntnisse in Kürze und dann kommen wir zu der Kindergrundsicherung, Schulinvestitionen, Bafög und mehr.

Erkenntnisse aus der Diskussion zur Elterngeld Kürzung

Marina Bernardo

Engagement

Das persönliche Engagement sollte langfristig gedacht sein. Eine Petition von Verena Pausder „Nein zur Elterngeldstreichung“ hat in Kürze 450.000 UnterstützerInnen gefunden. Die Initiative ist zwar gescheitert, aber sie hat Aufmerksamkeit bewirkt. Ich habe mich gefreut zu sehen, wieviele Menschen mobilisiert werden können und wie viele Frauen und auch Männer hier zusammengehalten haben. Egal, ob du dafür oder dagegen warst, die Elterngeldstreichung wurde in den Fokus gerückt und damit auch zumindest Familien und Kinder.

Zu sehen, wer sich für Elternthemen einsetzt, kann eine Chance sein, um diese Menschen auch für weitere Kinderthemen zu gewinnen. Wie beispielsweise die Kindergrundsicherung 2025. Sie werden womöglich auch im selben Ausmaß mit derselben positiven Reichweite unterstützen, das Budget dafür und die Diskussion um das Thema Kindergrundsicherung zu führen.

Im Kollektiv wird mehr erreicht und unsere Kinder haben unser Engagement dringend nötig. Deswegen sollten wir Eltern zusammenhalten. Und wir die gegenseitigen Stärken nutzen und Verbindungspunkte suchen. Es ist ja nicht die Frage EINE der Initiativen zu wählen, sondern möglichst alle, möglichst gewinnbgringend für unsere Kinder zu platzieren.

Marina Bernardo

Blickwinkel

Es gibt zu allem verschiedene Blickwinkel, die es lohnt anzusehen und zuzuhören. Hier wünsche ich mir eine deutlich konstruktivere Diskussionskultur. Es geht nicht darum andere schlecht zu machen oder ihre Blickwinkel abzuwehren, sondern darum die Blickwinkel zu erweitern.

Ich verstehe jeden, der mit deutlich geringerem Einkommen, die Wichtigkeit der Elterngeldstreichung ab 2024 befürwortet. Das seit 2007 existierende Elterngeld wurde trotz Infaltion in seiner Höhe nie angepasst. Der niedrigste Satz beträgt 300 Euro. Das deckt nicht einmal die Kosten einer Krippenbetreuung, um arbeiten zu können.

Genauso finde ich es jedoch schwierig, dass diese Entscheidung pro Elterngeldstreichung ab 2024 entweder 60.000 (durch das Familienministerium genannt) oder knapp 450.000 (Institut der Deutschen Wirtschaft) Eltern betreffen wird. Da besteht offensichtlich viel Unklarheit.

In unterschiedlichem Auswirkungsgrad sind die Familien von der neuen Bemessungsgrundlage 150.000 Euro betroffen, denn wir sprechen von jungen Familien, vielen Akademikern. Diese haben viele Jahre studiert, in dem noch kein Einkommen generiert wurde, müssen Studienkredite zurückzahlen und haben das „hohe Gehalt“ ggf. noch gar nicht lange.

Rücklagen sind daher trotz der Gehalthöhe nicht selbstverständlich. Dazu habe ich ein Beispiel in meinem ersten Artikel gerechnet, dass zeigt, dass diese Entscheidung bedeutet, dass eine mehrköpfige Familie dann über den Zeitraum der Elternzeit bspw. mit 4.452 Eur auskommt, wenn ER 95.000 Euro verdiente und SIE 75.000 Euro Jahreseinkommen hatte.

Es sind 45% Reduktion des monatlich verfügbaren Einkommens, obwohl sie dann eine Person mehr sein werden. Und immer noch 29% weniger als mit Elterngeld!

Wenn ein hoher Gehaltsanteil aus Bonifikation oder Tantieme besteht, kann das Monatseinkommen deutlich geringer sein. Wenn ER deutlich mehr verdient ist das monatliche Einkommen zwar deutlich höher, aber IHRE finanzielle Abhängigkeit eben auch. Hier findest du mehr Infos zum Beispiel, am Ende des Artikels.

Marina Bernardo

Kontext

Das Elterngeld wurde initial ohne Einkommensgrenze gesetzt. Es war nicht als Sozialleistung angedacht. Man wollte die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen fördern, Carearbeit anerkennen, die wichtige Bindungszeit im Babyalter zu fördern, Akademikerinnen die Entscheidung pro Kind erleichtern und Väter stärker in die Elternzeit einbinden. Ob die Ziele erreicht wurden ist fraglich. Aber der Aufschrei und die starke Diskussion um die Elterngeld Kürzung resultierte unabhängig der Höhe der Bemessungsgrundlage daraus, dass eben diese WICHTIGEN Zielsetzungen nicht anderweitig verfolgt werden.

Mir ist keine alternative geplante Initiative bekannt, um gesellschaftsübergreifend, die Gleichstellung durch die oben genannten Punkte zu fördern.

Das ist besonders drastisch, da wir dort noch einen langen Weg vor uns haben. Mütter von 2 Kindern verdienen in Deutschland durchschnittlich 1 Million Euro weniger als Väter von 2 Kindern. Das sind 62,5% Unterschied im Lebenseinkommen! Deutlich höher als die standardmäßig genannten 14-15%, in die eben nur Vollzeitstellen einfließen und Elternzeit und spätere Teilzeiten nicht berücksichtigt werden.

Die Zahlen kommen aus einer Studie von Bönke et al. der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2020. Lies dazu den ganzen Artikel zum Gender Pay Gap mit Zahlen, Daten, Fakten und was du dagegen tun kannst.

Du suchst weitere Infos?

Hier im Blog findest du viele Inhalte zu Beruf und Familie mit fundiertem Fachwissen. Wenn du persönliche Beratung bei eigenen Herausforderungen suchst, bist du hier auch richtig. Dazu findest du weitere Informationen bei meinen Coachings: Beruf und Familie vereinbaren, Elterncoaching oder Business Coaching.

Deine Marina Eltern und Karriere Coaching