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Vereinbarkeit von Familie und BEruf mit Ines Imdahl

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ein Beispiel – mit Ines Imdahl

Ines Imdahl und ich haben uns zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterhalten. Sie schildert dabei ihr eigenes Beispiel und lässt ihr Wissen aus der Forschung einfließen. 2 Frauen mit ganz unterschiedlichen Backgrounds und Lebenssituationen: eine Meinung! 😉

In diesem Artikel findest du mehr zu:

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…gespickt, um konkrete Lebenssituationen, die Ines erlebt hat. Und der Schilderung ihres eigenen Modelles.

Ines Imdahl konnte sich als Unternehmerin ursprünglich keine Kinder vorstellen. Sie hat mittlerweile 4 Kinder (2 Teenager, 2 Erwachsene) und ist Unternehmerin mit eigenem Marktforschungsinstitut, das unter Anderem Daten zu Müttern erhebt und auswertet.

Die Vereinbarkeit „Familie und Beruf“ hat sich seit 20 Jahren nicht wirklich verändert. Die Herausforderungen sind die gleichen und trotzdem stellen wir fest, dass du als Mutter oder Vater sehr wohl etwas bewegen und bewirken kannst, wenn du es möchtest.

Planung: Beruf und Familie vereinbaren

Beruf und Familie zu vereinbaren, bedeutet vor allem Planung. Obwohl sich insbesondere viele Mütter vor der Familiengründung Gedanken machen, ob und wie Familie und Beruf gemeinsam funktionieren, definieren die wenigsten gemeinsam mit ihrem Partner vorab ein Modell.

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Wer betreut wann und wieviel?
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Denn ohne Plan bleibt meist alles an der Mutter hängen.
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Wenn auch der beste Plan in der Umsetzung immer wieder mal Anpassungen erfordern mag, ist kein Plan immer noch das größte Risiko für Mütter. Siehe dazu den Beitrag zum Paygap!
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Denn die Rollen spielen sich ein und werden schwerer zu verändern.

Dazu nennt Ines spannende Zahlen aus der Milupa Studie (die Deutsche Angst vorm Kinderkriegen), die ihr rheingold salon durchgeführt hat. Es wurden „schwangere Paare“ befragt.

Vor der Geburt antworteten 80% der werdenden Mütter, dass der Vater sich genauso gut um das Baby würde kümmern können.

Das entspricht übrigens auch dem Stand der Familien- und Bindungsforschung. Denn es geht darum, wie feinfühlig auf das Baby (später Kind) und dessen Bedürfnisse eingegangen wird. Mehr dazu findest du im Artikel zum Bindungsaufbau. Und das können Väter nachweislich genauso gut. Sie brauchen dafür aber ebenso, wie die Mütter, die Möglichkeit sich mit dem Baby einzuspielen.

Zurück zur Studie: Nach der Geburt haben jedoch nur noch 14% der befragten Mütter das Gefühl gehabt, dass Väter sich ebenso gut um die gemeinsamen Kinder kümmern können.

Woher kommt das und was bedeutet es für Familie und Beruf?

Da spielen Rollen(bilder) eine große Rolle. Wenn sich vorrangig, die Mutter kümmert, weil der Vater eben arbeiten geht und „nicht anders kann“, dann entwickelt eben auch die Mutter die größere Erfahrung im Umgang.

Außerdem kann ein Loslassen schwerfallen. Ines schildert dazu, wie ihr Mann, Jens, den Kids an seinen Betreuungstagen (dazu kommen wir gleich noch) für ihr Empfinden unpassende Outfits anzog, zu warm, zu kalt, kein Match. Und er richtigerweise sagte, er entscheidet an seinen Tagen, was die Kids anziehen! 😉

Es gibt in vielen Erziehungsfragen immer mehr als den einen richtigen Weg. Und doch kann das Zulassen davon schwerfallen. Apropos Weg:

Das Beispiel von Ines Imdahl und Jens

Beide arbeiten Vollzeit. Und leben das Modell seit über 20 Jahren.

Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
Sie wechseln jeweils kurze und lange Tage ab. Arbeiten abwechselnd 6 h und 10 h.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
An den kurzen Tagen hat das eingeplante Elternteil ab 14 Uhr die Kinder. Meist wird dann vorher reguläre Office Arbeit im Home Office oder Büro erledigt.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
An langen Tagen sind Kundentermine, Reisen und abendliche Events möglich.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
Jedes Elternteil ist jeden zweiten Nachmittag für die Kinder zuständig: Hausaufgaben, spielen, Arzttermine etc.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
Der Freitag ist abwechselnd lang und kurz – so gibt es mal 38 und mal 42 Stunden Wochen.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
Wird ein Tausch notwendig, wird das vorher abgestimmt und der Tag ersetzt.
Beispiele Vereinbarkeit Familie und Beruf mit Ines Imdahl
Wenn ein Kind krank wird, bleibt derjenige zu Hause, der den kurzen Tag hat.

Übrigens war es Ines auch möglich alle 4 Kinder zu stillen. Und das auch als sie nach 8 Wochen bereits wieder in den Beruf einstieg. Das ist für viele Mütter eine sehr wichtige Ausgangslage. Bei wichtigen Terminen waren bei Bedarf Mann und Baby mit dabei. Ines pumpte Milch ab und wenn es das Baby brauchte, gab es eine Stillpause.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzen

Ines Imdahl und Jens haben mit ihrem Modell auch viel Kontra erlebt. Die damaligen Geschäftspartner zogen nicht mit. Obwohl Ines trotz der Geburten mehr unterwegs war als Kollegen und mehr Umsatz erwirtschaftete. Oder gerade deswegen?

Außerdem gab es nicht genug Kitaplätze. Kurzum gründeten die beiden eine Gemeinschaft mit anderen Eltern und eröffneten eine private Kita.

Hätten Ines und Jens an der bestehenden Ausgangslage festgehalten, wäre ihr Modell schon vor der Umsetzung gescheitert. Sie sind jedoch aktiv geworden. Haben Möglichkeit geprüft und umgesetzt. Und für sich ein passendes Modell gefunden und gelebt.

Das können alle Eltern, jeweils in ihrem Rahmen!

Das heißt explizit nicht, dass ihr jetzt alle Vollzeit arbeitet und Kitas gründet. Sondern für euch einen stimmigen Weg findet und den trotz Unebenheiten geht.

Vereinbarkeit: Kinder sind ja nur kurz so klein …

In den meisten Familien geht derjenige in Elternzeit, der weniger verdient. Heißt DIEjenige… Die Mutter wird häufig auch nach der Rückkehr in den Beruf in Teilzeit arbeiten.

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Zu diesem Zeitpunkt stellt man sich häufig vor, dass das für ein paar Jahre schon irgendwie gehen wird. Die Kinder sind ja nur kurz so klein. Aber das setzt eine ganze Kette in Gang. Denn es sind nicht nur ein paar Jahre.
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Auch (ältere) Schulkinder benötigen Aufmerksamkeit, und schwupps ist die Mutter anstelle von 2-3 „eingeschränkten“ Jahren, 20 Jahre allein in der Verantwortung. Das Gehalt ist reduziert, Beförderungen werden ausgesetzt.
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Auch wenn Teilzeit Karrieren immer häufiger werden, braucht es eben auch zuhause dafür das richtige Setting. Wenn dies fehlt, entwickelt sich ein finanzielles Ungleichgewicht bis hin zur finanziellen Abhängigkeit.

Wenn ein Paar sich in Bezug auf die Planung einig ist, dann kann man das benötigte Setup heute auch beim Arbeitgeber einfordern. Um Beruf und Familie zu vereinbaren und auch, um eine Karriere für die Mutter in Voll- oder Teilzeit fortzuführen.

Wenn beim ersten Kind jedoch bereits die Entscheidung (unbewusst) gefällt ist, dann stellt sich die Frage beim zweiten nicht mehr und der Abstand wird immer größer.

Ines betont, dass sie und Jens, ihr Modell seit 20 Jahren und immer noch leben! Und die Erfahrung machen, dass auch ihre älteren Kinder die Anwesenheit der Eltern brauchen. Denn wenn sie Herausforderungen haben, brauchen auch Kinder, wie Erwachsene, ihre Zeit und ihr Tempo, um damit auf die Eltern zuzugehen. Das ist leichter, wenn die Anwesenheitsfenster der Eltern größer sind.

Also plant nicht nur für ein paar Jahre, sondern geht davon aus, dass eure Entscheidung und Planung für viele Jahre Relevanz haben wird.

Teilzeit oder Vollzeit?

Beides ist möglich. Je nachdem, was für deine Familie stimmig und richtig ist. Allerdings ist es häufig so, dass ein Elternteil weniger arbeitet als der andere. Meist die Mutter, die dann eben weil sie weniger arbeitet, den Haushalt und alles andere anfallende eben auch noch macht.

