Was ist Neurodivergenz
Das Verständnis von Vielfalt im Gehirn
Vielleicht hast du schon länger das Gefühl, dass dein Gehirn anders arbeitet – schneller, intensiver, sprunghafter oder empfindsamer als bei anderen? Sicher bist du auf der Suche nach einer Erklärung schon auf den Begriff Neurodivergenz gestoßen. Doch was bedeutet es eigentlich, neurodivergent zu sein? Und wie zeigt sich Neurodivergenz bei ADHS, Autismus oder Hochbegabung – bei Kindern, Erwachsenen und insbesondere bei Frauen?
Hier erfährst du:
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Empowerment Coaching mit Marina
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Was ist Neurodiversität?
Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und ihrer Funktionsweisen. Menschen unterscheiden sich darin, wie sie Informationen verarbeiten, Reize wahrnehmen, lernen, kommunizieren und Aufmerksamkeit steuern. Der Begriff umfasst sowohl neurotypische als auch neurodivergente Menschen, etwa Personen mit ADHS, Autismus, Legasthenie oder anderen neurologischen Besonderheiten.
Die australische Soziologin Judy Singer prägte den Begriff Ende der 1990er-Jahre im Umfeld der Autismus- und Selbstvertretungsbewegung. Damit verband sich ein neuer Blick auf neurologische Unterschiede: weg von einer ausschließlich defizitorientierten Betrachtung, hin zu mehr Akzeptanz und gesellschaftlicher Teilhabe.
Was ist Neurodivergenz?
Neurodivergenz bezeichnet das Abweichen von der neurologischen Norm. Der Begriff wird unter anderem für ADHS, Autismus, Legasthenie und Dyskalkulie verwendet. Man erkennt Neurodivergenz daran, dass Betroffene Informationen, Reize und Emotionen intensiver oder anders verarbeiten – oft verbunden mit besonderen Stärken und individuellen Herausforderungen.
Je nach Definition wird geschätzt, dass etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung neurodivergent sind. Da es keine einheitlich festgelegte Abgrenzung gibt, kann dieser Anteil nur als Orientierung dienen.
Was fällt unter Neurodivergenz?
1. Autismus Spektrum Störungen (ASS)
Es gibt sich stark unterscheidende Unterformen. Besonderheiten zeigen sich häufig im sozialen Miteinander und gegebenenfalls in sich wiederholenden Verhaltensmustern.
2. Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung – ADHS
ADHS ist eine häufige Form der Neurodivergenz, bei der das Gehirn Reize, Emotionen und Aufmerksamkeit intensiver, aber weniger gefiltert verarbeitet. Damit können besondere Stärken verbunden sein – ebenso wie spürbare Herausforderungen im Alltag.
Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gibt es kombiniert oder einzeln als Merkmale der ADHS. Wie sich ADHS zeigt, kann bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich sein.
3. Hochbegabung
Hochbegabung ist eine spezifische Form der Neurodivergenz mit einem Anteil von etwa zwei Prozent der Bevölkerung. Hochbegabte zeigen oft intensive Neugier, hohe Konzentration bei interessanten Themen und eine ausgeprägte emotionale Tiefe.
Lies hier mehr darüber, welche häufig verborgenen Probleme diese Form der Neurodivergenz mit sich bringen kann oder vor welche Herausforderungen Eltern von Kindern mit Hochbegabung gestellt werden.
4. Lernbesonderheiten – LRS, Legasthenie, Dyskalkulie
Neurodivergenz zeigt sich bei Kindern und Erwachsenen auch in LRS, Legasthenie oder Dyskalkulie – also in besonderen Wegen, Sprache oder Zahlen zu verarbeiten. Diese Unterschiede verschwinden nicht mit dem Erwachsenwerden, doch man kann lernen, besser damit umzugehen und eigene Strategien zu entwickeln.
5. Synästhesie
Bei einer Synästhesie werden unterschiedliche Sinnes- oder Wahrnehmungseindrücke automatisch miteinander verknüpft. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig kategorisiert. Farben können einen Geschmack hervorrufen. Manche Menschen mit Synästhesie spüren Berührungen am eigenen Körper, die sie bei anderen beobachten.
Auch Dyspraxie und das Tourette-Syndrom werden häufig dem neurodivergenten Spektrum zugeordnet.
Gehört Hochsensibilität zur Neurodivergenz? Hochsensibilität wird wissenschaftlich meist als Sensory Processing Sensitivity bezeichnet und als Persönlichkeitssmerkmal beschrieben. Ob sie zum neurodivergenten Spektrum gehört, ist nicht einheitlich definiert. Deshalb wird Hochsensibilität hier nicht als eigenständige Form von Neurodivergenz aufgeführt.
Wie sieht Neurodivergenz im Alltag aus?
Viele Menschen erwarten, dass Neurodivergenz eindeutig erkennbar sein müsste. In der Praxis ist das oft nicht der Fall.
Zum einen zeigen sich dieselben Merkmale von Mensch zu Mensch und insbesondere von Männern zu Frauen und Kindern zu Erwachsenen sehr unterschiedlich. Zum anderen treten neurodivergente Besonderheiten nicht immer isoliert auf. Hochbegabung, ADHS, Autismus oder andere Formen der Neurodivergenz können gemeinsam auftreten und sich gegenseitig beeinflussen.
Dadurch entstehen häufig Erfahrungen, die sich nicht durch ein einzelnes Label erklären lassen. Was in einer Situation leichtfällt, kann in einer anderen plötzlich viel Energie kosten. Fähigkeiten, Herausforderungen und Bedürfnisse wirken oft stärker vom Kontext abhängig.
Deshalb erleben viele neurodivergente Menschen ihr eigenes Profil zunächst als widersprüchlich oder schwer einzuordnen.
Viele Erwachsene erleben bewusst weniger von den eigentlichen Besonderheiten als deren Folgen: Erschöpfung, Selbstzweifel, das Gefühl, nicht dazuzugehören, oder die Frage, warum das Leben anstrengender wirkt als für andere.
Neurodivergenz bei Kindern – was ist wichtig?
Ein Kind rastet beim Anziehen aus, hält sich bei Lärm die Ohren zu, vergisst ständig Absprachen oder schafft etwas heute mühelos und morgen gar nicht. Was wie Trotz, Unzuverlässigkeit oder fehlende Motivation wirkt, kann Überforderung, Reizstress oder fehlende Regulation sein.
Wer nur das sichtbare Verhalten korrigiert, übersieht leicht, was dahinterliegt. Akzeptanz heißt nicht, alles durchgehen zu lassen. Sie bedeutet, Grenzen so zu setzen, dass ein Kind Orientierung bekommt, ohne ständig das Gefühl zu haben, falsch zu sein.
Das Coachiba Online Training für Wirbelsturmkinder kann Eltern helfen, Verhalten auch bei Neurodivergenz besser einzuordnen und Kindern langfristig Halt, Orientierung und Selbstwert zu geben.
Neurodivergenz bei Frauen
Besonder bei Frauen bleibt Neurodivergenz mitunter jahrelang unerkannt – besonders bei ADHS und Autismus. Sie funktionieren, passen sich an, lächeln – und sind innerlich erschöpft. Das Erkennen der Neurodivergenz bei Frauen ist dann eine Erleichterung: Endlich ergibt das eigene Erleben mehr Sinn. Aber dadurch verändert sich noch nichts.
Denn die eigentlichen Fragen stellen sich erst danach: Wenn ich leistungsfähig bin – warum kostet mich manches so viel Kraft? Wenn ich erfolgreich bin – warum zweifle ich trotzdem so oft an mir? Und wenn ich mich mein Leben lang angepasst habe – was davon bin eigentlich ich?
An diesem Punkt begleite ich viele meiner Kundinnen. Gemeinsam schauen wir nicht nur auf Diagnosen oder einzelne Eigenschaften, sondern auf das Gesamtbild: Welche Stärken bringst du mit? Wodurch verlierst du unnötig Energie? Was hält dich zurück? Was brauchst du, um passende Entscheidungen zu treffen und Veränderungen tatsächlich umzusetzen?
Verstehen, was dich wirksam macht
Das eigene neurodivergente Profil zu verstehen, schafft Klarheit darüber, was wirklich zu dir gehört: deine Stärken, deine Stressmuster und die Bedingungen, unter denen du am besten arbeitest.
Ich, Marina Bernardo, verbinde fundierte Expertise zu Neurodivergenz mit eigener Erfahrung aus Führung, Unternehmertum und beruflicher Hochleistung. Dadurch kann ich dein Erleben nicht nur einordnen, sondern gemeinsam mit dir in konkrete Veränderungen übersetzen. Genau für diese Arbeit wurde Coachiba 2025 als Unternehmen der Zukunft ausgezeichnet.
Im Empowerment Coaching entwickeln wir Lösungen, die zu deiner Rolle, deinem Anspruch und deiner Realität passen – damit du deine Fähigkeiten gezielter einsetzen und wirksamer handeln kannst.
Lerne, deine Neurodivergenz als Stärke zu leben
Wenn du dich in vielem wiedererkennst und verstehen willst, wie du mit deiner Neurodivergenz leichter und authentischer leben kannst – dann lass uns darüber sprechen.
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Von Marina Bernardo
Gründerin von Coachiba, hat selbst ADHS und ist als Unternehmerin für Innovation ausgezeichnet.