Dann wird eine Teilzeitarbeit für die Mutter im Gesamtpaket von Aufwand und Tätigkeit zu mehreren Vollzeitjobs. Statistisch gesehen, liegt 80% der Hausarbeit bei Frauen, übrigens auch bei Frauen ohne Kindern. Der Workload und Mental Load zuhause müssen ebenso geteilt werden.

Das hat gleich einen weiteren Vorteil: wenn es zuhause so vorgelebt wird, lernen unsere Kinder das ganz natürlich und eine spätere Gleichberechtigung ist für sie deutlich leichter. Wir erziehen unsere Jungs dahingehend und gestalten für unsere Mädchen eine gleichberechtigtere Zukunft. Von Gleichberechtigung sind wir noch immer weit entfernt.

Teilzeit für euch das richtige Modell?

Wenn es für euch stimmig ist, dass die Mutter oder auch der Vater weniger arbeitet, dann ist das völlig in Ordnung. Ich möchte euch allerdings gerne dazu anregen einen Rentenausgleich anzudenken. Eventuell auch eine Gehaltskompensation. Denn selten sind Eheverträge vorhanden, die eine Trennung und spätere Altersarmut oder auch ohne Trennung eine spätere finanzielle Unabhängigkeit der Mutter (oder des Vaters) absichern.

Es ist sinnvoll mit kühlem Kopf und gegenseitiger Ruhe den Fall der Fälle abzuklären, den man in einer Trennung womöglich emotional und wütend ganz anders angehen würde.

Karriere

Karriere machen und liebevolle Mutter sein, passt nicht zu den Rollenbildern, die vorgelebt und empfunden werden. Mach dir daher bewusst, dass dies ein unconscious bias, ein unterbewusstes Trugbild, ist. Denn diese Option wird dadurch häufig ausgeschlossen, bevor sie geplant, geschweige denn ausprobiert wird.

Der bias bezieht sich nicht nur auf die Mütter, sondern sitzt auch für Paare: der Paarbias. Der Mann „kann ja nicht.“ Dazu ist auch das Interview mit Johanna Ahrens lesenswert, deren Mann die komplette Carearbeit übernommen hat und eben doch auch beruflich durchstartet. Da er nicht die gleichen Vorurteile erlebt, die (s)eine Frau an seiner Stelle erleben würde.

Beruf und Familie vereinbaren mit Karriere

Wenn wir nun bei Rollenbildern bleiben, gibt es gleich einige Frauenbilder, die miteinander konkurrieren. Gleich vorab sorry für die Clichées …

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Entweder du bist Karrierefrau, siehst aus wie ein Mann und hast Ellbogen, wie ein Mann
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Oder du bist Vollzeitmama im Haushalt

Und egal wie du es machst, du machst es für Außenstehende sowieso immer falsch. Denn beide oben genannten Rollen verstehen sich gegenseitig nicht und sehen keine Option für eine gelungene Kombi.

Falsch gedacht! Es gibt nämlich viele Beispiele, einige davon findest du hier im Blog.

Dazu auch das Beispiel von Marie-Luise Wolff. Sie war eine der ersten Vorständinnen in einem Energiekonzern. Vor Antritt bekam sie dafür extra einen Coach. Klingt gut bis hierher, oder? Der Coach sortierte alles in ihrem Kleiderschrank aus, was weiblich war. Sie musste sich vermännlichen und hat es zugelassen, um eben diese Stelle zu bekommen.

Warum sollten wir wollen, dass wir mehr Frauen in der Führung haben, die sich verhalten wie Männer? Dann haben wir immer noch keine Diversität.

Frauen passen sich jedoch auch ohne einen Coach mit fragwürdigem Auftrag, den Männern in Führung an. Wir imitieren, was wir häufig sehen und erleben.

Wir brauchen deswegen viele Frauen und Mütter auch in der Führung, weil sie weibliche Attribute mit einbringen, von denen auch die Unternehmen profitieren.

Du suchst mehr Info zu Vereinbarkeitslösungen?

Dazu findest du einige weitere Inspirationen hier im Blog. Wenn du dazu Fragen hast und oder gerne deinen eigenen Weg für Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder deinen eigenen Führungsstil finden und leben möchtest, dann melde dich einfach unverbindlich.

So kannst du Familie und Beruf vereinen

Vielen herzlichen Dank fürs Teilen deiner ganz persönlichen Erfahrungen, Ines Imdahl.